Beiträge von Gersi

    - Es fehlt der Statistik aus NRW an entsprechenden Vergleichszahlen, da nur wenige ausgewählte Hunderassen ausgewertet werden und es keinen Gesamtüberblick über alle Rassen gibt.
    - Da in NRW bestimmte Rassen gar nicht oder nur unter strengen Auflagen und meist hoher Hundesteuer gehalten werden dürfen, wäre zu untersuchen, wie hoch der Anteil der illegal gehaltenen Listenhunde ist und welchen Anteil sie an den gemeldeten Beißvorfällen ausmachen.
    - Es handelt sich um eine Statistik über gemeldete Vorfälle. Es ist also nicht auszuschließen, dass hier große Hunde und insbesondere Listenhunde überrepräsentiert sind, da sie eher als gefährlich wahrgenommen und gemeldet werden.

    Glaubst du wirklich, dass auch nur einigermaßen die Chance besteht, dass selbst wenn diese Faktoren berücksichtigt werden, die Anzahl der Beißvorfälle der Listenhunde ihrem Anteil an der Gesamtpopulation (oder meinetwegen der Gesamtpopulation der schlecht-gehaltenen Hunde) entspricht?

    Ich finde 3 zu 0,6 schon sehr signifikant.

    Wir haben uns unterhalten und nach 10 Minuten aus dem Nichts heraus (!) ist sie auf ihn los. Mit Bellen und beißen, sie hat zuerst seinen Schuh erwischt und anschließend das große Kissen das er in der Not vor sich gehalten hat. Ich hatte große Mühe sie an ihrem "Haltegriff" am Geschirr zu packen. Sie hat sich auch nicht mehr beruhigt und er ist gegangen, was wahrscheinlich ein Fehler war, denn so hat sie ihr Verhalten als Erfolg verbucht.

    Das ist für mich ein Punkt, an dem ich der Meinung bin dass

    - sich ein Profi das vor Ort angucken muss

    - und der Hund bis dahin mit Maulkorb gesichert wird.

    Alles was wir hier schreiben, können nur Ferndiagnosen sein.

    (Profi vor Ort: Trainer, der zu euch nach Hause kommt - eine Gruppe in der Hundeschule ist nicht das was ihr braucht)

    Es war die richtige Entscheidung.

    Das Alter und so ein Befund - da wäre keine gute Zeit mehr gekommen. Das war unheilbar und Lefze und Auge waren ja auch schon Symptome, die dem Hund zu schaffen gemacht haben. Das wäre schlimmer geworden - ihr habt dem Hund Leid erspart. Das ist das was zählt.

    Dass in dieser akuten Trauerphase jetzt die verschiedensten Emotionen spürbar sind - auch Zweifel und "Schuldgefühle" ist normal, bedeutet aber nicht, dass ihr etwas falsch gemacht habt.

    Je nach Typ, auch abhängig davon wie die Beziehung zum Hund war, wie das Ende war, ist es echt unterschiedlich.

    Das "Problem" ist, dass ihr zu zwei seid, kann gut sein, dass dein Mann schon so weit ist, du aber noch nicht. Nichts davon ist richtig oder falsch - es ist wie es ist.

    Ich habe Nastro tatsächlich ein wenig "zu früh" geholt. Ich wusste dass ich in vier Monaten und dann wieder in etwa 16 Monaten ein Fenster habe, in dem ein neuer Hund einziehen kann. Über ein Jahr wollte ich nicht warten, also habe ich gesucht, obwohl ich noch nicht wirklich wollte. Am Anfang habe ich mit ihm auch gefremdelt - ob es daran liegt, dass ich noch nicht so weit war - oder ob es daran lag, dass er vom Typ her ganz anders war als ich es kannte, weiß ich nicht. Das hat sich aber mit den Monaten komplett gegeben.

    Nastros Vorgänger war blond, knapp 40 Zentimeter, gelockt, süßer Kerl.

    Aber der war nicht so ganz ohne - der hat unglaublich viel, fast sein Leben lang ausgetestet und zu Beginn bei Missfallen auch abgeschnappt. Ich habe mich so manches Mal gefragt, wie er sich entwickelt hätte wenn er aufgrund der Optik als "süßer harmloser Hund" bei inkonsequenten und/oder unsicheren Leuten gelandet wäre.

    Irene Sommerfeld-Stur • Gibt es Gefährliche Rassen?

    In dieser Studie (finde ich nur übers webarchiv) sind im mittleren Teil weitere Studien wiedergegeben, die wiederum unten im Literaturverzeichnis genau aufgelistet.

    Was es häufiger gibt sind Untersuchungen, die zeigen, dass sich "Angriffe" durch Hunde nach Einführen von Rasselisten in den entsprechenden Gegenden verringert haben.

    z.B.: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3664365/

    Der Glaube ist hier nicht entscheidend. Es gibt keine wissenschaftlichen Belege oder statistische Signifikanzen, die diesen Glauben belegen.

    Du hast völlig Recht mit der Kritik am "Glauben".

    Aber dass es keine Studien gibt, die eine erhöhte Gefährlichkeit bestimmter Rassen zeigt, stimmt so nicht. Manche Studien finden da durchaus was - aber eben nicht alle. Und natürlich stößt man sehr schnell auf die Frage was ein Rassehund ist (nur mit Papieren) und wie Mischlinge zuzuordnen sind...

    Wir landen alle paar Seiten wieder bei genau dieser Frage.

    Natürlich trifft so ein Verbot diejenigen, die sich an die Regeln halten - die anderen ignorieren das Verbot.

    Dennoch führt ein Verbot (genauso wie Auflagen die mit der Haltung bestimmter Hunde einhergehen) zu einer reduzierten Zahl von Hunden dieser Rasse(n).

    Wenn man (wie ich bspw.) glaubt, dass unabhängig von Haltung und Umgang bestimmte Rassen unangemessen hohes Gefährdungspotential mitbringen, ist die geringere Zahl dieser Hunde ein positiver Aspekt, der Auflagen/Zuchtverbote rechtfertigt.

    Glaubt man, dass es (nur) auf den Halter oder die Zucht ankommt, ob ein Hund gefährlich ist? Dann findet man diese Verbote ineffizient und damit auch illegitim.

    Und genau an dieser Frage scheiden sich hier die Geister.

    Ich finde das Thema echt kompliziert.

    Dass Hunde in unserer Gesellschaft mit gewissen "Zumutungen" klarkommen müssen ohne Artgenossen oder Menschen zu verletzen, ist eine meiner Überzeugungen. Zum Beispiel bin ich der Meinung, dass ein Hund in belebterem Umfeld einen Maulkorb tragen sollte, wenn er schnappt/beißt sobald ihn Fremde anfassen. Ist nicht fair, Fremde haben nix am Hund zu suchen - dennoch ist zubeißen in so einer Situation nicht okay. Dass getestet wird, ob ein Hund diese Anforderungen der Menschenwelt aushält, ist in bestimmten Fällen meiner Meinung nach nicht schlecht.

    Auf der anderen Seite würde ich nie auf die Idee kommen, dass ein Hund in manchen Bedrohungssituationen nicht auslösen, also bspw. bellend in die Leine springen darf, wenn es ihm zu viel wird... oder, sollte er unangeleint sein, sich nicht bellend vor Leuten stehen darf etc... Auch "Prügeleien" unter Hunden oder pöbeln bspw. bei Artgenossen würde mir jetzt (unter der Voraussetzung, dass der Hund von da an umsichtig geführt wird) nicht ausreichend um dauerhaft Leine oder Maulkorb zu verlangen.

    Und ein Wesenstest muss ja genau diesen Spagat theoretisch leisten: Gefährliches Verhalten (unabhängig vom Trigger) identifizieren - auf der anderen Seite aber auch akzeptieren, dass Hunde manchmal Aggressionsverhalten zeigen.