Beiträge von tinybutmighty

    Gerne :)

    Beendet: "Cracked Not Broken" von Kevin Hines. Seine Geschichte - wie er 19jährig Suizid begehen wollte, da ihm aufgrund seiner bipolaren Störung Stimmen sagten, er müsse sterben, und den Sprung von der Golden Gate Bridge überlebte - ist schon inspirierend und macht betroffen. Als "Selbsthilfebuch" oder Ähnliches darf man es aber nicht lesen...es erzählt eben einfach seine ganz persönliche Geschichte, geprägt durch die Erkrankung, nicht mehr und nicht weniger. Er ist ja seit 2001 sehr aktiv in Sachen Suizidprävention und Aufklärung, neugierig auf seine Reden bin ich schon geworden. Dem Buch hätte leider ein besseres Lektorat gutgetan. Es ist sehr "simpel" geschrieben, vieles, was ich gerade interessant gefunden hätte, wurde nur sehr kurz "abgehandelt", gegen Ende empfand ich es teils als etwas repetitiv, auch wenn die Kernbotschaft - niemals aufzugeben - so wichtig ist.

    Jetzt lese ich Daphne Merkin, "This Close To Happy: A Reckoning With Depression". Msn merkt, dass sie professionelle Schriftstellerin ist - so scharfsinnig und intelligent, wie sie über ihr Leben mit Depression schreibt. Manche Passagen sind so klar, treffen so sehr den Nagel auf den Kopf, dass zumindest ich als Auch-Betroffene mich darin ganz stark wiederfinde.

    Trotzdem behandelt das Buch auch ihre ganz persönlliche Geschichte, aufgewachsen in einem sehr lieblosen Haushalt mit einer emotional kalten Mutter.

    Ich glaube, spätestens morgen habe ich das Buch leider durch :ops:

    Noch ein paar weitere Empfehlungen:

    - "Die letzte Wahrheit" von Kimberly McCreight: Hat zwar Krimi-Elemente, hauptsächlich ist es aber ein Familienroman, den ich für ein Debut sehr gelungen fand. Eine Jugendliche soll Suizid begangen haben, indem sie vom Dach ihrer exklusiven New Yorker Schule sprang. Ihre vielbeschäftigte Mutter, eine Anwältin, die ihre Tochter von ganzem Herzen liebte, kann das nicht so recht glauben und so beginnt die Suche nach der Wahrheit.

    - "Früh am Morgen beginnt die Nacht" von Wally Lamb - wenn man sehr lange, detailreiche Romane mag. Der Autor erzählt in dem Roman vor allem die fiktive, sehr komplexe Familiengeschichte um den Protagonisten und seinen an Schizophrenie leidenden Bruder.

    - "Goodbye Leningrad" von Elena Goronkhova. Erzählt wird die Geschichte von dem Mädchen Lena, das in der Sowjetunion unter dem kommunistischem Regime aufwächst. Durch den Englischunterricht fängt sie an, zu träumen und kritischer zu hinterfragen als die Menschen in ihrem Umfeld. Nach vielen Jahren kann sie dann tatsächlich aus der Sowjetunion nach Amerika ausreisen. Ein sehr berührender Roman.

    - "Heute und in Ewigkeit", R. Susan Meyers ist die Geschichte der Schwestern Lulu und Merry, die noch als Kinder ihre Mutter durch die Hand des gewalttätigen Vaters verlieren. Nach dieser Familientragödie haben sie nur noch einander und halten dadurch eng zusammen, bis der unterschiedliche Umgang mit ihrer Vergangenheit sie voneinander entfremdet.

    Es ist wirklich lange her, dass ich dieses Buch gelesen habe, aber da ich Titel und ungefähre Handlung immer noch im Kopf habe und weiß, dass es mich damals berührte, traue ich mich, die Empfehlung auszusprechen.

    - "Ich, die Andere" von Jana Frey ist zwar eigentlich ein Jugendbuch, aber so schön geschrieben, dass ich es dennoch gerne wieder empfehle. Es handelt von Kelebek, einer türkischstämmigen deutschen Jugendlichen, und aus ihrer Sicht wird sehr authentisch und einfühlsam von einem Leben zwischen und in zwei teils sehr unterschiedlichen Kulturen erzählt, es geht um die Familie, Selbstfindung und die erste Liebe, die in Kelebeks Fall eigentlich nicht sein darf...

    - "Mother's Milk" von Edward St. Aubyn. Bei mir hinterließ es zwar gemischte Gefühle und auch offene Fragen, aber literarisch zumindest im Original ein sehr starker, scharfsinniger, intelligenter Familienroman und ganz weit von "08/15" entfernt.

    - "Olympia" und "Die Stille über dem Schnee" von Anita Shreve haben mir beide sehr gut gefallen, auch wenn ich nicht alle Bücher der Autorin gerne mochte. Ersteres spielt um 1900, die fünfzehnjährige Protagonistin geht eine Affäre mit einem verheiraten erwachsenen Mann, einem Arzt ein, wird jedoch schwanger von diesem. Klingt erst einmal sonderbar, wird dann aber doch sehr interessant und emotional, da Olympia und ihr Kind voneinander getrennt werden und sie erst Jahre später an den Ort zurückkehrt, an dem all das damals begann. "Die Stille über dem Schnee" wird aus der Sicht einer Zwölfjährigen erzählt, die die Hälfte ihrer Familie verloren hat und nun alleine mit ihrem Vater ist, der ebenfalls unter dem Verlust leidet. Der Fund eines Neugeborenen im Wald und das unerwartete Auftauchen einer ihnen fremden jungen Frau durchbrechen diese Routine auf eine dramatische Weise.

    - "Why Be Happy When You Could Be Normal": Darin verarbeitet die ja recht erfolgreiche Autorin ihre schwierige Kindheit und Jugend, geprägt durch die streng religiösen Adoptiveltern, die ihr wenig emotionale Wärme schenken, vor allem die Mutter ist Winterson gegenüber sehr lieblos. Trost findet Winterson in Büchern und diese Liebe zum geschriebenen Wort, die sie zum Teil auch rettete, wird sehr eindringlich und poetisch geschildert, denn sie hilft Winterson auch in den dunkelsten Zeiten, als sie zeitweise kein Dach über dem Kopf hat, weil die Eltern ihre sexuelle Orientierung nicht akzeptieren.

    Okay, also gern etwas schwerere Kost, "düstere" Atmosphäre, ja, dann haben wir was gemeinsam ;)

    Anna Mitgutsch hast du schon gelesen, glaube ich?

    Spontan fallen mir zB ein:

    K. Duve, "Dies ist kein Liebeslied" - darin hat die Autorin wohl auch einiges aus eigener Kindheit und Jugend verarbeitet. Das Buch ist schwer zu beschreiben, es geht um Außenseiterdasein, Wachstum, die kleinen und großen Enttäuschungen des Lebens, Einsamkeit und die Suche nach einem Platz auf dieser Welt. Hat in mir sehr viele Gefühle ausgelöst.

    - "Alles zerfällt" von Chinua Achebe, ist halt eher historisch, der Autor, ein Nigerianer behabdelt darin anhand eines in seinem Stamm hochangesehenen Mannes die Geschichte der Kolonialisierung und Verbreitung des Christentums in Nigeria. Literarisch sehr gekonnt, thematisch nicht immer ein Honigschlecken. Vieles ist uns völlig fremd und mutet sonderbar oder sogar grausam an, wenn Achebe von verbreiteten Riten und Traditionen vor der Kolonialisierung schreibt, aber es ist nie belehrend oder gar wertend, wirklich ein ganz besonderes Buch mMn.

    - "Die Kinder sind wieder da", Chiara Palazzalo. Ein Buch über einen ganz schlimmen Verlust - die Kinder des Protagonisten-Ehepaares werden tödlich von einem Auto erfasst. Er schwört Rache, sie driftet immer mehr in den Wahnsinn. Ich finde es wahnsinnig gut geschrieben, kenne aber kaum jemanden, der es gelesen hat, woran auch immer das liegt. Hätte mMn mehr Beachtung verdient.

    - "Julius Winsome" von Gerard Donovan hat mich auch ziemlich mitgenommen. Darin geht es um einen Mann (Einsiedler? Sonderling?),der mit seinem Hund sehr abgelegen wohnt, mehr Interesse an Büchern zu haben scheint als an Menschen. Aber es ist ein soweit friedliches Leben, bis jemand seinen Hund erschießt...

    - "Middlesex" von J. Eugenides, gut, ehrlicherweise hab ich das schon öfters empfohlen, aber das ändert für mich nichts darin, dass dieser Roman in meinen Augen wirklich stark ist, sowohl die Familiengeschichte um Immigration und den ganz normalen Alltagswahnsinn als auch die persönliche Geschichte des Ich-Erzählers rund um seine von der Norm abweichende sexuelle Identität - brilliant erzählt.

    Magst du auch Non-Fiction?

    Schwierig, ohne das Verhalten der Hunde live zu sehen.

    Erwachsene Hunde maßregeln Welpen durchaus. Manchmal, wenn es sein muss, auch etwas heftiger, und es gibt auch adulte Hunde, die da zum Übertreiben neigen. Manche finden Welpen auch schlicht unfassbar nervig, mein Rüde zB auch. Wenn der sich da belästigt fühlt, maßregelt er Welpen auch mMn etwas übertrieben. Richtige Aggression ist da aber keine im Spiel.

    Wenn die Hündin sich direkt auf den Welpen stürzen möchte, ist das natürlich gar nicht gut! Ich würde da auch keine Risiken eingehen, wenn du deine Hündin nicht einschätzen kannst. Da würde ich sie vom Welpen räumlich trennen und schnellstmöglich einen hundeerfahrenen, ordentlichen Trainer konsultieren, am besten mit Rasseerfahrung...

    Ich würde auch einfsch eine kurze Runde mit den Hunden zusammen drehen.

    Optimal fände ich persönlich, wenn sich die Hunde einfach auf einer Wiese oder in einem eingezäunten Areal leinenlos kennenlernen könnten. Kommt letztlich natürlich vor allem auf die individuellen Hunde an, welche Vorgehensweise am besten ist.

    Ich mir auch.. :emoticons_look:

    Ich will jetzt keinen Rückzieher machen, weil er möglicherweise ängstlich ist, das wär doch auch Mist.. :no:

    Ängstlich wird der Hund fast mit Sicherheit sein, du musst dir das für ihn als den ultimativen Kulturschock vorstellen. Er hat ja bislang so gut wie nichts von dem, was ihn bei euch erwartet, kennengelernt.

    Ich kenne Auslandshunde, die von Anfang an unproblematische, coole Socken waren. Da lesen die Vermittlungstexte sich aber anders, ich sehe es auch so, dass dieser Junghund als recht ängstlich beschrieben wird. Gerade bei jungen Hunden kann man zudem oft noch weniger sagen über den wahren Charakter als bei schon erwachsenen, gefestigten Hunden.

    Gut ist es, immer vom "Worst Case" auszugehen. Wäre in eurem Fall ein extrem verschüchterter, verstörter Hund, der weder ins Büro mitkann noch stressfrei allein zuhause bleiben. Da würde ich mir vor Übernahme des Hundes gerade als "Anfänger" schon die Frage stellen, ob ihr euch sicher seid, das hinzubekommen.

    Ich habe eine Yorkiehündin aus dem Auslandstierschutz, sie ist seit 15 Mobaten bei ihr, stammt aus einer Beschlagnahmung. Wäre sie mein erster Hund gewesen und ich hätte noch weniger Wissen gehabt als jetzt, dann wäre es für mich mit ihr ehrlich gesagt auch schwierig gewesen, da sie anfangs doch sehr ängstlich war.

    Sie hat schnell Fortschritte gemacht, die Öffis hat sie schon nach wenigen Tagen behutsam kennen und akzeptieren gelernt, auch das Gehen an der Leine funktionierte recht rasch - aber ganz ohne Vorerfahrung wäre ich wahrscheinlich überfordert gewesen.

    Sie brauchte übrigens sehr lange, um stubenrein zu werden und Alleinebleiben kann sie überhaupt nicht, was die größte Herausforderung hier ist. Sie ist anfangs sehr scheu gegenüber neuen Menschen, und generell sehr unterwürfig.

    Nur ein Erfahrungsbericht, es gibt bei den Auslandshunden wie gesagt die unterschiedlichsten Charaktere und Entwicklungen. Bei diesem Junghubd sehe ich aber auch das Risiko, dass er für euren Alltag nicht so gemacht ist.

    Hallo, ist das ein Hund aus dem Ausland? Was weißt du über ihn?

    Man kann Glück haben und einen ganz entspannten Hund erwischen, der den Alltag von Anfang an problemlos mitmacht.

    Man kann aber auch Pech haben. Vielleicht versteckt sich der Hund erstmal panisch...

    Die sofortige Mitnahme ins Büro sehe ich untr diesen Umständen jedenfalls kritisch. Allein das Fahren mit Bus und Bahn direkt zwei Tage nach der vermutlich ohnehin stressigen Ankunft wäre für viele Auslandshubde erstmal too much. Mir wäre es auch wichtig, mir für das erste Mal Öffis Zeit nehmen zu können zB.

    Man weiß ja auch gar nicht, wie sich der Hund im Büro verhält. Vielleicht kriegt er die Panik und kotet und pieselt sich ein...

    Anders sähe es aus, wenn der Hund zB schon länger auf einer Pflegestelle war und darum all diese Alltagssituationen schon kennengelernt hat.

    Aber selbst da fände ich ein paar ruhigere Tage zur Eingewöhnung nicht verkehrt...

    Bindung wächst mit der Zeit, es kann also durchaus sein, dass sie erst jetzt wirklich bei euch angekommen ist und das Problem nun darum auftritt.

    Wenn sie sich von sich aus zuhause zurückziehen kann, ist das schonmal sehr gut! Wenn das Schlafzimmer ihr bevorzugter Ruheraum ist, würde ich sie dort alleine lassen, da sie sich dort wohl sicherer und behaglicher fühlt als im Flur . Zudem hört sie im Flur vermutlich auch mehr Geräusche aus dem Treppenhaus, auch das kann stressen.

    Ich würde sie allerdings nicht gleich wieder 1-2 Stunden allein lassen, sondern mit kürzeren Zeiten - anfangs nur zum Müll rausbringen zB - anfangen.