Beiträge von Gersi

    Das hängt echt vom Hund (und nicht von den Menschen) ab.

    Nastro ist eher distanziert, sein Vorgänger brauchte Kontaktliegen regelrecht. Der hatte sogar das Pudel-Couch-Privileg. Ein, zwei, drei Tage ohne Kuscheleinheiten war okay... aber spätestens dann musste er mal ein paar Stunden angedockt schlafen.

    Der momentane Hund meiner Eltern? Unglaublich verschmust. Wirklich irre. Ein Riesenkalb, das sich jeden Abend (spätestens) einen Menschen sucht für Nähe. Kontaktliegen, Kraulen... Dessen Vorgänger? Brauchte das kaum.

    Normalerweise glaube ich oft, dass Menschen ihre Hunde unbewusst deutlich mehr prägen als sie glauben. Aber zumindest beim Kuschelbedürfnis? Erkenne ich hier gar kein Muster. Mancher Hund will, mancher nicht.

    Kann eigentlich jeder Tierarzt einen "Sehtest" machen? Also eine belastbare Einschätzung liefern, ob der Hund gut sieht? Oder sollte ich da direkt zu einem Spezialisten?

    Hintergrund: Nastro "scheut" seit ein paar Tagen gelegentlich vor Türdurchgängen. Habe gerade festgestellt, dass es dann auftritt, wenn er aus einem Raum kommt, indem das Licht an ist und ins Dunkle muss. Als ich ihn ganz frisch hatte, gab es solche Anwandlungen auch. Aber seit ein paar Jahren ist er eigentlich recht unerschrocken.

    Ah vielleicht liegt mein 'auch tobende Hunde beissen ernsthaft' auch an den Rassen mit denen ich zu tun haben. Die sind nicht grad fuer Stille bekannt und je hochgefahrener/aufgeregter, desto lauter.

    Das könnte vielleicht wirklich sein. Ich würde niemals sagen "Hunde, die bellen, beißen nicht". Aber ich hätte bevor du das so ausführlich beschrieben hast, tatsächlich gesagt: "Wenn es richtig ernst wird, ist es meist verdammt leise (bis einer schreit)". Insofern: Danke dafür, habe wirklich was gelernt.

    Ich habe gerade mal überlegt, was meine offline-Hundewelt sagt.

    Da wird (zumindest sofern ich mich erinnere) wirklich nicht davon gesprochen, dass der Hund ein "Loch" hatte oder eines produziert hat.

    Das Phänomen: Kämpferische Auseinandersetzung, bei der eine Bagatell-Verletzung passiert, ist aber sehr wohl bekannt. "Prügelei" und "Schrammen" sind dafür die Wörter (ja ... und es wissen alle, dass es nicht im buchstäblichen Sinne "Schrammen" sind, wenn die Wunden von Zähnen gemacht wurden).

    Also auch wenn der Begriff hier eher ungewöhnlich ist; ein Euphemismus im Vergleich zum Vokabular jenseits des Dogforums sehe ich deswegen nicht. Da klingen "Schrammen" noch harmloser.

    Ich finde dieser Art der Auseinandersetzung übrigens undramatisch. Nicht erstrebenswert, ich versuche "Prügeleien" zu vermeiden - aber nicht um jeden Preis. Meine Hunde dürfen kommunizieren (nein, nicht mit jedem zum "Hallo sagen" - aber in einem bestimmten Rahmen.) Und sie dürfen dabei in Konflikten sein und Handlungsmöglichkeiten erproben. Und ja, alle Jubeljahre* knallt es mal.

    *Jubeljahre = Nastro hatte sein Leben lang zwei Prügeleien, die letzte liegt drei (?) Jahre zurück.

    Ich würde auch direkt einen Maulkorb besorgen und (untrainiert) aufsetzen wenn es eng wird (Treppenhaus, Öffis, Fahrstühle...)

    Natürlich sollte niemand fremde Hunde anfassen - aber das gehört zu den Dingen, die einfach immer passieren werden. Und da der Hund das Verhalten steigert (von Abschnappen zum Zuschnappen) würde ich mich nicht drauf verlassen, dass er das nicht noch weiter steigert - und ggf. auf andere Personen ausweitet.

    Dass andere Personen etwas "nicht tun sollten" bedeutet ja nicht, dass niemand es tut. Und die Verantwortung für meinen Hund (unabhängig vom Verhalten anderer) trage ich.

    Es gibt ja hin und wieder Katzen, die nicht vor Hunden weglaufen.

    Habt ihr so ein Exemplar in der Nachbarschaft? Dann ist zwar der Reiz "Katze" da, aber nicht gepaart mit dem Reiz "flüchtendes Tier". Bei Katzen, die vor ihm fliehen, ist Nastro auch schwer kontrollierbar. Bleibt die Katze sitzen, ist es ganz anders, da ist er deutlich ansprechbarer. Vielleicht ist das ein Fenster durch das du arbeiten kannst?

    Wenn der Hund fit ist, würde ich das Blut abnehmen und Röntgen in einem Termin machen lassen.

    Da kann ja evtl. sogar der gleiche Zugang genutzt werden: Erst Blut raus, dann Narkose rein. Und das nur falls der Hund wirklich in Narkose gelegt wird; evtl. reicht ja auch Sedieren? Geht ja nur um Zähne und Röntgen.

    Und ein paar Tage später die Tollwutimpfung - denn die anderen Untersuchungen sind ja nicht anstrengend für den Körper des Hundes.

    Hätte der Hund jetzt Wehwechen, wäre älter... dann würde ich warten, was der Blutbild vor der Narkose sagt... aber so? Bei mir wären das zwei Termine mit ein paar Tagen Abstand, es sei denn mein TA rät zum Anderen.

    Dass sie den Pilzsammler angeknurrt hat würde ich eher auf Unsicherheit schieben. Passt ja von der Herkunft, dem Alter usw

    Nastro würde auf diese Pilzsammler auch reagieren - und zwar aus Territorialverhalten. Unsicherheit könnte es bei der TE natürlich auch sein; beim Pilzesuchen laufen Menschen schließlich komisch... aber sie könnte durchaus richtig mit ihrer Einschätzung liegen.

    Was hilft? Gehorsam (den Hund abbrechen können; Alternativverhalten abfragen können) - und ein gutes Auge für strategische Positionen. Wo er liegen darf macht für meinen Hund einen großen Unterschied, ob er wacht oder ob er es lässt.

    Ansonsten bin ich in manchen Konstellationen einfach wirklich vorsichtig. Gestern war das Wetter durchwachsen, in dem Straßencafé, in dem wir uns oft aufhalten, war wenig los, wir hatten einen Bereich fast für uns alleine. Für mich wenig überraschend musste ich Nastro eng kontrollieren, er hätte sonst angefangen, die wenigen Passanten, die uns nahe kamen zu verbellen. Gleiches Café, rappelvoll? Er liegt maximalst entspannt rum. Ich kann mittlerweile einschätzen, unter welchen Umständen etwas "zu seinem" Platz werden könnte. Das wirst du auch lernen.

    Klar, wahrscheinlich wäre es irgendwie managbar. Aber zu welchem Preis? Nie wieder unüberlegt einen Schritt machen, jeden Handgriff durchplanen. Gar keine Freiheit mehr im eigenen Heim und trotzdem immer die Angst, dass doch etwas schief geht.

    Das möchte ich noch mal unterstreichen - und ich verstehe auch deinen Trainer nicht, ehrlich gesagt.

    Dass du (oder ihr beide, wenn dein Partner die potentielle Gefährlichkeit der Hunde zukünftig korrekt einschätzt) wirklich IMMER aufpassen müsst? Und regelmäßig (Arbeit, Einkaufen, Arzttermin) ein Erwachsener allein die Verantwortung für unberechenbares Kleinkind und gefährliche Hunde hat? Nach X Tagen, Wochen, Monaten, Jahren passiert da doch ein Fehler.

    Freunde von mir habe gerade Covid, denen geht es dreckig, das Kleinkind ist krank und quengelig - aber munter. Die schaffen just mal so grundlegende Hygiene und ausreichend Essen auf dem Tisch. Auch Magen-Darm knockt mal gerne beide Elternteile aus. Und dann in einer Situation leben, wo man auch völlig am Boden um vier Uhr morgens NIEMALS vergessen darf, die Kindersicherung am Gitter/an der Tür/wo auch immer wieder dranzufummeln?

    Von profanen Bedürfnissen wie auch mal locker lassen, abends einen Wein zu trinken, Freunde zu Besuch etc. ganz abgesehen...

    In irgendeinem anderen Thread ging es schon mal darum, wie unrealistisch dieses "Kinder-und-Hund(e)-niemals-unbeaufsichtigt" im Alltag oft ist. Und da war tatsächlich Tenor, dass eigentlich KEINER das schafft. Und selbst wenn ihr räumliche Trennung und einen Work-Around um Klassiker wie "Kind puzzelt gerade glücklich vor sich hin; Hunde ruhen; aber Mensch muss aufs Klo" findet... Türsicherungen (auch doppelte Schleusen) sind sicherlich eine angemessene Sicherung und Menschen können Routinen lernen. Aber das sind Szenarien aus dem Job - z.B. im Tierheim... aber das sind keine Anforderung für jede Minute des Alltags.