Beiträge von Gersi

    Simsalagrimm Das finde ich überzogen.

    Selbst bei perfekter Ausbildung, perfekter Haltung - es kann immer etwas schief gehen. So "sauber" kann schießen und töten im Wald einfach nie zu 100 Prozent sein.

    Und - etliche erwähnten das bereits: Die Vorstellung, dass andere Tiere, die wir essen, alle ohne Leid getötet werden? Ist wirklich weltfremd. Gejagtes Wild ist immer noch so ziemlich das ethisch saubere Fleisch, das ich essen kann.

    Und es ist dadurch eine Grundlage für restriktiver werdende Gesetzgebung.

    Und nimmt Unterstützern der Jagd halt auch die Argumente.

    Wird sich in zehn Jahren oder so wahrscheinlich anders darstellen (müssen) - aber diese Pseudo-Verschwiegenheit (obwohl doch jeder auf dem Dorf/dem Land, der mit Menschen mal ein Bier trinkt, so etliches hört)* ... gepaart mit so einem quasi-elitären Verschwiegenheits-Code ist echt ermüdend.

    edit: *oder einfach selbst regelmäßig im Wald unterwegs ist

    Ich finde, es gibt kein "normal" beim Umgang mit Trauer.

    Oder vielleicht besser: Es gibt ein ganz, ganz großes Spektrum - und jede/r ordnet sich da ein, wo es in der Situation für ihn einfach passt.

    Meine persönliche Erfahrung: Bei einem alten Hund, bei dem das Ende absehbar ist, erlebe ich einen Teil der Trauer als "Abschiedsschmerz" noch zu Lebzeiten des Tieres. Vielleicht war es bei dir in diesem Fall vergleichbar?

    Zum schlechten Gewissen: Musst du nicht haben. Eigentlich ist es doch nur schön, dass du nach vorne schauen kannst. Ein neuer Hund ersetzt ja nicht den alten.

    Nastros Vorgänger (Pudel-Mix) war wahrscheinlich so 6-9 als er kastriert wurde.

    Hatte danach Probleme ihn satt zu kriegen, ohne dass er dick wurde. Das war echt ein wenig nervig.

    Mit Rüden war er nach der Kastra weniger unverträglich - vor allem aber konnte er wieder fressen, wenn Hündinnen läufig waren.

    Als, daß die Zucht namentlich erwähnt wird, da bin ich auch gerade drüber gestolpert. Ganz toll, zumal die Handynummer der Züchterin im Web steht. Möchte nicht wissen, was die gerade mitmacht. Da können sie sich das Verpixeln des Fotos der Züchterin dann auch sparen. Fehlt nur noch, daß sie die Adresse komplett reingeschrieben hätten.


    Dagegen kann man doch bestimmt klagen?

    Es ist die BILD - überrascht das hier tatsächlich irgendjemanden? Die sind bzgl. Anonymisierungen schon immer eine Totalkatastrophe gewesen. Das ist - mit den politischen Kampagnen, die sie fahren - der Hauptgrund, warum das Blatt überhaupt so einen Ruf hat.

    Erfolgreich wird gegen so was hin und wieder geklagt - das ist aber eingepreist. Strafe zahlen ist günstiger als auf die Leser- bzw. Klickzahlen zu verzichten.

    Wirklich (wenn ich als naiver Menschling draufgucke) als wenn die Message so ist: "Ja ne, auf Innenhof habe ich kein Bock, falls du hier spazieren gehen willst erst Recht nicht, ich pinkel dir einfach mal in den Flur, dann habe ich doch alles erledigt und wir können wieder rein in unser gemütliches Zuhause, nicht? Nicht?"

    Versuch dich wirklich davon zu trennen - so ticken Hunde nicht.

    Einfach laufen lassen - sogar im Liegen urinieren? Da stimmt was nicht. Das ist kein "normales Problem" mit Stubenreinheit.

    Ich würde den Hund auch auf jeden Fall gesundheitlich abklären lassen.

    Zusätzlich läuft auch was gewaltig falsch, wenn ein Hund in dem Alter so ungern die Wohnung verlässt. Das kennt man eigentlich nur von Hunden, die aus ganz, ganz schlechten Verhältnissen kommen, gar nix kennen o.ä. So wie du schreibst, gehe ich davon aus, dass ihr ihn habt, seit er Welpe ist? (Falls nicht, korrigiere mich bitte).

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    Hunde haben zwar nicht unbedingt das Sauberkeitsverständnis, dass sie nicht "drinnen" machen - aber sich einpinkeln ist für einen Hund ungefähr so angenehm wie es für dich wäre, wenn eine urinnasse Hose anhast. Deswegen sind diese Unfälle, wie du sie schilderst schon besorgniserregend.

    Ich habe super viel von den Jägerinnen (? und Jägern?) unter euch gelernt - und bin dafür wirklich dankbar. In einem anderen Leben könnte ich mir tatsächlich auch vorstellen, zu versuchen, einen Jagdschein zu machen.

    Ich bin wirklich alles andere als eine Jagd-Gegnerin.

    Aber (und nach der Einleitung war ja wahrscheinlich klar, dass eines kommt) was mich wirklich ein wenig wundert ist, dass es den aktiven Jägerinnen hier nicht leichter fällt sich von Fehlern und schlechten Jägern zu distanzieren. Hier hat es den Eindruck, als seien das alles Ausnahmen und absolute Einzelfälle. Und das stimmt einfach (noch??) nicht.

    Ich komme vom Land, bin knapp über 40 (rede also nicht über Deutschland in den 60er Jahren) - und selbst ich als Nicht-Jägerin weiß, dass euer Ideal (das ich absolut teile!!) bei weitem noch nicht Standard ist. Und das ist halt so - ändert doch wirklich nichts an eurer Glaubwürdigkeit. Ich bin sicher, dass ihr es anders macht als volltrunkenen Herren, die sich selbst anschießen auf Gesellschaftsjagden.

    Aber ebenso wenig würde sich an meiner Überzeugung ändern, dass Jagd eine sinnvolle Sache in unseren Wäldern ist, wenn klarer benannt wird, dass einige Kollegen auf Dinge schießen, ohne sich sicher zu sein, was das ist.

    Ich finde Stress total okay für meine Hunde. Irgendwann ist eine Grenze erreicht, ab der Lernen nicht mehr möglich ist. Unter der Grenze bleibe ich idealerweise - aber an die Grenze? Taste ich mich ran - und zwar nicht vorsichtig.

    Überschreite ich die Grenze? passiert mal einen Tag nix Großes und der Hund pennt etwas mehr. Aber (und da gehe ich mit etlichen nicht d'accord) es ist KEINE Katastrophe den Hund einmal pro Quartal überfordert zu haben.

    Mindestens ebenso problematisch wie Hundehalter, die blind sind, dem Stress gegenüber, finde ich nämlich mittlerweile diejenigen, die Stress um jeden Preis vermeiden wollen. Für mich ist Stress ein Impuls zum Lernen.

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    Nastro hatte am Anfang etliche Situationen, die ihn gestresst haben. Wirklich übrig geblieben ist einer: dynamische Hunde in seiner Nähe. Seine (unfassbar ausgeklügelte) Lösung? Versuche, zu rammeln.

    Würde er die rennenden Hunde maßregeln, würde ich mich wahrscheinlich auch beschweren - aber seit Jahren feiere ich jedes Lefzenzucken... immerhin erweitert er (Millimeter pro Lebensjahr) seinen Werkzeugkasten, mit dem er auf seine Stressoren reagiert.