Hallo,
du hast ja schon sehr viele Tipps bekommen, wahrscheinlich ist es dir gerade alles fast etwas zu viel Information, schätze ich. Gut jedenfalls, dass du hier um Rat fragst und dich auch von den teils sehr direkten Worten nicht gleich abschrecken lässt.
Ich möchte Dir auch nur nochmals ans Herz legen, die Ratschläge erst zu nehmen, gerade da hier auch einige Leute Erfahrung mit Aussies haben, zB flying-paws, die durch ihren Job schon Kontakt zu ganz vielen dieser Hunde hatte.
Australian Shepherds werden ja gern als extrem gelehrig, intelligent und traumhaft angepriesen. Sie sind auch tolle Hunde - aber alles andere als einfach. Sie sind sehr reizoffen, nicht selten recht reaktiv und im Erwachsenenalter auch öfter mal unverträglich mit anderen Hunden. Konflikte lösen sie auch eher nach vorne als mit Rückzug. Jagd-, Wach- und Schutztrieb bringen viele Rassevertreter in einem ganz ordentlichen Ausmaß mit.
Ich würde den Fokus ganz klar darauf legen, dass dein Hundebaby möglichst entspannt aufwachsen kann. Mindestens 20 Stunden Ruhezeit am Tag sollte der Wurm haben. Ein Wrlpe muss auch nicht ALLES im Babyalter kennenlernen, um zu einem souveränen Erwachsenen ranzuwachsen. Es reicht völlig, ihn alle paar Tage an etwas Neues heranzuführen - zB kurze Busfahrt oder Mitnahme in ein Geschäft. Nach einem solchen Erlebnis braucht es dsnn aber wieder ein paar Tage Ruhe, damit der Welpe das Erlebte verarbeiten kann, auch wenn es für Dich gar nicht aufregend wirkte, was ihr da unternommen habt.
Bitte mach dir auch nicht so Stress in Sachen Erziehung. In vielen Hundeschulen wird immer noch viel zu viel Wert auf Sitz/Platz/Bleib/Fuß gelegt. Natürlich sind das nette Tricks, aber im Alltag sind doch andere Dinge zigmal wichtiger und sollten darum Priorität haben. "Bleib" kann ein Hund auch mit einem oder 2 Jahren oder auch viel später noch lernen. Jetzt würde ich mich da echt eher darauf konzentrieren, den Alltag welpengerecht zu gestalten. Und erzieherisch den Fokus mal auf Stubenreinheit, Alltagsbewältigung und Co. zu legen.
Die Welpenschule überfordert deinen Hund, ich würde da, wenn keine brauchbaren Tipps kommen, auch eher nicht mehr hingehen, weil das Eurer Beziehung mehr schadet als nutzt. Der Welpe nimmt ja Deinen Frust wahr. Leider sind manche Welpenschulen wirklich nicht das Gelbe vom Ei. Im Zweifelsfall ist es für den Sozialkontakt besser, du suchst Dir Leute mit Hund in der Nachbarschaft oder zB über soziale Netzwerke, und dein Welpe trifft dsnn regelmäßig deren Hunde.
In meiner Hundeschule wird der Fokus auf Alltagstauglichkeit gelegt, mit Welpen macht man da noch gar kein richtiges "Kommandotraining", sondern sie lernen eher Sozialkompetenz, auch mal ruhiges Abwarten, Vertrauens- und Aufmerksamkeitsübungen... finde ich viel besser so.