Beiträge von Marabea

    Mein Lesegeschmack hat sich in den letzten Jahren teilweise geändert: Viele Thriller- und Krimiserien, von denen ich früher jedes Buch gekauft habe, sind uninteressant geworden. Das gilt auch für die Werke von Fitzek.

    Danke für die Empfehlung eines „Nicht-Thrillers“ von ihm. Habe ich gleich gekauft.

    Seitdem ich selbst schreibe, bin ich noch kritischer geworden: Klischees mag ich nicht, zu viele Zufälle oder eine zu rasche Entwicklung der Hauptpersonen ebenfalls nicht. Allzu künstliche Dialoge nerven und dass Protagonisten scheinbar weder essen noch schlafen, keine Pause brauchen, immer über den Fall reden und nie aufs Klo müssen ebenfalls. Vielleicht kommt rüber, was ich meine.

    Vor Kurzem habe ich Lucinda Rileys Bestseller „Der Lavendelgarten“ erneut gelesen und fand es nur noch „ausreichend“. Vieles hat mich nicht überzeugt. Ihre 7-Schwestern-Serie war für mich mal nette Unterhaltung, dann habe ich jeden Band einmal gelesen, war enttäuscht davon und habe ihn gleich wieder verkauft.

    Was geblieben ist, ist meine Aversion gegen Fantasy und Sciencefictionromane. Aber auch Brandon Sanderson bekam eine Chance und einige Dystopien - beides war ein schöner Ausflug in ein mir fremdes Genre, mehr nicht.

    Auch Thriller, die jedes Detail der Folter und Tötung eines Opfers erwähnen, habe ich aussortiert. Die Realität bietet genug Grausamkeiten, Gräuel und Perversionen, darüber muss ich nicht noch etwas lesen.

    Durch die Challenges und die Empfehlungen hier im DF habe ich viele neue Autoren entdeckt. Auch wenn ich hier wenig aktiv bin, so informiere ich mich über die Bücher, die einzelne User gut finden, und kaufe oft die empfohlenen Werke. Ein Hundeforum, das zur Lektüreberatung dient - unter anderem. Super!

    "Jörg Grünwald stützte sich so ungeschickt auf dem wackeligen Holztisch ab, dass dieser beinahe umgekippt wäre. Solange er gesessen hatte, hatte er die Wirkung des Alkohols kaum gespürt. Doch beim Aufstehen machte sich jedes einzelne der fünf Biere deutlich bemerkbar. Dass er weder das Gleichgewicht verloren noch den Tisch umgerissen hatte, grenzte an ein Wunder."


    Schwiecker/Tsokos: Der 13. Mann

    Es war doch so, dass wir das erste Buch schon jetzt anfangen konnten, oder?

    Ich freu mich auf den offiziellen Start. Ob ich mich auf 2023 freuen kann, ist fraglich. Zu viele persönliche und (welt-)politische Baustellen - da ist es mit „positivem Denken“ nicht getan. Aber das Lesen (und Schreiben) schenkt auf jeden Fall Freude.

    Stachelschnecke : Die Grundidee hat mir nicht gefallen: Es gibt keinen Ort zwischen Raum und Zeit, wo es möglich ist, in frühere Lebensphasen zurückzukommen und neue Entscheidungen zu treffen. Was ich einmal gelebt und durchlebt/durchlitten/„durchfreut“ habe, ist Vergangenheit. Unabänderlich. Alle Konsequenzen daraus sind zu tragen. Natürlich ist die Frage „Was wäre wenn …?“ spannend, aber zu hypothetisch. Die Umstände von damals sind nicht wiederholbar, nicht veränderbar, die Menschen von damals haben sich weiterentwickelt oder sind gar tot. Das versucht Haig auch zu zeigen, aber die kurzen Rückblenden sind oberflächlich und nicht überzeugend. Die Diskussionen zwischen der Protagonistin und der „Bibliothekarin“ sind platt. Zu rasch gleitet Nora in ein Leben hinein und wieder heraus, wenn es anders ist, als sie sich gewünscht hätte. Die Personen, die sie darin trifft, sind nur Statisten. Selbst als sie einmal länger bleibt in einem Leben, das es für sie nicht gegeben hat - und nie geben wird.


    Es ist nur ein Roman, Fiktion oder Science fiction - schon klar. Aber in diesem einen Leben, das uns geschenkt wurde, gilt es mE sich klar zu sein, welche Verantwortung ich im Hier und Jetzt habe. Das ganze Reflektieren „Hätte ich das und das anders gemacht/gelebt oder entschieden, was würde …?“ tut mir zumindest nicht gut. Bewusst und verantwortlich zu leben, mich selbst und meine Endlichkeit zu akzeptieren ist ein besseres Lebensmotto. Ja, es ist Unterhaltungsliteratur, aber dieses Buch hat mir nicht viel gegeben. Die ernste Frage: Hat mein Leben einen Sinn? Lohnt es sich zu leben bzw. am Leben zu bleiben? wird gestreift, aber durch diese erfundenen Neuanfänge nicht geklärt. Ob ich in einem fremden Leben mit anderer Identität glücklich geworden wäre, ist müßig zu fragen. Ich habe keine Möglichkeit, das herauszufinden. Kann nicht andere Lebensentwürfe noch einmal ausprobieren.

    Es ist ein Märchen moderner Art, das eine Ursehnsucht antriggert, und deshalb wohl auch erfolgreich war. „Zauberhaft“ fanden es viele Rezensenten. Mich hat es nicht erreicht und wurde daher gleich wieder verkauft.

    Meine Lesejahr 2022 hat einige positive Entdeckungen mit sich gebracht. Ich folge mal Estandia und verwende Sterne zur Bewertung:


    5 Sterne:

    Sven Koch: Totenmond

    Antonio Iturbe: Die Bibliothekarin von Auschwitz

    Marie-Sabine Roger: Das Labyrinth der Wörter

    Ewald Arens: Alte Sorten

    Goldie Goldbloom: Eine ganze Welt

    Erich Maria Remarque: Der Weg zurück

    Anja Jonuleit: Das Nachtfräuleinspiel

    Sven Koch: Dünentod


    4 Sterne:

    C.J. Tudor: Der Kreidemann

    Gyde Callesen: Angst hat die Quersumme 5

    Jasmin Schreiber: Marianengraben

    Vincent Kliesch: Auris

    Matt Haig: Ich und die Menschen

    Matthias Lohre: Das Erbe der Kriegsenkel

    Marcia Zuckermann: Mischpoke!

    Michael Tsokos: Der Totenleser

    Emma Donoghue: Das Wunder

    Brandon Sanderson: Kinder des Nebels. Die Nebelgeborenen 1

    Andreas Pflüger: Ritchie Girl

    Shipa Somaya Gowda: Geheime Tochter

    Sven Koch: Dünengrab


    3 Sterne:

    Sven Koch: Dünenkiller

    Matt Haig: Die Mitternachtsbibliothek

    Carsten Henn: Der Geschichtenbäcker

    Romy Hausmann: Marta schläft

    Hans Bankl: Im Rücken steckt das Messer.

    Anne Gesthuyen: Sei mir ein Vater

    Anne Tyler: Der leuchtend blaue Faden

    Anne Bandel: Von oben fällt man tiefer

    F. Schwieker/M. Tsokos: Die 7. Zeugin


    2 Sterne:

    Wolfgang Herrndorf: Tschick

    Hermann Hesse: Der Steppenwolf

    Lucinda Riley: Der Lavendelgarten

    Jetzt bin ich auch fertig. In diesem Jahr habe ich weniger oder langsamer als sonst gelesen und musste daher auf die Normalleser-Challenge umswitchen. Dazu noch einige Joker verbrauchen. Aber es ist geschafft, und das Lesejahr 2022 hat einige Highlights gebracht, darunter z.B. die Krimis von Sven Koch. Und diesmal keine Flops: Die schlechteste Note (4) wurde von mir nur einmal vergeben - und das an einen Klassiker (H. Hesse: Der Steppenwolf).

    Es hat wieder viel Freude gemacht.


    So, noch ein Buch … ein Buch … ein Buch. Hat Lexa ausgesucht. Ob das eine gute Wahl war, weiß ich nach 20 Seiten noch nicht. Vermutlich kennen das viele von euch: ‚Tschick‘ von Herrn Herrndorf. Ist mir schon klar, dass es ein Jugendbuch ist. Aber der Hund hat es eindeutig gewählt, also umgeworfen. Also Augen zu und durch.