Beiträge von Gersi

    Ich glaube, Leute, die überwiegend in der Züchterwelt unterwegs sind, machen sich zuweilen(!) kein Bild, wie oft Leute eben keine Ahnung haben, was zu ihnen passt.

    Wir (Familie) haben seit Mitte der 80er Hunde. Der erste mangels besseren Wissens vom Mischlingsproduzenten (aka Hobbyzüchter) danach Tierheim/Tierschutz.

    Vor 5,5 Jahren habe ich Nastro bekommen - und da schon Schwierigkeiten gehabt, gut genug für eine Orga zu sein. Als mein alter Vater nach dem Tod seines letzten Hundes wieder bereit war? Keine Chance - und ich habe ihm die Demütigung erspart.

    Und ganz ehrlich: Das kann doch nicht sein. Wirklich nicht. Beide Plätze (bei mir und bei meinen Eltern) sind gute (wenn auch nicht perfekte) Plätze. Wir wissen was zu uns passt. Wir haben Erfahrung. Wir haben Ressourcen, wir haben noch nie einen Hund abgeben müssen. Wir haben nur deswegen noch keine 6-Hunde-plus-Erfahrung weil unsere immer steinalt wurden.

    Und @Cindychill natürlich ist meine Erfahrungsbasis beschränkt. Nein, ich habe nicht bei 200 Tierschutzorgas eine Absage gekriegt, weil ich nicht barfe, weil ich als Lehrerin zu lange außer Haus bin oder weil in der Stadt wohne. Aber ich habe bei genug Orgas Absagen kassiert, dass ich wirklich ins Grübeln gerate.

    Entweder ist mein Ziel Hunde zu vermitteln - und dann ist befriedigend ausreichend genug um dorthin zu vermitteln - oder ich gehe in den ganz seltsamen Bereich: Beispielsweise "OH?? Sie haben einen Garten ABER der ist nicht eingezäunt??" vs "In Wohnungen ohne Garten vermitteln wir grundsätzlich nicht"

    Gefühlt sind etliche Orgas in den ganz seltsamen Bereichen unterwegs.

    BellaMN Ich finde das ehrlich gesagt absurd.

    Mal angenommen, ich entscheide mich nach Nastro wieder für einen Tierschutzhund.

    Ich habe gewisse Vorstellungen was ich ungefähr will und weiß auch, was in meinen Alltag passt.

    Ich bin und werde keine perfekte Hundehalterin - aber sicherlich ein besserer Platz als ein Tierheimzwinger oder ein Shelter irgendwo.

    Ein Tierschutzverein hat Hunde, die er vermitteln möchte (das ist ja schon das Ziel?).

    Über diese beiden Fakten besteht doch Konsens, oder?

    Wieso zeigt er mir die Hunde nicht, damit ich entscheiden kann, ob ich Interesse bekunde und in den "Vermittlungsprozess" einsteige? Niemals würde ich blanko einen Bewerbungsbogen ausfüllen, damit unbekannte Menschen, von deren Kompetenz ich rein gar nix weiß, mir Blind-Date-mäßig Kandidaten präsentieren, von denen diese Menschen glauben, "das könnte passen". Und vor allem: Das tut doch auch sonst kein Mensch, der seinem eigenen Urteil bzgl. Hundeanschaffung, halbwegs vertraut.

    Was ist denn real tatsächlich der Unterschied zwischen Züchter (VDH) und Tierschutzorgas? Beides sind einfach nur Menschen mit ihren Vorstellungen, wo ihre Hunde hinkommen.

    Der Anspruch, der mit Tierschutz einhergeht, "Gutes" zu tun, ergibt eben eine gewisse Fallhöhe. Wenn jemand Hunde züchtet, dann tut er das evtl. für den Fortbestand/Weiterentwicklung der Rasse, als Hobby, evtl. auch um Geld zu verdienen - aber nicht mit diesem moralischen Überbau, den viele (wenn nicht alle Tierschutzorgas) haben.

    Und ich finde es einfach wirklich schade, dass manche Hunde nicht vermittelt werden, weil der "perfekte" Interessent nicht da ist - oder aber im anderen Extrem, dass Hunde nach Deutschland gebracht werden, die mit ein wenig Realismus betrachtet, hier gar nicht wirklich funktionieren können.

    Jetzt steht fest: Es warne tatsächlich (in diesem Fall ganz bewußt produzierte) Wolfshybriden:

    Nicht wirklich die komplette Überraschung, dass es Hybride waren; der Grad (F1 und einmal wohl F2 lt. verlinktem Text) ist aber wirklich, wirklich krass. Da kann keiner mehr sagen, der Züchter habe das nicht gewusst.

    Diese Szene habe ich echt gefressen: Die absurde Wildnis-Romantik genauso wie die Blindheit gegenüber dem Leid der Tiere und der Gefahr, die entlaufende/verwilderte Hybride für die Wolfspopulation darstellen...

    Leider musste ich die Erfahrung schon machen, dass es nicht wirklich viel gibt, was man machen kann, um einen Hund abzuhalten, der wirklich töten will, gibt zum Glück duese Fälle eher selten.

    Das ist auch meine Einschätzung. Da hilft dir weder Tierabwehrspray, noch Wasser, noch Discs, noch Anschreien.

    Aber - wie Boerkur völlig richtig sagte, *solche* Kaliber sind selten.

    Wenn der andere Hund wirklich so drauf ist, würde ich auf jeden Fall gedanklich durchspielen, ob die eigene Leine loszulassen, eine Option ist. Ich weiß, dass das hier völlig verpönt ist - aber es gäbe deinem Hund zumindest Ausweich- und ggf. Fluchtmöglichkeiten, die er an der Leine nicht hat.

    Das "gefällt mir" oben ist für den Aspekt, der immer komplett untergeht: Pflegestellen machen Fehler (die ich vielleicht nicht machen würde) und die Infos, die sie in den ersten Tagen über den Hund gewinnen, sind nicht wirklich belastbar.

    Aber gerade viele Hundeanfänger sind vielleicht auch mit einem Direktimport, der sich erstmal gar nix traut, überfordert. In solchen Fällen ist eine Pflegestelle Gold wert.

    Mit Schilddrüse kenne ich mich nicht aus, wäre aber wohl der Klassiker;

    ansonsten fallen mir die Sinnesorgane ein, die würde ich checken lassen und evtl. den Hund einfach mal für zwei Wochen mit Schmerzmitteln eindecken und gucken ob es da eine Veränderung gibt.

    Aber ich fürchte du wirst nicht physiologisches finden, sondern hast in der Geschichte schon die Antwort.

    Wir haben ihn seit er ungefähr 3 Wochen alt ist, demnach wurde er auch mangelernährt, hat bestimmt einige Defizite durch das Fehlen von Mutter/Wurfgeschwistern,

    Ein Versuch ist es aber auf jeden Fall wert - und ich drücke die Daumen, dass ihr eine (gut zu behandelnde) Ursache findet!!!

    Zusammenbrechen tut von denen aber keiner, wenn ich mal rumbrülle (kommt selten genug vor und richtet sich meist gegen irgendwelche technischen Geräte, die mich vorher bösartig in den Wahnsinn getrieben haben),

    Zumindest ich habe das so auch nicht gemeint.

    Am Anfang, als Nastro noch so wahnsinnig weich war, hatte er auch wenig Probleme damit, wenn ich den Fernseher bei Fußballspielen angebrüllt habe.

    "Zusammengeklappt" ist er, wenn es sich gegen ihn richtete. Und zwar jetzt nicht "anbrüllen" - aber ein scharfes Wort, deutlich gesprochen, köpersprachlich unterstrichen. Sein Vorgänger hat "leiser" oft gar nicht reagiert, mich de facto "überhört". Der komplett normale Umgang mit dem Pudel-Mix war für Nastro zu grob.

    Wenn "älterer Hund" tatsächlich hochbetagt ist, sähe ich bei absoluten Hundeneulingen eigentlich nur zwei Schwierigkeiten: die Treppen und die Entscheidungen beim Tierarzt.

    Ein guter Tierarzt (nicht gut im Sinne von "Spezialist") sondern gut im Sinne von ausgewogener Einstellung zur Angemessenheit von Diagnostik/Behandlungen kann da sicherlich viel ausgleichen.

    Zu den Treppen: Zu groß/schwer sollte der Hund nicht sein UND auch bei kleineren Hunden ist nicht unbedingt gegeben, dass die sich tragen lassen. Darauf müssten deine Freunde also achten - oder das als erstes trainieren.

    Ansonsten sind ältere Hunde natürlich weniger formbar - man baut sein Leben eher drumherum.

    Hunde, die abgestumpft worden sind.

    Das ist mit Nastro passiert. Vor ihm hatte ich einen Pudel-Irgendwas-Mix - der war tatsächlich eher führerhart. Hat keiner bei blonden Locken erwartet, war aber so.

    Ähnlich wie @Wuggi liegen mir solche Typen eher. Natürlich nicht im Extrem - aber einen Hund, der auf minimale Missfallens-Äußerungen meinerseits reagiert, indem gar nix mehr geht, finde ich kompliziert.

    Am Anfang war Nastro so. Das hat sich über die Jahre auf ein sehr, sehr angenehmes Maß eingependelt. Ich selber bin viel zurückhaltender geworden in meiner Kommunikation (leiser, weniger Körpersprache, etc.) - aber er ist auch viel robuster geworden.