Also, so krass wie manche hier sehe ich das nicht mit Vollzeitarbeit und Hund. Man kann durchaus eine sehr enge Bindung zu seinem Hund haben und Hauptbezugsperson sein, auch wenn man viel außer Haus ist. Ich kenne inzwischen beides, sehr viel zuhause beim Hund und eben "Vollzeit" außer Haus und bislang habe ich nicht das Gefühl, mein Hund würde mich deshalb weniger mögen als früher.
Dass es oftmals stressig ist - keine Frage. Morgens mit dem Hund gehen und beschäftigen, abends mit dem Hund gehen und beschäftigen - man muss sich einfach bewusst machen, dass das über viele Jahre hinweg ein großer zeitlicher und auch organisatorischer Aufwand ist und dass man nach Feierabend eben nicht spontan beschließen kann, noch ins Kino zu gehen oder ohne Hund Freunde zu treffen. Aber es will ja auch nicht jeder nach der Arbeit noch groß Halligalli machen. Von daher muss eigentlich jeder für sich entscheiden, ob er sich dem gewachsen fühlt und es gerne tun wird oder nicht.
Die Idee, dass der Vater den Hund tagsüber betreut, finde ich nicht schlecht - allerdings solltest du schon realistisch bleiben. Wenn dein Vater ein Typ ist, der Hunde gerne etwas verwöhnt, wird er das sehr wahrscheinlich auch bei deinem Hund tun - und ich fände es ehrlcih gesagt ziemlich anmaßend, wenn du ihm vorschreiben würdest, wie genau er mit deinem Hund umzugehen hat. Er betreut ihn für dich, was riesig nett von ihm ist, da würde ich dann nicht ständig an seiner Art, mit Hunden umzugehen, herumkritisieren. Wenn ich mir einen Gassigeher oder eine Hundetagesstätte aussuche und dafür bezahle, dann ist es was anderes, dann kann man erwarten, dass Anweisungen ganz genau befolgt werden - aber innerhalb der Familie? Natürlich kannst du vor der Hundeanschaffung mit deinem Vater darüber sprechen, dass es ein paar Dinge gibt, die dir wichtig wären, dass er beachtet, aber letztlich wirst du akzeptieren müssen, dass dein Vater nicht alles genauso machen wird wie du es vielleicht tun würdest.
Und ich würde mir überlegen, ob dieses Arrangement langfristig überhaupt klappen würde? Was ist wenn du z.B. umziehst? Wäre dein VAter dann immer noch bereit, den Hund tagsüber zu betreuen, könntest du es zeitlich leisten, ihn morgens hinzubringen und am frühen Abend wieder abzuholen?