Mich persönlich stört es auch nicht, dass manche Fragen offen bleiben. Für mich hat dieses Buch einfach einen sehr verzauberten "Touch", etwas Magisches, und da finde ich es ganz passend, dass dem Leser quasi selbst überlassen wird, was er aus Faina macht, wie er über sie denkt.
Für mich ist Faina ein Mensch - aber einer, der aufgrund seiner extrem naturnahen Lebensweise und seiner tiefen Verbindung zu der Landschaft Alaskas und zum Schnee, möglicherweise auch ein bisschen so etwas wie ein Teil dieser Wildnis ist.
Mir gefällt aber auch die Idee, dass Faina vor allem für Mabel, die immer schon eine lebhafte Fantasie hatte, eine besondere "Funktion" hat. Weil Mabel ohnehin dazu neigt, an Mystisches zu glauben, interpretiert sie derlei auch in Fainas Verhalten und Auftreten.
Mir persönlich gefällt ja auch die Wendung der Geschichte - wie Faina sich in Garrett verliebt und ein Baby bekommt. Ich finde, der Autorin gelingt es hier recht eindrücklich und doch unverkitscht, Fainas Zerrissenheit zwischen der Liebe zu Mann und Sohn und ihrer Sehnsucht nach ihrem eigentlichen Zuhause, der Wildnis, Rechnung zu tragen.
Für mich ist Faina zurückgegangen in diese verschneite, endlose Landschaft Alaskas, vielleicht auch, weil sie eben spürte, dass sie nie "ganz" dazugehören würde in der Gesellschaft "normaler" Menschen, aber vor allem aus dem inneren Drang hinaus, nach Hause zurückzukehren.