Beiträge von Gersi

    Da müsste man schon sehr gewieft wirtschaften, um irgendwie Geld zu machen...

    Wenn du deinen Orgas vertraust, ist das doch super. Und die meisten sind wahrscheinlich redlich.

    Aber um mit dem Label "Tierschutzhund" Geld zu machen, braucht es keine Gewieftheit sondern nur Skrupellosigkeit. Du hast ein paar Hündinnen, lässt die decken und werfen (wenn eine drauf geht, egal, holst du dir die nächste), baust eine ansprechende Social-Media-Präsenz und packst da ein paar Fotos von Videos von "Cleo - Zuckerschnute sucht ihr Für-Immer-Zuhause" rein. Melden sich Interessenten, mietest du einen Transporter. Selbst wenn du die Hunde vorschriftsmäßig impfen lässt, hast du mit der "Schutzgebühr" trotz Transportkosten und Futter doch mindestens 200 Euro Gewinn. Mindestens.

    Kann mir keiner erzählen, dass das nicht gemacht wird.

    Ist FRA wirklich so gefährlich? (Ich betreibe worst-casing als Hobby, bitte um Nachsicht.)

    Ich war schon mehrfach mit Hund in Nordfrankreich (Schäferhundmischling) und habe da nie was von mitbekommen.

    Das wäre für mich tatsächlich auch ein Indikator dafür, dass es nicht so krass umgesetzt wird: Bei den Mengen Deutscher, die mit Hund Urlaub in Frankreich machen, hätte man längst Horrorgeschichten gehört, wenn da Hunde eingezogen worden wären.

    Die Förderung von Vermehrern sehe ich weder bei offensichtlichen Shelterwelpen (die ja doch optisch eher "unattraktiv" sind - ich habe 3x Straße rauf und runter, ist also nicht negativ gemeint) noch bei deutschen TH, die Beschlagnahmungen aufnehmen.

    Ich weiß nicht wie offensichtliche Shelterwelpen aussehen. Aber bei Orgas die fast nur junge Hunde "im Angebot" haben, bin ich wirklich misstrauisch.

    Die Vermehrung kostet halt nix und die "Schutzgebühr" von ein paar Hundert EUR ist im Ausland teilweise richtig gut Geld. (Selbst wenn davon Futter und Impfungen bezahlt werden.) Bei der Gewinnspanne halte ich es für komplett unwahrscheinlich, dass da nicht an manchen Stellen "für den Tierschutz produziert" wird.

    Was mir immer geholfen hat: Einen Hund dabei zu haben. Nicht geholfen im Sinne davon, dass ich angegriffen wurde und der Hund mich verteidigt hätte - aber bzgl. meines Sicherheitsgefühls.

    Ich rede mir einfach ein: Solange ich einen Hund dabei habe bin ich kein einfaches und kein leises Opfer - da traut sich so schnell keiner ran.

    (Mir ist völlig klar, dass diese Theorie kratergroße Löcher hat - aber die Vorstellung half mir wirklich immer sehr.)

    Deshalb würde ich auch keine Hunde von einem Verein nehmen, der ständig eine große Anzahl an Rassewelpen zu vergeben hat.

    Stimme deinem kompletten Post zu. Aber den Satz würde ich sogar noch weiter fassen. Als eine Freundin einen Hund suchte, ist sie auf die Seite einer Orga gekommen, die zwar keine Rassewelpen hatte - aber fast ausschließlich 4-8 Monate alte Mischlinge, die alle "glücklicherweise von aufmerksamen Tierschützern" gefunden wurden.

    Das war auch nicht koscher.

    Zum Thema Gesundheit:

    So einfach ist das nicht.

    Beim Mischlingswelpen vom "Vermehrer" (oder Hobbyzüchter oder Bauernhof) oder auch aus dem Tierschutz weißt du nicht was du für Anlagen hast. Je nachdem kann das gut gehen oder auch nicht. Je spezifischer die Anforderungen und je unerfahrener der Käufer, desto ungeeigneter.

    Aber nein - "Vermehrerwelpen" sind nicht automatisch ständig krank. So einfach ist das nicht. Gibt hier immer mal wieder das Thema, immer mal wieder werden Studien gesucht und/oder gefunden - aber offenbar lässt sich weder pauschal sagen, dass Mischlinge gesünder noch dass sie kranker sind als Rassehunde.

    Wenn man jetzt davon ausgeht, dass die TS ihr Leben aber nicht groß verändern will (so liest sich das für mich), könnte sich das tägliche Gassigehen halt eher bei 30 als bei 60 Minuten einpendeln. Das ist aus meiner Sicht für eine gesunde Muskulatur des Hundes viel zu wenig. Ich finde 30-60 Min am Tag schon verdammt wenig.

    Das ist halt genau das Problem in diesem Thread. Am Anfang war ich auch geneigt, den TE so zu interpretieren. Im weiteren Verlauf eher weniger - aber ist eben alles Interpretationssache.

    Wie viel ein Hund ausgelastet werden muss - da gehen die Vorstellungen hier wirklich auseinander.

    Um mal Unter- und Obergrenze so skizzieren: 30-60 Minuten *am Tag* reicht nicht. Das sind dann doch de facto nur drei Runden um den Block.

    Die lange Runde (zusätzlich zu den Löserunden) muss aber meiner Meinung nach auch nicht jeden Tag über zwei Stunden sein.