Beiträge von Gersi

    Mein Schnuckiputzi darf alles,

    Ganz ehrlich? Meine Hunde dürfen bei weitem nicht alles.

    Eine Katze, die vorsichtig guckt, ist so fix wieder im sichern Raum, dass der Hund wahrscheinlich noch nicht mal geschnallt hat, was da passierte.

    Wir reden hier davon, dass Hundehalter, deren Hunde auf gesicherten Grundstücken eine Katze erwischen (das bedeutet: Katze war mind. ??? zehn Meter - mal ganz konservativ geschätzt - jenseits des Zauns), evtl. angezeigt werden können, wenn der Hund die Katze scheiße findet.

    Freigängerkatzen töten nicht nur die Hausmäuse (das ist eine spezielle Geschichte), sondern kacken auf meinem Grundstück die Staudenbeete zu, räubern Nester der Singvögel, die ich hege und pflege, sitze kackendreist unterm Futterhaus und warten auf leicht Beute?

    Und mein Hund wird ist potentiell gefährlich wenn er die Katze jagt, packt und ggf. verletzt???

    Wir hatten selbst eine (halb)wilde Katze. Wäre ich wieder Katzenhalterin, hätte ich wohl Freigänger... Aber die Vorstellung, dass meine Katze in allen Gärten der Nachbarshaft streunen darf (mit allen Konsequenzen für die Nachbarn)- und ihr niemand ein Haar krümmen darf - und wenn doch mach ich das große Fass auf? Das ist doch, mit Verlaub, völlig daneben.

    Ich bin ziemlich erleichtert, dass der Tenor hier ist, dass ein Hund, der auf eigenem Grundstück eine Katze angreift oder sogar tötet nicht per se ein gefährlicher Hund ist.

    Würde so etwas passieren, ginge es mir echt übel - einfach, weil ich weiß, dass es Menschen gibt, die um die Katze trauern. Wäre die Katze verletzt? Täte ich mein Möglichstes sie ganz schnell zum Tierarzt zu bekommen. Die Tierarztkosten? Ganz ehrlich? Ich hätte wahrscheinlich keinen Stress damit, die zu übernehmen.

    Aber Anzeige, Einstufung als gefährlicher Hund, Wesenstest - das ist für mich eine absolut beängstigende Blackbox, die im worst-case-Szenario ausspuckt, dass mein Hund nie mehr leinenlos laufen darf - oder ich ihn sogar abgeben muss. Und das wäre mein persönlicher Alptraum.

    leiderHundelos Bei uns ist in all den Jahren auch noch nichts passiert. (Ratten und Mäuse wurden gejagt und - aber das tatsächlich mit unserer Erlaubnis).

    Aber ich würde wirklich nicht die Hand dafür ins Feuer legen, dass die jetzige Hundekombi aus einer Mischung aus Territorial- und Jagdverhalten ungefährlich für Katzen ist.

    Wenn ich in unmittelbarer Nähe bin und die Hunde andonnern kann - breche ich sie sehr wahrscheinlich ab. Aber der Garten ist groß und wenn ich in einer Ecke die Beete vom Katzenkot befreie und die Hunde in anderer Ecke Patrouille laufen? Dann gehen die zu zweit im Vollspeed hinterher - bis zum Zaun (denn der Garten in dem die Hunde sind ist ja gesichert). In den Hunden ist eine gewisse Schärfe in dieser Hinsicht. Das wird so bleiben (Erziehung hin oder her).

    Deswegen Leinenknast im eigenen Garten? Ernsthaft nicht.

    Ich bezweifele dass bei irgendeinem Säugetier ein Trieb durch Erfüllung kleiner oder abgebaut wurde. (Auch hier darf jede/r gerne mal für sich das Beispiel mit dem Sexualtrieb durchspielen und Schlüsse ziehen.)

    Und auch meine Hunde dürfen kein Wild hetzen und greifen. Aber. Im Graubereich (der Hund kann seinem Trieb folgen - UND es ist für mich und mein Umfeld akzeptabel) blühen triebige Hunde absolut auf.

    Ich lasse Spuren suchen (wenn ich bspw. eine gute Position für eine Wildkamera suche), kontrolliertes Rattenjagen ist erwünscht etc...

    Die Hunde folgen dann ihrem Trieb, zeigen Jagdverhalten - sind kurzzeitig "heißer" als vorher (soviel zum Thema Triebabbau) aber langfristig tatsächlich erreichbarer durch mich. Und haben unendlich viel Spaß.

    Ich drücke euch alle Daumen, dass das funktioniert wie geplant. Etliche Hunde können das!

    Worauf ich achten würde:

    • neue Baustellen, auch wenn ihr keinen Zusammenhang zum Pendelleben seht.
    • gehäuft Magen-Darm-Geschichten, Hotspots oder ähnliche "Symptome"

    Damit meine ich nicht, dass ihr beim ersten Durchfall beschließt, dass euer Wechsel-Modell den Hund stresst. Aber mitdenken würde ich das in solchen Fällen dann immer.

    Sollte aber ein freilaufender Hund meine Katze z.B. in meiner Hauseinfahrt töten, sähe ich die Sache weniger sportlich. Ausserhalb des eigenen Grundstücks hat sich der Hund im Einflussbereich und unter Kontrolle des Halters zu befinden und das sollte nicht nur das Anfallen von anderen Hunden, sondern auch das Töten von Katzen ausschliessen.

    Absolut!!! Das steht für mich komplett außer Frage.

    Mich (be)trifft das Thema insofern als dass ich völlig genervt von den Freigängern auf dem Grundstück meiner Eltern bin, seit die keine eigene Katze mehr haben. Und ich kann weder die Hand dafür ins Feuer legen, dass Nastro und Sam eine Katze unversehrt lassen, wenn sie sie erwischen; noch kann ich garantieren, dass sie auf dem Grundstück immer so nah bei uns sind, dass wir sie abbrechen können - und würden die beiden gemeinsam hinter eine Katze her, die es nicht rechtzeitig auf einen Baum schafft? Zwei sehr schnelle, junge Hunde....

    Ich fände das furchtbar. Sehe aber auch nicht ein, auf dem eigenen, gesicherten Grundstück, die Hunde nur an der Leine zu führen... und das jetzt im Kontext von "Anzeige" zu lesen...

    Ich weiß, dass mehr von Motivation als von Trieb gesprochen wird. Aber für mich ist und war Trieb nie gleichbedeutend mit "unerreichbar". Kann bei manchen Hunden bedauerlicherweise in manchen Situationen so sein - aber das liegt an den entsprechenden Hunden und nicht am "Trieb".

    Wir reden ja auch vom Sexualtrieb, oder? Und natürlich kann ich meinen Hund kontrollieren, wenn er der Hündin gerne schöne Augen machen würde. Trieb bedeutet für mich also nicht "da kommt nichts mehr an".

    Mir tut die tote Katze Leid - keine Frage. Aber ob deswegen die Hunde gefährlich sind oder angezeigt werden sollten, steht für mich auf einem anderen Blatt.

    Meine Eltern hatten auf dem Grundstück vor ein paar Jahren regelmäßig die Hühner des Nachbarn. Die Hühner liefen frei und mochten den Garten, eine Glucke hat dort sogar ihr Nest gehabt. Gute Nachbarschaft, das bisschen Hühnerkot hat meine Eltern nicht gestört. In den Vorgängergeneration (mein Pudel-Mix, der Mix meiner Eltern) war auch alles easy.

    Bei Nastro? Ich habe einmal eine Tür geöffnet und auf der Treppe direkt hinter der Tür saß ein Huhn. Das hatte er dann im Maul bevor ich begriff was geschah. Er hat es ausgespuckt, sogar unverletzt.

    Hätte er es getötet? Wir hätten den Nachbarn Bescheid gesagt.... evtl. angeboten das Huhn zu zahlen.

    Katzen auf dem Grundstück? Werden verjagt. Finden beide Hunde kacke - und stören uns de facto mehr als die Hühner (denn die haben den Vögeln nix getan).

    Wenn jetzt Nastro und Sam gemeinsam eine Katze jagen und erwischen... keine Ahnung wie es der Katze dann ergehen würde.

    Wäre das ein Grund uns anzuzeigen?