Beiträge von Gersi

    Ganz allgemein gesprochen. Trotz der Nachteile eines Welpen:

    • braucht länger bis er alleine sein kann
    • muss erst lernen "runterzufahren" (evtl. in Kombination mit Kindern schwer)
    • kann von den Kindern (weil er so niedlich ist) oder von Besuchskindern als Spielzeug angesehen werden
    • ist zuerst wild UND hat spitze Welpenzähne - beides werden die Kinder spüren
    • ... (bestimmt noch einiges mehr)

    .... gibt es aber durchaus Familien, die sich bewusst entscheiden, gerade in einen Haushalt mit Kindern einen Welpen (der passenden Rasse vom seriösen Züchter) zu holen und keinen erwachsenen Hund mit "unbekannter Vorgeschichte".

    Ich weiß, dass einige hier abgeraten haben - ich persönlich denke, dass ihr euren Hund finden werdet und euch generell beide Möglichkeiten offen stehen.

    Ich würde keinen kastrierten Hund (aus dem Tierschutz) nehmen, weil ich Angst hätte vor Muskelschwund, Gelenkerkrankungen und Entzündungen.
    "Testosteron dämpft die Leukotrien-Synthese und damit Entzündungen"

    Natürlich kannst du, @Lindy36, das für dich so entscheiden.

    Aber ich würde ohne zu zucken einen erwachsenen (!), kastrierten Rüden aus dem Tierschutz nehmen und ich kenne keine Studie, die sagt, dass Kastration statistisch gesehen nachteilig auf die Lebenserwartung geht.

    (Etwas anderes sind sehr jung kastrierte Tiere, auch die gibt es manchmal: "9 Monate alt, kastriert" - Frühkastration merkt man oft im Verhalten des Hundes, der scheint dann irgendwie dauer-infantil, das ist nix für mich)

    Ich kann schon aus Erfahrung sagen das Auslandshunde die besten sind!!!

    Nein.
    Sorry, dass ich das so hart ausdrücke aber so eine Romantisierung ist falsch. Es gibt tolle Hunde aus dem Ausland, tolle in deutschen Tierheimen, tolle vom Züchter... Und ich kann eine Seite dazu schreiben, was ich von der Idee halte, zu denken: "Hasso ist so dankbar, dass ich ihn aus der Tötung gerettet habe"

    Ich würde genau schauen, welchen Hund ich in eine Familie mit jüngeren Kindern hole. Das könnte unter bestimmten Umständen ein Hund aus dem Ausland sein, den ich vorher gut kennenlernen kann.
    :gut: @Mia10 - ich habe den Eindruck, du gehst das super an!

    Doch, die will bestimmt jemand.

    Das verzerrt es meiner Meinung nach auch und entspricht nicht der Wahrheit: Es gibt Hunde, die werden "Ladenhüter" bleiben: Zu kompliziert, zu alt, zu krank, zu unattraktiv. Klingt hart, ist aber so.

    Unklug ist lediglich den Pool der möglichen Endplätze für Tierheimhunde unnötig zu verkleinern, weil die Anforderungen völlig unreflektiert das eigene Ideal widerspiegeln.

    Aber: Beratung ergibt dann Sinn, wenn es Informationen zum Hund gibt. Das möchte ich überhaupt nicht bestreiten! Ich kenne es nur aus Erfahrung einfach nicht.

    Wie vorhin jemand schrieb, das Rentnerpaar mit 50 Jahren Hundeerfahrung, deren Tierarzt bestätigen kann, dass sie gute Hundehalter sind, sollen sich von jungem Tierschutzgemüse anhören, sie und ihr Zuhause seien ungeeignet für einen Seniorhund.

    (Nicht 50, aber über 30 Jahre Hundeerfahrung... aber ich denke es geht um's Prinzip)

    Ich stehe vor genau diesem Problem bei meinen Eltern, die jetzt so langsam bereit für den nächsten Hund wären. Und ich weiß wirklich nicht, wie ich ihnen begreiflich machen soll, dass der (uneingezäunte) Garten wohl ein größeres Gesprächsthema sein wird.

    Labradore, Goldi's wären für die Arbeit als Therapiehund ideal, nur als Partner für Agility nur bedingt geeignet...

    Ich könnte mir vorstellen, dass die Kombi aus Therapiehund (in der Art, wie du ihn brauchst) und Agility generell schwer wird.

    Denn die typischen Agi-Hunde sind ja sehr reaktionsschnell und "reizoffen" - die Art Therapiehundeausbildung, die du machen willst, braucht hingegen einen Hund, der in sich ruht und eine hohe Reizschwelle hat.

    Wieder ein neues Kriterium,

    Und genau DAS ist meiner Meinung nach das Hauptproblem. Was sind die Kriterien nach denen Hunde vermittelt werden? Das ist tatsächlich von Orga zu Orga (und von Kontrolleur zu Kontrolleur) verschieden und damit wirklich beliebig.

    Ich weiß nicht, wer es war, der vor einigen Seiten von Standardisierung sprach, die es geben müsse. Das ist genau der Punkt.

    Ob jetzt als Pflegestelle, für einen Welpen vom Züchter oder einen erwachsenen Hund aus dem Tierheim/Tierschutz gilt gleichermaßen: Deine Anforderungen passen zu einem netten Begleithund - die von dir präferierte Optik (die entsprechenden Rassen, bzw. Mischlinge aus diesen Rassen) und der Alltag lassen sich schwer kombinieren... gerade wenn es der erste Hund ist.

    Zu einem Beitrag hier wollte ich noch meine Erfahrungen schreiben:

    Was ich in meiner Umgebung so mitbekomme, sind fast nur Hunde, deren Eingewöhnungs-Aufwand den eines gut sozialisierten Welpen bei weitem übersteigt, und die oft nur sehr eingeschränkt "gesellschaftsfähig" werden.

    Persönlich ist das nicht meine Erfahrung. Meine Auslandstierschutzhunde (Nastro jetzt und sein Vorgänger) hätten sich für den beschriebenen Alltag nach einigen Wochen bei mir gut geeignet.

    Das Problem ist aber das Risiko, wenn du einen Hund aus dem Ausland holst, der nicht in Deutschland unter ähnlichen Bedingungen auf einer Pflegestelle gelebt hast. Es kann nämlich sein, dass "dein" Hund eher die Erfahrungen von @terriers4me bestätigt. Und dann?

    Nastro war ein Direktimport und ist ein völlig problemloser Hund geworden. Aber ich habe mich das nur getraut weil ich zum einen Hundeerfahrung hatte - zum anderen hätte ich mit so ziemlich allen Baustellen klar kommen können. (Nicht-Alleinebleiben-können wäre für mich ein Riesenproblem).

    Wenn du zur Pflegestelle wirst, kann es ja durchaus sein, dass der Hund etliche Monate bei dir bleibt. Das bedeutet, dass der beschriebene Alltag dann ja auch mit dem Pflegehund (=Direktimport) klappen muss. Das würde ich nicht riskieren.