Beiträge von Gersi

    Ich glaube das Problem ist das Level an Untersuchungen, das du bräuchtest um auch nur einigermaßen Sicherheit zu haben - das ist dann bei einem Freizeithund schon "mit Kanonen auf Spatzen geschossen".

    Bleibt es bei einer oberflächlichen Begutachtung, bist du de facto genauso klug wie vorher.

    Zu der Frage:

    Unterernährung in der Junghundezeit zum Beispiel: führt das zu Osteoporose, Arthrose oder ähnlichem? Haben solche Hunde schneller Probleme mit Nieren, Leber?

    Rein anekdotisch: Meine bisherigen Tierschutzhunde (komplett durchgemixt) waren überdurchschnittlich gesund und langlebig. Und zumindest zwei waren definitiv unterernährt. Einer war recht proper aber komplett ungepflegt und hat sich sehr sicher von Abfällen ernährt.

    Ich finde es relativ unproblematisch meinem Hund mehr Kontakt als 1-2x die Woche zu ermöglichen. Ich treffe eine Nachbarin beispielsweise wirklich täglich, ohne Verabredung. Gleiche Zeiten halt.

    Ich brauche ja nur halbwegs gechillte, ältere Hunde. Und die gibt es doch in jeder Nachbarschaft? Und Hundehalter gehen doch eh immer zur gleichen Zeit?

    Der Hundekontakt muss ja keine Menschenfreundschaft werden. Der Hund muss nicht gut erzogen sein, er muss nur einfach soweit sein, dass er sein Ding macht. Und dann geht mal halt 50 Meter nebeneinanderher bis die Nachbarin in den Park abbiegt.

    Ich habe da echt keine großen Ansprüche und werde deswegen immer fündig. Den passenden "Bolzpartner" zu finden, kann schwieriger sein. Aber Hundekontakt? Der muss doch möglich sein, wenn man nicht mitten in der Pampa wohnt.

    Chihuahuarüden namens Rambo

    Ich hatte mal einen Pudel. Vor DF-Zeiten - sonst wäre er bestimmt besser geraten....

    Der konnte Schwäche riechen. Wenn ein größerer Hund (= 40 Zentimeter aufwärts) zu beeindrucken war, hat Timmi (nein, das ist nicht der ungewöhnliche Name) herausgefunden, wie er Terror verbreiten konnte.

    Er war ein Mobber. Er hat leidenschaftlich gerne junge Boxer o.ä. gejagt.

    Und dann kam der Chihuaha.

    Der erste "Bruch" war der Typ zum Hund. Der sah aus wie ein Türsteher einer schlechte Disko. Da hätte ich am anderen Ende eher einen Rottweiler erwartet. Der zweite "Bruch" war der Pudel. Der vom Chihuaha attackiert und über die Wiese gejagt wurde.


    Der Chihuaha? Hieß Tyson.

    Ich finde 1-2 mal die Woche Kontakt zu Hunden auch zu wenig.

    Nicht immer (nur) Rumgebolze - das kann in dem Alter auch schon schwierig werden. Aber 100 Meter mit dem 14jährigen Dackel der Nachbarin schlendern? Solche Kontakte muss es mehr geben - dann ist ein Hund am Horizont nicht mehr die Sensation. Nicht 2x täglich - aber alle zwei Tage mindestens fände ich angemessen. (Und hatte auch ehrlich gesagt noch nie einen Hund, der auf weniger kam.)

    (Plus Frustrationstoleranz, Leinenführigkeit etc pp) Das Hundeleben sollte nicht nur aus Ruhe und Fokussierung auf Menschen bestehen.

    Ich finde zehnjährig für einen Hund auch zu jung, um sich entsprechende Gedanken zu machen. Wäre er 17, und die Option gäbe es für dich in zwei Jahren noch mal - DANN könnte ich die Überlegungen verstehen.

    (Und, aber das ist wahrscheinlich Einstellungssache: Ich persönlich finde "Stress im Mehrfamilienhaus" sehr unangenehm. Nicht so schlimm wie "Stress im eigenen Haushalt" - aber signifikant belastender als sonstige Konflikte - einfach weil es so nah an der Privatsphäre ist.)

    Alleine bleiben neu aufbauen, wäre sicher lästig - aber der Hund kennt ja das Prinzip. Also wenn es auch auf Anhieb nicht klappt, das Training geht sicher fixer als beim ersten Mal!

    Problem ist nur, das der Mensch nur einen kleinen Teil der Hundekomunikation mitbekommt und somit mit seinem Eingreifen immer grob und ungenau ist.

    Es mag natürlich Ausnahmen geben - aber ich glaube, das trifft tatsächlich auf die meisten Menschen zu.

    Und ich werde teilweise kirre wenn ich andere bei ihren "Begegnungs-Management"-Versuchen zuhören muss. Viel Hektik, viel Angst (?), null Vertrauen in das eigene Tier, die Stresshormone kann ich fast riechen. Nicht immer - aber gefühlt immer öfter. Vielleicht der extreme Gegentrend zu "die machen das unter sich aus!"?

    Natürlich gibt es Hundekenner, die ihren Hund und die Situation gut lesen und angemessen eingreifen, so dass die Hunde zunehmend souveräner werden. Aber oft nehme ich es als grobe Selbstüberschätzung war. (Und weil es sonst immer gleich unterstellt wird: NEIN, ich finde nicht, dass unbekannte Hunde, "Hallo sagen" müssen oder jeder Hund immer spielen will.)

    Panini13 Auch wenn dir das zur konkreten Situation nichts hilft: Aber ich kenne kaum eine Konstellation von gleichaltrigen intakten Rüden von ähnlicher Größe, die als Welpen spielten und in erwachsenem Alter gut klar kamen.

    Ich weiß nicht, woran das liegt, aber ich kenne mehr Feindschaften zwischen ehemals besten Junghundkumpeln als andauernde Freundschaften.

    Ich hoffe bei dir und deiner Schwester entwickelt sich das anders.

    Wenn ich das irgendwie so von euch höre finde ich es irgendwie sehr unheimlich, dass da bei so vielen Hunden so wirklich echte Beschädigungsabsicht da ist, das kenn ich hier so gar nicht.

    Vor allem scheint es ja oft so grundlos(?) zu sein, aka man trifft sich auf nem Spaziergang. Hier gibts eigentlich nur Ärger wenn man wirklich das Gebiet eines anderen Hundes betritt.

    Ein Teil ist einfach verzehrte Wahrnehmung. Über unspektakuläre Begegnungen, schreiben wir alle ja nur selten etwas. Ich persönlich habe in 32 Jahren Hundehaltung in Deutschland (Kleinstadt und drei verschiedene Großstädte) nur einmal erlebt, dass mein Hund ernsthaft, mit Beschädigungsabsicht attackiert wurde.

    (Und - aber da bin ich mir ehrlich gesagt unsicher - hin und wieder denke ich, dass Dinge, die ich als "Geprolle" oder sogar nur "Scheinattacken" beurteile, hier auftauchen unter "Mein Hund wurde angegriffen, ich konnte den Angreifer noch just blocken, sonst wäre mein Hund tot" laufen.)