Beiträge von tinybutmighty

    Ich verstehe es, wenn TÄ nur bei langjährigen und zuverlässigen Stammkund*innen Zahlung auf Rechmung erlauben und bin froh, dass ich in meiner Haustierarztpraxis auch zu denen zähle. In der Praxis kann man nämlich nur bar zahlen, nicht mit Karte, und manchmal kann ich vorab nicht einschätzen, was die Behandlung wirklich kosten wird bzw ab einem gewissen Betrag laufe ich auch ungern mit sehr viel Bargeld rum.

    Mein Emil ist 9 Jahre und hat ne Herzinsuffizienz. Auch bei 35 Grad merkt man ihm da nix an, normale Runden geht der.

    Mein Rex hatte ja leider auch eine Herzinsuffizienz, die sich rapide verschlechtert hat als er 9 Jahre alt war. Da lautete der Auftrag vom Hunde-Kardiologen auch schon bevor es zur schlimmsten Verschlechterung kam mit Mai 2024: "Stress und Hitze meiden". Hat dann leider eh nicht mehr viel gebracht durchs Lungenödem, das er wenige Wochen nach der letzten Untersuchung erlitt. Aber ich würde stark davon abraten, mit einem herzkranken Hund bei 35 Grad weiterhin die üblichen Runden zu drehen, ehrlich gesagt.

    doll parts Solche Projekte gibt es hier in Wien auch, z.B. https://www.neunerhaus.at/hilfe/tier/

    Ich habe allerdings keine Einblicke, wie solche Projekte hier ablaufen. Was du schilderst, ist natürlich nicht optimal. Allerdings wenig verwunderlich, wenn man sieht, wie im Sozialbereich oft die Arbeitsbedingungen so aussehen, hinzu kommt dann noch eine schwierige politische Situation mit der halt die Finanzierung solcher Projekte noch komplizierter wird.

    Gerade Wohnungslosigkeit ist zumindest hier mWn auch nochmal gestiegen, das sorgt natürlich auch für noch mehr Leid und Probleme sowohl bei Menschen als auch bei Tieren.

    Ich finde diese Berichte von kleinen Vereinen und Pflegestellen, die keine Tiere mehr aufnehmen bzw. komplett aufgehört haben aus Kostengründen, immer sehr traurig.

    Die Tierheime platzen ja vielerorts schon aus allen Nähten, da haben diese Vereine und Pflegestellen doch sicherlich vieles aufgefangen. Was passiert denn mit all den Tieren, die "wegsollen", wenn es an Not-Plätzen immer mehr mangelt... :/

    Bitte nicht als Vorwurf an die Tierärzteschaft verstehen. Ich denke, hier bräuchte es vor allem politisch Lösungen im Sinne des Tierschutzes.

    Dein Argument war, dass gezüchtete Hunde Tierschutzhunden den Platz wegnehmen und deshalb Züchtern niemals günstigere Preise beim Tierarzt zahlen sollten, da sie böse sind und Hunde produzieren, die Tierschutzhunden den Platz wegnehmen.

    Äh nein, aber so kann man es natürlich auch interpretieren.

    Und zum Pudel: Auch das war nur ein Beispiel, ich finde das was in der Chihuahua-Zucht z.B. abgeht überwiegend absolut banane - obwohl ich den Chis sehr verfallen bin.

    Aber ja, ich finde ein solches Abrechnungsverhalten wie von dir beschrieben unfair. Posten in größerer Anzahl einfach wegzulassen ist, wenn es regelmäßig passiert, halt einfach nicht mehr mit "mal ein Auge für einen langjährigen Stammkunden zugedrückt" zu rechtfertigen. Soweit ich weiß, kann das für die Praxis unangenehme Folgen haben, mal abgesehen davon, dass sich das ja vielleicht in der Kundschaft irgendwann rumspricht - und dann droht ein Kunde, dem nix erlassen wird, der Praxis womöglich damit, das zu melden, dass inkorrekt abgerechnet wird.

    Ich möchte dazu jetzt gar keine große Diskussion anfangen, nur so viel - den letzten Satz unterschreibe ich so nicht. Verantwortungsvolle Zucht produziert im Normalfall kein Tierleid und das sind auch zum allergrößten Teil nicht die Hunde, die dort landen

    Es werden auch unter ÖKV und VDH etc. Qualzuchtrassen gezüchtet. Die gesundheitliche Situation vieler Hunderassen ist meiner Ansicht nach auch nicht als rosig zu beschreiben, ob Berner Sennenhund, Flat Coated Retriever, Kooikerhondje oder sonstwas...

    Auch beim Pudel sehe ich mittlerweile viele gesundheitliche Probleme der Rasse und mehr Wesensmängel und finde es schon auffällig, dass zB dennoch viele Züchter sich auf Modefarben konzentrieren. Oder dass Krankheiten oder Wesensprobleme der Eltern vertuscht werden - als Beispiele aus meinem Umfeld nenne ich mal den bissigen, schixxigen Kooikerrüden, der dennich die ZZL bekommen hat bzw eine Züchterin empfshl einer Welpenkäuferin den so hübschen Rüden doch bitte unbedingt Deckrüde werden zu lassen - trotz gravierender Wesensprobleme . Ne Bekannte informierte die Züchter über die schwere Erkrankung ihres jungen Kooikerrüden - die Züchter gaben die Info nicht an andere Welpenkäufer weiter, wie später rauskam. Und haben dann letztlich auch den Kontakt mit ihr abgebrochen, weil sie die gesundheitlichen und wesenstechnischen Mängel ihres Hundes thematisierte...

    Wie will ein TA da bewerten, wer wirklich seriös ist und wer nicht...

    Ich kann letztlich nur auf die Erfahrungen zurückgreifen, die ich habe und die Rechnungen anderer Tierhalter, die aus der Klinik und unserer Stammpraxis kommen und eben teils deutlich höher ausgestellt werden, bzw. wo nicht einfach Mal die Hälfte aller Posten fehlt. Und da zumindest in der Praxis immer die selben zwei Damen am Empfang sitzen, würde ich nicht von einem Zufall ausgehen.

    Na dann ist es doch aber nur ne Frage der Zeit bis diese Praxis Ärger bekommen wird. Wenn da teils Personen die Hälfte aller Posten erlassen werden nach Sympathie, sorry, aber das ist doch total unfair? Ich habe ja nichts dagegen, wenn Tierärzte mal etwas kulant kalkulieren bei Stammkunden oder wenn Personen in akuter finanzieller Schieflage unterstützt werden, aber das was du von dieser Klinik beschreibst geht darüber hinaus, das scheint ja Usus zu sein dann. Ist das nicht auch schlecht für andere Praxen in dem Umkreis?

    Der Hund einer Bekannten hatte dort während einer Zahnreinigung neun Zähne gezogen bekommen, für 900 €. Wenn ich das mit euren Preisen hier vergleiche ...

    Boah, das finde ich (bin in Österreich) zB einen sehr hohen Preis. Meiner Hündin wurden letzten Herbst 12 Zähne gezogen und gezahlt habe ich dafür, wenn ich mich recht erinnere um die 500, maximal 600, Euro.

    Manchmal habe ich das Gefühl, dass einige Tierärzte für alles was verantwortungsvoll wirkt und in die Richtung Zucht und Prävention geht viel niedriger berechnen, als Probleme bei denen der Tierhalter erst kurz vor 12 auftaucht

    DAS fände ich aber auch sehr unfair. Es gibt schließlich genug gesundheitliche Probleme, die sehr akut auftreten können und ja, es kann auch mal sein, dass ein verantwortungsbewusster Tierhalter eine Situation falsch einschätzt und sich hinterher Riesenvorwürfe macht, nicht früher schon beim Tierarzt auf der Matte gestanden zu haben.

    Natürlich gibt es Leute, denen man anmerkt, dass sie sich keinen Deut um ihr Tier scheren, aber dann gibt es ja auch noch Menschen, die sich in Krisensituationen zB schlecht ausdrücken können oder Ähnliches. Wie jemand nach außen hin "wirkt", muss nicht immer wiederspiegeln, wie die Person wirklich empfindet.

    Und warum sollten Züchter:innen irgendwelche Sonderkonditionen erhalten - hier wird doch immer kritisiert, wenn das Gleiche für Tierschutzvereine, Pflegestellen usw gefordert wird und die fangen viel bereits existierendes Tierleid ab, anstatt weiter zu "produzieren".