Mein Züchterhund war draussen auch so. Drinnen interessiert an Kooperation, hat freudig mitgemacht, draussen war die Umwelt sehr viel spannender. Hatte aber nichts mit Ignoranz zu tun, sondern war (und ist) eine extreme Reizoffenheit. Da sind einfach 1000 Umweltreize, die fast ungefiltert auf das Hundehirn einprasseln, und auf die der Hund reagiert. Solch reaktive und reizoffene Hunde brauchen länger, um ihre Prioritäten zu sortieren. Und ja, es sieht oft wie ein "Austesten" aus, wenn ich grad beim Hund nicht ankomme und durchdringe, weil ein anderer Reiz sich in den Vordergrund gedrängt hat. Ist es aber nicht, zumindest nicht in meinem Verständnis.
Mit Auslasten musste ich bei diesem Hund vorsichtig sein und so manche Pläne hintenan stellen: der Hund war nicht bereit für zB Dummytraining, das gab nur allseitig Frust. Da muss erst Erregungskontrolle her, damit der Hund sich nicht ständig abschiesst draussen. Ganz viel Routine, meist der gleiche "langweilige" Spaziergang, Situationen mit viel Umweltreizen nur dosiert.
Ist auch ein Jagdhund, und für jagdliche Auslastungsdinge zu begeistern. Aber hatte als Junghund die Konzentrationsfähigkeit eines Glühwürmchens auf Speed. Ist mit ganz viel Alltag und gemütlich rumschlappen langsam besser geworden. Zur Auslastung etwas Nasenarbeit. Aber auch da brauche ich viel Geduld, da es ihn leicht raushaut.