Beiträge von Gersi

    Ignorieren - oder auch selbst den Raum verlassen...

    Ich weiß, dass das oft gepredigt wird - aber ganz ehrlich: Wenn ich auf dem Sofa sitze und lesen oder Fernsehen oder irgendwas machen will. Mein Hund kommt, bellt mich an und nervt mich?

    Warum sollte ICH dann den Raum verlassen - der Hund fliegt raus. Warum sollte ich Verhalten, dass ich nicht will, ignorieren? Das hat mir noch nie eingeleuchtet. (Abgesehen davon, dass man Hunde recht schlecht körpersprachlich "belügen" kann. Der Hund bellt, das bekommst du mit - und du wirst auch reagieren, selbst wenn du dir Mühe gibst, still zu sitzen und in die andere Richtung zu schauen.)

    Aber gut - ich werde auch sehr ungern angebellt.

    Zum Thema Auslastung: Scheint mir auch eher zu wenig zu sein. Passiert gefühlt häufiger in den letzten Jahren. Wenn es früher nicht genug Auslastung sein konnte, ist jetzt "bloß nicht zuviel" der neue Trend.

    Niemals würde ich einen Hund alleine mit einem Kind lassen.

    Ich weiß nicht warum - aber ich finde diesen Satz, weil er so absolut daherkommt, immer schwierig.

    Selbst habe ich keine Kinder - aber viele Freunde haben welche. Und ganz ehrlich? Ich will meine kindersicheren Hunde niemals mit Kindern alleine lassen - aber auch ich hatte schon Situationen wo mir an der Kaffeemaschine aufgefallen ist, dass wenn drei Erwachsene in der Küche sind, die Kinder (vorm Fernseher) und der schlafende Hund in irgendeiner Ecke gerade alleine und unbeaufsichtigt in einem Raum sind.

    Und das nach zwei oder vielleicht drei Tagen Besuch im Haushalt der Freunde.

    Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass es Eltern mit Hund gibt, bei denen Hund und Kind nie alleine in einem Raum sind.* Und deswegen ist diese Forderung so schräg - vor allem wenn Eltern sie äußern.

    *natürlich möglich, dass das eine weitere Eltern-Superkraft ist, die ich mir einfach nicht vorstellen kann. (Und die meinen Freunden leider offenbar auch abgeht.)

    Am häufigsten werden Kinder im Alter von 4-6 Jahren gebissen.

    Ich kenne jetzt die Statistiken nicht - bin aber sehr geneigt das zu glauben.

    Hunde können meiner Ansicht nach in der Regel Kleinkinder einschätzen. "Tut mir weh, wenn er auf mich fällt, meint es aber nicht böse. Ist halt ungelenk." Auch diese groben Kinder-Streichelversuche werden ja oft sehr nachsichtig toleriert.

    Ich möchte damit nicht sagen, dass man solche Situationen nicht unbedingt verhindern sollte - aber sie passieren eben - und ganz viele Hund reagieren da (das sind dann auch die üblen Videos) sehr langmütig. Nicht alle Hunde - aber eben doch viele.

    Ältere Kinder im Vorschulalter sind für Hunde etwas anders - und ich glaube, oft kippt es auch dann, wenn diese Kinder die Eltern nachmachen und dem Hund dann "Gehorsam" abverlangen - oder aber sich rücksichtslos verhalten - weil sie mit dem Familienhund bis dahin immer alles machen konnten.

    Puh - das tut mir Leid. Gut klingt das nicht.

    Was hat die Tierärztin denn generell für eine Prognose abgegeben - rechnet sie mit weiteren bleibenden Schäden, wenn der Hund die nächsten Tage überlebt?

    Trotzdem wäre mir mit Kindern, die später auch mal spontan Freunde mit nach Hause bringen, ein Hund lieber, der im Zweifelsfall eher dem Einbrecher dabei hilft, den Fernseher nach draußen zu tragen, als ernsthaft zu wachen.

    Ganz generell zum "Schützen" - jetzt nicht als Sport, sondern einen Hund, der seine Menschen beschützt und verteidigt:

    Das ist echt eine schlechte Idee.

    Vor allem wenn ihr Kinder aber keine Erfahrung habt. Kinder haben Besuch. Besuchskinder verhalten sich falsch. Kinder streiten sich, werden untereinander auch mal handgreiflich. Besuchskinder werden von Eltern abgeholt und streiten sich mit den Eltern... Besuchseltern verhalten sich für den Hund falsch... Kindern wird was weggenommen, sie weinen deswegen...

    Da kann so viel schief gehen, bei einem Hund, der selbst entscheidet, wann er wie ernsthaft eingreift.

    Hart gesagt: So gefährlich ist das Leben in Deutschland nicht - ein Hund, der (nicht als Sport sondern) wirklich Menschen schützt und verteidigt - der ist gefährlicher als euer Alltag ohne Hund.

    Nastro hat momentan auch so eine Katzenecke.

    Stillsitzende Katzen findet er sehr spannend, würde auch hinlaufen - aber die bringen ihn definitiv nicht in einen Tunnel. Katzenspuren nimmt er wahr, viel mehr aber auch nicht. Rennende Katzen (vor allem wenn er richtig nah ist) sind allerdings ein komplett rotes Tuch.

    Zweimal ist eine Katze auf dem Morgengassi aus einem Vorgarten aufgesprungen, als er gerade direkt daneben war. In diesen Vorgarten muss er jetzt jeden Morgen glotzen.... bin mal gespannt, wie lange. (Zu anderen Tageszeiten ist die Stelle übrigens deutlich weniger spannend).

    Wenn ich das richtig verstanden habe, dann seid ihr ja notfallmäßig in der Klinik gewesen - und die haben euch dann recht fix (weil es nicht lebensbedrohlich war) wieder nach Hause geschickt.

    Das ist keine Kritik an der Klinik - aber es war eben nur die Notfall-Behandlung.

    Hast du einen Haustierarzt? Zu dem solltest du gehen, weitere Untersuchungen machen lassen und dich dann noch mal beraten lassen.