Beiträge von Gersi

    Ich glaube, da hilft nur Üben.

    Zusehen, dass er nach wie vor Möglichkeit hat, mit Hunden, mit denen er gut kann, zu interagieren. (Nicht unbedingt wild toben, gemeinsam irgendwo lang schlendern ist auch super).... Aber ansonsten: Leine (im Zweifel ne kurze) dran. Wenn du im überschaubaren Gebiet bist, kann er ja weiter abgeleint sein - aber nur, wenn du garantieren kannst, andere Hunde vor ihm zu sehen.

    Ist jetzt eine blanke Vermutung: Aber ein intakter Rüde mit 1,5 Jahren will eigentlich nicht mit jedem Hund spielen. Zu erwarten ist, dass zumindest einige seiner Kontaktaufnahmen recht prollig sind (insbesondere bei etwa gleichalten, gleichgroßen Rüden).

    Er muss lernen, dass es Kontakt nur gibt, wenn du es erlaubst - er selbst kriegt keinen Kontakt - aber wenn er zu dir schaut, sich auf dich fokussiert wenn er einen anderen Hund sieht, passiert was Tolles (Futter, Spiel etc..).

    Ich schätze, du wirst einen langen Atem haben müssen - evtl. wird er auch aus Frust anfangen zu pöbeln. Auch da kannst du gegenwirken - drauf vorbereitet sein, solltest du.

    Mir wurde letztens erklärt, wenn ein Wurf kein Unfall war, sondern die jeweiligen Hundehalter sich sorgsam Gedanken über die Verpaarung gemacht haben, ist es eine "Züchtung". Deswegen habe die besagte Person auch einen Welpen von einem Züchter :klugscheisser: . Die Rasse heißt SSGR (SpringerSpaniel/GoldenRetriever)

    Ich glaube, dass die Unterscheidung Züchter/Vermehrer, die hier im Forum verwendet wird, recht ungewöhnlich ist.

    Außerhalb des DF:

    - Vermehrer (jemand der sehr viele Welpen unter schlechten Bedingungen "produziert")

    - Züchter (jemand der sich Gedanken hat und nur sehr, sehr selten bzw bewusst Welpen "produziert", für die er dann auch Abnehmer findet)

    ... evtl. wird noch der Begriff Hobbyzüchter gebraucht (macht das nur nebenbei, bleibt kaum was hängen)

    Ob jetzt "Rassehund ohne Papiere", Rasse mit Papieren, Mischling ... Das ist bei der "normalen Definition" von Züchter erstmal zweitrangig.

    Ich will damit nicht sagen, dass man sich diesen Definitionen anschließen sollte - aber wir sollten uns klar sein, dass wir mit der DF-Definition von "Vermehrer" auch (wenn auch nicht ausschließlich) das beschreiben, was viele auch unter (Hobby)züchter verstehen.

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    Auch bei "Rasse" ist die verbreitete Definition weniger streng als hier. Wenn es genug davon mit halbwegs einheitlichen Merkmalen gibt und die Verpaarungen bewusst herbeigeführt wird, erfüllt das für das Verständnis vieler schon die Kriterien für "Hunderasse".

    Es könnte auch unabhängig vom Geschirr und der Leine sein - nur weil das zur gleichen Zeit passiert (er kommt an die Leine/mag nicht mehr raus), muss das eine nicht der Grund fürs andere sein.

    Eventuell haben seine Sinne noch weiter nachgelassen und es ist Unsicherheit? (würdest du, btw, in der Wohnung evtl. gar nicht merken - in den eigenen Wänden bewegen sich sogar komplett blinde Hunde manchmal völlig problemlos)

    Wenn ich richtig verstehe, musste der Hund nur zweimal Durchfall absetzen. Das letzte Mal vor über zehn Stunden?

    Damit ist der Joghurt dann def. raus. Wenn er weiter Durchfall hat, ist es nicht (nur) der Joghurt, dann würde ich evtl. morgen (zu normalen Sprechzeiten) zum Tierarzt.

    Wenn er trinkt (gefressen hat er ja), würde ich mir absolut keine Gedanken machen - unabhängig davon, wie lange ihr ihn schon habt.

    Wenn er nicht trinken sollte, ist er ein Notfall.

    (Und ich würde auch in Zukunft einen Fastentag einlegen.)

    Kann ich von Erwachsenen nicht ein Mindestmaß an Manieren und Anstand verlangen?

    Verlangen auf jeden Fall - aber eben nicht von allen erwarten. Und je voller es ist, desto höher das Risiko, dass der Hund bedrängt wird. Ist scheiße, ist aber die Realität.

    Wenn ich Verantwortung für meinen Hund übernehme, dann stelle ich mich den Tatsachen: Hund in der vollen Bahn - es gibt die Möglichkeit, dass er angepackt wird und ich es nicht verhindern kann.

    Und deswegen gebe ich Hundundmehr völlig Recht: Wenn der Hund nicht zuverlässig harmlos in solchen Situationen ist, muss ich ihn mit einem Maulkorb sichern - oder auf diese Situationen (Öffis, Fahrstühle, volle Einkaufsstraßen etc...) verzichten.

    Frage zum 20/40-Sachkundenachweis in NRW.

    Bei uns war es so, dass wir den Sachkundenachweis nicht brauchten, weil wir schon vorher über x Jahre einen großen Hund bei der Gemeinde angemeldet hatten. (War ärgerlich, weil wir das erfahren haben, nachdem wir den Nachweis gemacht/gezahlt hatten und einreichen wollten.)

    Ist das generell in NRW so? Oder eine Regelung, die von Kommune zu Kommune anders entschieden wird?

    Nachdem was du hier beschreibst, kannst du "Deprivationsschaden" als worst-case-Szenario wohl streichen.

    Wenn du jetzt (evtl. mit Unterstützung durch einen Trainer) anfängst ihr dabei zu helfen, mit Aufregung umzugehen und zu lernen sich zu beherrschen, ist zwar Einiges verpasst worden... aber bei Weitem nicht alles verloren.

    Wichtig scheint mir:

    • eine Balance zwischen Auslastung/Auspowern (das kam ja sehr kurz) und Ruhe zu finden. Dein Hund ist momentan schnell überfordert, weil sie wenig kennengelernt hat. Irgendwann knallen dann die Drähte aneinander und sie kann nur noch laut und wild. Ihr müsst jetzt was aufholen - aber eben so dosiert, dass sie es verarbeiten kann.
    • das Gleiche gilt für den Kontakt zu anderen Hunden; hier ganz konkret: Ein Hund sollte Kontakt zu Artgenossen haben - das heißt bei Weitem nicht, dass sie Kontakt zu allen (oder auch nur den meisten) Hunden habt, denen ihr begegnet. Aber generell muss sie die Chance auf Interaktion haben - die sie auch erst lernen muss. Aber genau wie im ersten Punkt: Es kommt sehr auf das richtige Maß an.

    Ich würde mir wirklich einen Trainer suchen, der euch dabei hilft. Denn zwischen "endlich was mit dem Hund machen" und "den Hund völlig überfordern" ist in eurem Fall die Grenze wahrscheinlich fließend.

    Ich befürchte, dass du da einiges an Arbeit haben wirst.

    Bitte lies dir das zuerst in Ruhe und gründlich durch: https://www.pfoetchen-residenz.de/infos/blog/dep…haden-beim-hund

    Wir haben wirklich zu wenig Infos um hier irgendwas beurteilen zu können.

    Deprivationsschaden ist aber mehr als ein Hund, der versauert ist!

    Jetzt mal rein hypothetisch: Wenn der Welpe gut beim Züchter lebte, mit 12 Wochen zur TE gezogen ist, in einer Familie lebte, hin und wieder Besuch kam und man den Hund in den ersten Wochen ein paar Mal irgendwo mit hingenommen hat - dann hat er Lücken, klar. Aber ein Deprivationsschaden muss definitiv nicht sein!

    Ich finde es überhaupt nicht hilfreich, solche Diagnosen inflationär zu verwenden.