Beiträge von Marabea

    Bei meinem Lesemarathon, um die Challenge noch zu schaffen, habe ich ein literarisches Goldstück entdeckt: Goldie Goldbloom 'Eine ganze Welt'.

    Die bewegende Geschichte einer chassidischen Frau in Brooklyn, Mutter von zehn Kindern, die mit 57 erfährt, dass sie erneut schwanger ist. Mit Zwillingen. Eine Katastrophe für die Großmutter, die bald Urgroßmutter werden wird. Sie wagt es nicht, sich jemandem anzuvertrauen. Nicht einmal ihr Mann erfährt etwas. Alle scheinen blind zu sein für die Zeichen der Schwangerschaft und legen ihr höchstens einen Weight-Watchers-Prospekt hin. Trotz der starken Familienbande in dieser orthodoxen jüdischen Gemeinde macht Suri Eckstein eine tiefe Krise durch, erfüllt von Ängsten und Scham. Aber die Ausnahmesituation ändern ihren Blick auf die geschlossene Gemeinschaft, in der sie zu Hause ist, und deren starre Regeln.


    Ausgezeichnet mit dem Jewish Fiction Award 2020, Bestseller in den USA. Sehr zu empfehlen für den, der Einblicke in diese spezifische jüdische Strömung und in den Lebensstil ultraorthodoxer Juden heutzutage bekommen möchte. Geschrieben von einer amerikanischen Chassidin, Mutter von acht Kindern.

    Die Hebamme sagte zu der chassidischen Frau: "Der Entbindungstermin ist der 13. Juli. Ist das nicht aufregend?" Surie zögerte. "Nein", sagte sie, "ich habe mich darauf gefreut, endlich ein bisschen Zeit für mich zu haben." "Haben Sie nicht schon Enkelkinder? Sie müssen sowieso viel zu tun haben. Was macht in einer Familie wie Ihrer schon ein Kind mehr aus?"


    Goldie Goldbloom: 'Eine ganze Welt'

    Meine Lesehighlight in diesem Jahr:


    Antonio Iturbe: Die Bibliothekarin von Auschwitz

    Erich Maria Remarque: Der Weg zurück

    Sven Koch: Totenmond


    Falls möglich, würde ich auch noch Ewald Arenz 'Alte Sorten' erwähnen.

    Vielen Dank, Nesa8486. Eine recht anspruchsvolle Challenge, die mir noch schwieriger vorkommt als in den fünf Jahren zuvor.

    Ich freue mich, dass du dir weiterhin diese Arbeit machst und uns immer wieder mit bisher nicht vorgekommenen Kategorien überraschst. :bindafür:

    Ich bin auch noch dabei, obwohl ich dieses Jahr mehr im Hintergrund geblieben bin. Entweder hatte ich eine schlechte Buchführung oder wirklich viel weniger gelesen als sonst ... Auf jeden Fall versuche ich gerade, die Normalleser-Challenge noch zu schaffen und habe alles gründlich nachgelesen. Hoffentlich.


    Nesa8486 : Wieso sind es hier maximal sechs Joker? Ich zähle nur vier (1x streichen, 1x tauschen gegen Kategorie der Vielleser-Challenge, 1x Kategorie doppelt belegen und 1x ein Buch für zwei Kategorien). :???:

    "Er hält den abgegriffenen Zettel fest in der Hand und versucht, die Buchstaben darauf mit denen auf dem roten Schild an der Tür vor ihm zu vergleichen. Mehrmals blickt er zwischen Zettel und Tür hin und her, um sich auch ja nicht zu vertun. Erst als er ganz sicher ist, drückt er auf den Klingelknopf, und im Inneren schrillt eine Glocke, Er wartet, fährt dabei mit der flachen Hand über die Messingtafel neben der Tür, spürt die erhabenen Lettern mit den Fingern."


    Shilpi Somaya Gowda: Geheime Tochter

    Schmuh : Ein professionelles Cover kann ich nicht erstellen. Auch Korrektorat und Coaching kosten so einiges. Ich muss dazusagen, dass ich in beiden Fällen Bücher drucken lasse - auch nicht billig! -, die ich verschenke an Testleser oder verkaufe. Der Weg über die Verlage dauert doch sehr lange und ist der Erfolg ist ungewiss.

    Ein fertiges Buch in den Händen zu halten ist wunderbar. Für mich und meine ersten Leser.

    Was du schreibst, kann ich sehr gut nachempfinden.


    Ich habe gerade mein zweites Buch beendet und weiß daher nur zu gut, dass Selbstzweifel, Durststrecken und Schreibblockaden normal sind. Den inneren Kritiker kann man nur schwer zum Schweigen bringen.

    Ich denke nicht, dass man beim Arbeiten an den (großen) Verkaufserfolg denken sollte. „Erfolg“ ist für mich erst einmal, das Werk zu beenden und mit mir zufrieden zu sein. Selbst-Motivation ist so wichtig. Verstärkt durch den Support von mindestens einem lieben Menschen, mit dem man idealerweise in einem Haushalt lebt.


    Qualität ist ebenfalls wichtig, gerade als Selfpublisher oder in der Bewerbungsphase bei Verlagen. Dazu gehören auch sorgfältige Recherche, Minimierung der sprachlichen Mängel und (zeitweise) Profis sowie (immer)Testleser hinzuzuziehen. Kurz: Ohne „Herumgoogeln“, Befragen von Fachleuten, finanziellen Einsatz und Feedback geht es für mich nicht.


    Das Entscheidende ist mE Disziplin. Ohne tägliches Schreiben und Überwinden der Haltung „Ich-schreibe-nur-wenn-es-Spaß-macht-und-ich-Zeit-habe“ wäre ich nie fertig geworden.

    Vor dem Weiterarbeiten lese ich immer das am Abend zuvor Geschriebene durch, überarbeite eventuell sofort. Darauf folgen noch viele Überarbeitungsphasen.


    Ja, Schreiben muss Freude machen, aber für mich ist eine Arbeitsroutine nötig, um mit Büchern um die 600 Seiten fertig zu werden. Jede/r hat eben ein anderes Vorgehen. Es gibt nicht die Methode.

    Ich bin in einem Dorf aufgewachsen, das damals schon über 5000 Einwohner zählte, inzwischen über 6000 hat aufgrund der neuen Baugebiete

    Demnach ist es eben ein kontinuierlich gewachsenes ländliches Siedlungsgebiet. Stadtrechte hat der Ort bis heute nicht.

    Daher kannst du bei unter 2000 Einwohnern in jedem Fall von einem Dorf reden.