Beiträge von tinybutmighty

    Was genau ist denn mit einem Assistenzhund gemeint? Klassisch fallen mir da Blindenführ- und Behindertenbegleithunde ein, aber mittlerweile wird der Begriff ja unter Laien für alle möglichen Tätigkeiten verwendet.

    Darum fände ich es wichtig, u.a. die folgenden Punkte in die Überlegungen einfließen zu lassen:

    - Geht es um das Begleiten einer festen Bezugsperson oder soll der Hund verschiedene Personen "unterstützen"? Für Letzteres sollte er aufgeschlossen und kontaktfreudig sein.

    - In welchem Umfeld wird der Hund eigesetzt, also zB ländliche Gegend, Großstadt mit viel Trubel etc?

    - Was sollen die Hauptsufgaben des Hundes sein? Welchen Herausforderungen sollte er körperlich gewachsen sein?

    - Wie sieht der normale Hundealltag aus, wenn der Hund nicht "im Einsatz" ist?

    Ganz klassisch werden in dem Bereich häufig Retriever ausgebildet, v.a Golden und Labrador. Ich kenne aber auch zwei als Blindenführhunde fungierende Curly Coated Retriever. Und ein Verein bildet überwiegend Langhaar-Collies als Assistenzhunde aus. Auch Großpudel kommen in dem Bereich manchmal zum Einsatz.

    Für mich klingt das auch alles nach ganz schön viel Programm für einen Junghund, der erst seit 5 Monaten bei euch lebt und nicht gerade die besten Startbedingungen ins Leben hatte. Zudem sind belgische Schäferhunde sehr reizoffen und schnell "drüber". Folgendes fällt mir ein, um mehr Entspannung in euer Zusammenleben reinzubringen:

    - Keine Überbeschäftigung! Auch ein 10 Monate junger Hund einer Arbeitsrasse benötigt nicht ständig Action, Action, Action. Es ist kein Wunder, dass der Hund bei so viel Programm hohl dreht. Ich würde bei der Beschäftigung ganz klar auf Qualität vor Quantität setzen. Anstatt den Hund ständig mit Tricks, Schnüffelspielen und Co. zu pushen, würde ich an eurer Stelle unter kompetenter Anleitung, z.B. in einem guten Hundeverein, gezielt nach einer passenden Beschäftigung suchen. Mir fiele da als Erstes die Vorbereitung auf die Begleithunde-Prüfung ein, danach eventuell ein Hobby aufnehmen wie z.B. Obedience, Rally Obedience, Turnierhundesport oder Fährtenarbeit.

    - Auf genügend Ruhe achten: Wisst ihr denn, ob euer Hund genug Schlaf bekommt? 18 Stunden am Tag sollte ein Hund ja im Schnitt mindestens ruhen. Dafür würde ich ihr auch einen ganz klaren Ruheort zuweisen, an dem sie nicht gestört wird und wo nie was Aufregendes passiert, damit sie auch mal komplett runterfahren kann.

    - Qualität bei Sozialkontakten: Mit welchen Hunden hat sie denn Kontakt? Ich würde, gerade in Hinblick auf die Rassemischung, keine wahllosen Kontakte zulassen, sondern vor allem auch nach souveränen, erwachsenen Sozialpartnern suchen, für regelmäßig gemeinsame Spaziergänge, sodass sie lernt, sich in Hundegesellschaft adäquat zu verhalten und dass die Anwesenheit anderer Hunde auch nicht sofort wildes, distanzloses Herumtoben bedeutet.

    - Konsequent bleiben: Eure Hündin ist erst wenige Monate bei euch und ihr sagt, ihr habt in Hinblick auf die Distanzlosigkeit schon so einiges probiert. Mit öfter wechselnden Methoden verwirrt ihr den Hund aber nur und macht es euch und ihr unnötig schwer. Ich würde da ganz klar bei einer Linie bleiben, wobei ich ja vermute, wenn ihr euren Alltag entsprechend umgestaltet und eure Hündin lernt, zur Ruhe zu kommen, wird sich auch ihr Verhalten bessern, da sie dann allgemein entspannter sein wird. Im Moment scheint sie hingegen oft unter Strom zu stehen.

    Heute fertig gelesen: "Der Junge, der nicht hassen wollte" von Shlomo Graber.

    Shlomo wurde gemeinsam mit seiner Familie als Jugendlicher von den Nazis in ein KZ deportiert. In den folgenden Jahren erlebte er die Hölle auf Erden und wurde in zwei weitere Konzentrationslager verlegt. Nur er und sein Vater überlebten den Holocaust - der Rest der Familie wurde von den Nationalsozialisten ermordet.

    In seinem Buch beschreibt Graber die unvorstellbare Grausamkeit des Nazi-Regimes. Die Sprache ist sehr schlicht und prägnant gehalten, was Grabers Bericht aber nicht weniger erschütternd macht. Ich finde das Buch auch für jugendliche Leser geeignet, was auch dazu passt, dass Graber sein Buch ganz bewusst "der Jugend" widmete, die ja die Zukunft sei.

    Ich lese hier auch mal mit.

    Vor 2 Wochen war ich zum allerersten Mal auf einer Vogelexkursion - und so begeistert, dass ich mir direkt am nächsten Tag ein Fernglas und ein Vogelbestimmungsbuch geholt habe :)

    Auf der Wanderung gesehen u.a.: jede Menge Kohl- und Blaumeisen, etliche Buntspechte, ein Rotkehlchen, Graugänse, Silberreiher, Graureiher, Kormoran, Lachmöwen, Seeadler, Sperber, Türkentauben, Mäusebussard...

    Und allein beobachtet u.a schon Mäussebussard, Kleiber, Buntspechte, Elstern...

    Bald schaffe ich hoffentlich auch Fotos, dafür muss aber erst eine bessere Cam einziehen.

    Gerade beendet: "Am Seil" von Erich Hackl. Er berichtet in diesem Buch nach einer wahren Geschichte des Bergsteigers und Kunsthandwerkers Rudolf Duschka, der vier Jahre lang die Jüdin Regina Steinig und deren Tochter Lucia in seiner Werkstatt versteckte, um sie vor der Deportation in ein Konzentrationslager zu bewahren.

    Der Stoff wurde nicht wirklich romanhaft verarbeitet, sondern wird eher möglichst authentisch nacherzählt, wobei vor allem die Erinnerungen Lucias als Stütze für den Autor Hackl fungierten. Das mit knapp über 100 Seiten sehr dünne Buch ist darum auch eher wie ein Bericht verfasst, nichtsdestotrotz jedoch berührend und erschreckend.

    Außerdem zeigt es auf, dass man kein Held sein muss, um eine gute Tat zu vollbringen bzw. gegen Unmenschlichkeit vorzugehen - ein sehr authentischer Bericht also.

    tinybutmighty

    Die "harmlosen" Fälle schaffen es nicht in die Medien, noch dazu wollen das viele Familien auch nicht. Ich habe vor vielen Jahren dort Vereine unterstützt, als der scheiß Löschung und weiß da einige vor Ort Geschichten. Die Gefahr ist definitiv da!

    Und die Einstellung Huch, kann ja Mal passieren, finde ich selbstverständlich daneben. Trotzdem sehe ich den Fehler beim Menschen und würde den Hund mit Auflagen gern am Leben lassen. Egal ob Dänemark oder Deutschland.

    Kannst du Beispiele dafür vielleicht anonymisiert hier wiedergeben? Das würde mich wirklich interessieren.


    Die Frage ist: Wer kontrolliert denn, dass solche Auflagen eingehalten werden? Gerade bei nachlässigen Haltern sehe ich auf jeden Fall die Gefahr, dass die Auflagen nur nach eigenem Gusto befolgt werden und es zu weiteren Vorfällen kommt...

    Den Hund in kompetente Hände weiterzuvermitteln, wäre natürlich eine Alternative, aber wie viele Menschen, auch solche mit Hundeerfahrung und Know-How, entscheiden sich für einen Hund, der schon mal einen Artgenossen schwer verletzt hat? Meines Wissens nach herrscht da ein enormer Mangel und es wäre unmöglich, all diese Hunde gut unterzubringen.