Alleine bist du mit deinen Gefühlen mit Sicherheit nicht. Im Dogforum berichten immer wieder frischgebackene Hundebesitzer - gerade solche, die sich einen Welpen oder Junghund geholt haben, egal ob vom Züchter oder Tierheim - von diesem "Welpenblues", von dem Gefühl der Überforderung, Anspannung und Ängste. Bis zu einem gewissen Punkt ist das auch ganz normal. Die Anschaffung eines Hundes ist eben ein einschneidendes Lebensereignis, weil man damit ja doch eine gewisse Verantwortung auf sich nimmt.
Ich denke aber, es ist auch ein wenig diesem "verkopftem Denken" heutzutage geschuldet, dass gerade so viele bemühte, engagierte Ersthundehalter derart heftig reagieren, dass es sogar zu Heulattacken und Ähnlichem kommt. Da wird einfach oftmals überanalysiert, jede Regung des Hundes sofort nervös wahrgenommen, und hinzu kommt der riesige Perfektionsanspruch an einen selbst, weil man ja "alles richtig machen" will.
Dabei kann man bei einem Hundekind genauso wenig "alles richtig machen" wie bei einem Kind. Man wächst mit und an seinen Aufgaben. Ein Hund trägt nicht gleich einen Riesenknacks fürs Leben davon, wenn nicht alles 100%ig nach Plan verläuft, das geht bei Lebewesen ja sowieso nicht.
Natürlich ist es wichtig, dass du dich auf Arlo einlässt und seine Besonderheiten wahrnimmst und entsprechend vorsorgst, um ebenfalls entspannter sein zu können. Oft reichen dafür erstmal ganz einfache "Managementmaßnahmen":
- eine längere Leine, damit er mehr Raum hat um z.B. entspannt zu schnüffeln - dadurch könnte auch das Ziehen nachlassen
- ein gut sitzendes Sicherheitsgeschirr bzw. Doppelsicherung mit Geschirr und Halsband - damit wird das Weglauf-Risiko schon mal wieder stark reduziert
Ich würde auch zu einem guten, positiv arbeitenden Trainer raten, der dir einfach hilft, z.B. an Arlos Unsicherheit bezüglich Türeingängen etc. zu arbeiten.
Vor allem aber solltest du euch beiden Zeit geben. Ihr müsst euch jetzt beide an die neue Situation gewöhnen und das kann nunmal dauern. Je weniger Druck du dir da machst, umso besser.