Beiträge von Gersi

    Ich glaube damit du hier Antworten bekommst, müsstest du schreiben *was* mit dem Hund im letzten Jahr gemacht wurde.


    Was hat sie in der Zeit erlebt? Haus, das geht aus der Beschreibung hervor. Aber es werden ja irgendwelche anderen Dinge gelaufen sein?

    Waren denn andere mit ihr Gassi? Hatte sie Kontakt zu anderen Hunden?

    Garten? Garten mit anderen Tieren? Besuch bei euch in Haus und Garten?

    Was hat sie denn vorher bekommen? Ein Hund, der gerade Umzugsstress hat, bekomm5 hier immer erst mal das gewohnte Futter weiter.

    Dass dann innerhalb von 3 Wochen zig Sachen probiert werden, macht es leider nicht besser...wechselst du in der Erziehung / allgemein auch so schnell?

    Das mache ich auch immer so. Nicht drei Wochen voll - aber so 1-1,5 Wochen gibt es was es vorher gab (egal wie ich die Qualität des Futters beurteile.)

    ABER (!!!) jetzt bitte nicht das Futter umstellen auf das Futter der Züchterin. Das wäre wieder ein Wechsel.

    Ich glaube das Problem ist tatsächlich, dass (trotz Hundeschwemme, Konsummentalität und Vermehrerwelpen) wenig kleine bis mittelgroße Hunde abgegeben werden - es sei denn die Hunde sind wirklich problematisch.

    Und bei vielen Menschen, die einen Hund möchten, ist der erste Gang der ins Tierheim. Eben weil man was Gutes tun möchte - und denkt, dass es jede Menge unproblematische Hunde gibt, die keiner mehr will.

    Maximal 55 Zentimeter, unproblematisch mit Menschen, kein Panikhund, jünger als 12 Jahre. Das suchen viele, das wird kaum abgegeben - also werden solche Tiere importiert.

    Als ich das letzte Mal im Tierheim war, saßen da sehr große Hunde (60 cm aufwärts) und Hunde, die gebissen hatten und expliziert nur an Menschen mit viel Erfahrung abgegeben wurden. Dazu frisch importierte Junghunde und ein älterer, griesgrämiger Spitzmix, der aber auch schon einen Interessenten hatte.

    Das ist jetzt vielleicht echt ne blöde Frage, aber hattet ihr schonmal das Gefühl dass euer Hund etwas verstimmt war als er krank/verletzt war? :denker:

    Kannte ich vorher nicht wirklich - aber der Hund meiner Eltern hat uns gezeigt, dass das geht. Pfote kaputt, konnte über Tage kaum auftreten.

    War irgendwann echt bedröppelt. (Alle anderen wirkten mental irgendwie stoischer - aber er fand es offenbar richtig bescheiden dass über Tage nichts Spannendes passierte und er nicht konnte wie er wollte)

    Hast du einen Hund, der Schätze sammelt? Dann in der Box/Höhle/Lieblingsecke hinterm Sofa.

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    (Nastro liebte am Anfang seine Box, war komplett eingeschüchtert vom neuen Alltag - aber die Box war super. Nachts hat er Sachen gesammelt und reingetragen: Socken, irgendwas aus Papier... Irgendwann ließ das nach, die Box stand rum, er war angekommen.

    Ich bin kein besonders ordentlicher Mensch - und habe Chucks für viele Gelegenheiten. Irgendwann morgens war der hellgrüne, linke nicht zu finden. Ich habe mich geärgert, die grauen angezogen (geht immer), bin aus dem Haus. Ein paar Tage später das gleiche bei den weinroten...

    Dauerte noch ein bisschen, irgendwann fiel selbst mir auf, dass ich eigentlich ständig Dinge suche... Die Box beinhaltete schlussendlich: 2 BHs, drei Schuhe, Rotstifte, zwei leere Pizzakartons und etliche Socken. Ganz hinten versteckt, die Decke schön drüber gezogen...)

    Nun bin ich natürlich verunsichert. :face_with_head_bandage:


    Zum einen, weil sie Kot gefressen hat - wegen den potentiellen gesundheitlichen Risken. Zum anderen weiss ich nicht, wie ich das einordnen soll. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Kotfressen innert 3-4 Minuten dazu führt, dass sie plötzlich wieder kann. Wie seht ihr das? Besteht da ein Zusammenhang?

    Kot fressen ist jetzt nicht ideal - aber es passiert immer. Fast jeder Hund macht dies irgendwann im Laufe seines Lebens und es passiert gar nix.

    Ich würde jetzt erstmal davon ausgehen, dass gar keine gesundheitlichen Folgen aus dem Snack resultieren. Geht ja meistens gut.

    Die Ursache? Realistisch betrachtet wirst du es wahrscheinlich nie sicher wissen. Dass nach wenigen Minuten ein Effekt auf den Darm spürbar war, halte ich aber für ausgeschlossen. Ich glaube dem Hund ging's schlecht: Infekt, Magen verdorben, Stress oder eine Kombi. Er wusste nicht wohin mit sich, hat Kot gefressen.

    Falls er in ein oder zwei Tagen immer noch so seltsam ist, kannst du ja mal beim TA vorstellig werden - aber ich rate dir erstmal durchzuatmen.

    Was mich immer umtreibt ist, dass ich in den letzten zehn Jahren mehrere AWHs (angeblich) getroffen habe, in Städten, auf Hundefreilaufzonen oder o.ä. Geländen. Nach drei Sätzen waren die dazu gehörigen Menschen schon bei den "Prozenten". Ausnahmslos. Ausnahmslos waren das sehr junge Tiere, Junghunde meist... der älteste, so etwa 1,5...

    Waren immer alle dann verschwunden.

    Ich hoffe einfach sehr, dass die Leute, die teilweise in der Nachbarschaft gewohnt haben, immer in der Dämmerung mit den Hunden raus in die Pampa gefahren sind und ich sie deswegen nie wieder sah. Und dass sie reagiert haben, als sie merkten, dass ihr Gelaber ("das sind so besondere Tiere", "aber wenn man sich mit ihnen beschäftigt, sind sie zutraulich und sanft!") der Erkenntnis gewichen ist, was für Hunde sie hatten und sie alle entsprechend verantwortungsvoll damit umgehen.

    Das ist echt ein riesiges Dilemma:

    Hoffnungslos überfüllte Tierheime bringen keinem was.

    Hundeabgabe darf auch nicht "zu einfach" werden.

    Tierheime sind bei Fundhunden verpflichtet/finanziert, nicht bei Abgaben.

    Aussetzen? Schwierig mit den Chips, sicherlich auch gesamtgesellschaftlich betrachtet alles andere als wünschenswert.

    Den Hund verschwinden lassen? Ich glaube, das gibt es noch - aber wahrscheinlich wirklich selten... wer kennt schon jemanden, der wenn man nett fragt, den Hund mit in den Wald nimmt und alleine zurückkommt?

    Behalten? Evtl. kaum möglich; evtl. auch für andere Menschen gefährlich?

    Was also tun als Familie, denen der jetzt dreijährige Hund völlig eskaliert? Fehler gemacht. Sicherlich. Mehr als einen. Aber nichtsdestotrotz: Euthanasie ist nicht, Abgabe ggf. nicht (dreimonatige Wartelisten sind vielleicht aus zu lang) ...

    Wie nennt man das, was da vor sich geht?

    Fällt das unter "confirmation bias" (auf Deutsch "Bestätigungsfehler" wohl, wobei ich tatsächlich nur den englischen Begriff kannte.)

    Stelle gerade fest, dass kognitive Verzerrung auch als Übersetzung von confirmation bias genutzt wird. Hatte die beiden Begriffe nie wirklich in Verbindung gebracht. Spannend und danke (für die Fragen und die Antwort von Phonhaus)