Beiträge von tinybutmighty

    Als ich vor ein paar Wochen mit dem Zug von DE nach AT zurückfuhr, saßen mir gegenüber zwei herrlich aufgeweckte Kinder im Alter von 8 und 6 Jahren. Die waren die ganze Zeit am Plappern, was mir die lange Rückfahrt allerdings tatsächlich angenehmer machte.

    Laberte der Kleine also so vor sich hin und sagte dabei plötzlich: "...und wenn alle gestorben sind, dann reisen wir nach Afrika!"

    Leider habe ich bis zuletzt nicht rausgekriegt, warum erst alle sterben müssen, ehe sie nach Afrika reisen können xD

    Zuletzt beendet: "Laufen" von Isabel Bogdan. Ein Buch über den Verlust eines geliebten Menschen und wie die Hinterbliebene damit umgeht und zurück ins Leben findet.

    Die Protagonistin, aus deren Perspektive der Roman erzählt wird, verlor ihren Partner durch dessen Suizid. Sie kämpft mit intensiven und manchmal auch widersprüchlichen Gefühlen - Trauer, Wut, Schuldgefühle, die Was-wäre-gewesen-Wenns, Einsamkeit, Sehnsucht, Frust, Verzweiflung...

    Ihre beste Freundin schlägt ihr vor, ein altes Hobby, das Laufen, wiederaufzunehmen. Das Buch erzählt in kurzen Kapiteln immer von den Läufen der Protagonistin, denn aus ihrer Perspektive werden dann ihre Gedanken während des Joggens wiedergegeben. Dies ist die große Besonderheit des Romans - man begleitet die Protagonistin somit quasi immer auf ihren Läufen und wird somit zum Zeugen ihres Trauerprozesses und dem Zurückfinden ins Leben.

    Ihre Emotionen und Gedanken werden glaubhaft und manchmal auch durchaus berürend wiedergegeben, beispielsweise ihre Sehnsucht danach, berührt zu werden. Der Autorin ist da ein recht feinfühliges Werk der "leisen Töne" gelungen.

    Dennoch, so gern ich es auch gelesen habe, es wird sicher kein "All-time-Favorit", vielleicht gerade auch aufgrund der zwar originellen, aber zugleich einschränkenden Erzählstruktur, die es mir schwer machte, wirklich mitzuleben. Es war ezwar ein sehr solides und kurzweilig geschriebenes Buch, das sich eines sensiblen Themas mit dem nötigen Feingefühl annimmt, aber das "Wumms" wie zB bei einem Ausnahmewerk wie Mitgutschs "Die Züchtigung" fehlte.

    Dennoch durchaus lesenswert, das steht außer Frage.

    Mein erster Gedanke war auch was Gesundheitliches, zB Schmerzen. Zur eingehenderen Diagnostik die da wohl nötig ist können andere User sicher mehr raten...


    So oder so wäre es mir persönlich total wichtig, Chico der ja auch ein Senior ist, entsprechend zu schützen und drauf zu achten, dass Amares ihm gegenüber gar nicht aggro werden kann, zB durch räumliche Beschränkungen wie Türgitter/Zäune etc.

    Ich denke, jeder empfindet so etwas eben individuell.

    Grundsätzlich sind wir Menschen halt Gewohnheitstiere und gerade große Veränderungen können da durchaus Angst machen und für Gedankenkarussell und emotionales Chaos sorgen - ob das nun ein neuer Job, die Anschaffung eines Hundes oder ein Umzug ist.

    Daher finde ich, niemand muss sich dafür schämen, dass er z.B. nach dem Hundeeinzug erstmal nicht ausschließlich Freude und himmelhochjauchzend empfindet. Am besten ist es wohl, die Gefühle anzunehmen, ohne sich davon verrückt machen zu lassen. Möglichst wenig Druck auf sich selbst und auf das Hundekind ausüben, auf Struktur und Routine achten und natürlich die schönen gemeinsamen Momente genießen - dann wird das schon =)

    Uff, jetzt möchte ich das Buch "Das Volk der Bäume" auch unbedingt lesen, das klingt ja interessant!

    Jetzt bin ich total irritiert, weil ich felsenfest überzeugt war, das Buch auf deine Besprechung in diesem Thread hier hin auf meine Liste gepackt zu haben... :skeptisch2:

    Nein, ich habe tatsächlich nur "A Little Life" gelesen.

    Was ich genial finde und mehrfach empfohlen habe, sind die "Knochenuhren".

    Teil II - Jasmin, Yorkie(mix), 7 Jahre

    Wie ähnlich sind euch eure Hunde?

    Wie ich ist Jasmin erstmal eher introvertiert und vorsichtig. Muss neue Situationen erst einmal kurz einschätzen, ehe sie sich wirklich darauf einlässt. Wie ich macht sie sich schnell Sorgen und vereint Grüblerin und Frohnatur. Wir genießen beide gutes Essen, kuschelige Faulenztage, sind aber auch gerne draußen unterwegs. Brauchen viel Zuwendung ;)

    Aber ansonsten - nein, ich würde sagen, wir sind jetzt keine charakterlichen Zwillinge oder so.

    Welche Ereignisse haben euch zusammengeschweisst?

    Als ich Jasmin ein Jahr hatte, ist sie mal meinen Großeltern davongelaufen, als die sie betreut haben. Sie war 30 Stunden lang verschwunden, also auch eine ganze Nacht lang. Das war furchtbar und ich habe fast pausenlos nur nach ihr gesucht. Da wurde mir einfach bewusst, dass dieser winzige Hund zu mir gehört und ich ohne sie nicht vollständig bin.

    Welche Charaktereigenschaften haben euch überrascht?

    Anfangs dachte ich, sie geht Richtung Angsthund. Tatsächlich aber nahm ihre Neugier kontinuierlich zu und sie machte rasend schnell eine wirklich erstaunliche und berührende Entwicklung durch.

    Welche von diesen Eigenschaften waren für euch am mühsamsten?

    Keine der obigen, ich kann eigentlich ganz gut mit tendenziell ängstlichen Hunden. Was wirklich schwierig war, das war ihre Trennungsangst. Die hat sie nach wie vor. Sie bleibt sehr schlecht alleine, wenn es sein muss, dann bellt sie häufig und ist sehr gestresst. Sie kann es für ganz kurze Zeit, z.B. wenn ich einkaufen gehe, obwohl es auch da von diversen Faktoren abhängig ist, ob sie bellt und wie gestresst sie davon ist.

    Ich dachte tatsächlich mal, dass ich sie abgeben muss, weil ich nicht wusste, wie ich mit einem Hund zusammenleben soll, der nicht alleine bleiben kann. Das war eigentlich der Worst Case für mich, aber siehe da: Es funktioniert. Sie ist mittlerweile seit 3,5 Jahren an meiner Seite und wo ein Wille, da ein Weg, zumindest in unserem Fall!

    Wie viel Führung braucht euer Hund und was würde er ohne / mit weniger Führung stattdessen tun?

    Richtig viel Führung braucht Jasmin nicht, da sie ein "von Natur aus braver" Hund ist. Sie bleibt draußen in meiner Nähe und ist ansprechbar, ist im Alltag überwiegend sehr unauffällig, macht einfach keine Probleme.

    Was sie aber benötigt, ist viel Rückhalt und Bestätigung und Schutz. Sonst gibt es einfach Situationen, die sie überfordern und ihr Angst machen. Ich muss für sie da sein und ihr vermitteln, dass ich auf sie aufpasse.

    Wie lösen sie Konflikte?

    Mit anderen Hunden geht Jasmin eigentlich nie in Konflikte. Sie ist da sehr harmoniebedürftig und im Zweifelsfall der Hund, der ausweicht oder sich zurückzieht.

    Menschen gegenüber ist sie halt tendenziell unterwürfig und versucht, zu beschwichtigen.

    Welche Sprüche würden eure Hunde sagen, wenn sie reden könnten?

    "Ich will Futter!"

    "Gibt's Nachtisch?"

    "Ich will kuscheln!"

    "Können wir noch 5 Minuten liegen bleiben?"

    "Wo gehst du hin, ich will mit, lass mich nicht allein"

    "Lalalala, das Leben ist schön!"

    Welche Charakterlichen Entwicklungen erwartet oder erhofft ihr euch?

    Ich denke, altersbedingt ist Jasmin charakterlich eh schon "fertig". Es wäre schön, wenn sie mit der Zeit beim Alleine bleiben entspannter werden könnte, aber darauf baue ich eher nicht.

    Ansonsten muss ich sagen, dass sie eh eine total coole Entwicklung durchgemacht hat und immer selbstbewusster und fröhlicher, unbeschwerter geworden ist.

    Danke. Naja, es ist sehr dünn (im Englischen knapp über 300 Seiten) und liest sich halt recht flüssig, von daher wollte ich's doch gerne fertig lesen. Vielleicht gebe ich Rooneys anderen beiden Werken irgendwann noch eine Chance, aber jetzt reicht es mir erstmal damit. Die Erwartungen sind halt auch entsprechend hoch, wenn man ständig nur Lob und positive Kritiken mitbekommt.


    Jetzt lese ich ein Buch, was soweit ich mich erinnere, Du empfohlen hast Stachelschnecke : "Laufen" von Isabel Bogdan. Bin gespannt.

    Teil II - Rex, Chihuahua, 7 Jahre

    Wie ähnlich sind euch eure Hunde?

    Ich finde nicht, dass Rex und ich uns besonders ähneln. Wir haben beide natürlich unseren Willen und können recht eigensinnig sein, aber grundsätzlich ergänzen wir uns eher, als dass wir uns ähnlich sind. Ich bin eher introvertiert, er ist extrovertiert. Ich bin meinen Artgenossen gegenüber sehr harmoniebedürftig, Rex hingegen weniger ggü seinen Artgenossen ;)

    Aber wir haben beide viel Spaß an den kleinen Dingen des Lebens, mögen es "ausgewogen" zwischen Ruhezeiten und Aktivität und sind für vieles zu haben.

    Welche Ereignisse haben euch zusammengeschweisst?

    Puh - was wirklich Dramatisches haben wir zum Glück noch nicht miteinander durchstehen müssen. Aber er ist, seitdem ich 19 bin, an meiner Seite und hat mich in den letzten, für mich oftmals anstrengenden Jahren begleitet und war einfach die allerwichtigste Konstante für mich und oft genug der Grund, überhaupt weiterzumachen. Okay, vielleicht doch dramatisch. Aber es stimmt, dass ich nicht weiß, ob ich ohne ihn noch hier wäre.

    Welche Charaktereigenschaften haben euch überrascht?

    Das große Selbstbewusstsein und wie souverän und manchmal größenwahnsinnig er durchs Leben geht.

    Aber auch, wie sensibel und feinfühlig er sein kann.

    Welche von diesen Eigenschaften waren für euch am mühsamsten?

    Rex ist kein Hund, der bei Konflikten unbedingt zurückweicht, er geht eher in Konfrontationen rein und verteidigt seinen "Standpunkt" mitunter sehr vehement und andere intakte Rüden mag er oft nicht besonders, was er dann auch deutlich zeigt - selbst, wenn sie um einiges größer sind als er, manchmal überschätzt er sich da einfach sehr und das ist für mich natürlich manchmal etwas mühsam - und ich mache mir natürlich Sorgen um ihn, weil er doch eigentlich ein Zwergi ist.

    Wie viel Führung braucht euer Hund und was würde er ohne / mit weniger Führung stattdessen tun?

    Rex braucht sicher eine klare Führung und klare Anweisungen. Ich bin sicher niemand, der das optimal leisten kann, da ich eher laissez-faire-mäßig unterwegs bin und sicher kein autoritärer, immer konsequenter Typ Mensch. Wir haben unseren Weg miteinander gefunden und ich erwarte einfach nicht von ihm, genau so zu sein, wie es mir am besten passen würde, sondern akzeptiere ihn mit all seinen Ecken und Kanten. Ja, dann bleibt er halt öfter mal an der Flexileine, weil ich im Freilauf nicht konsequent genug umsetze, dass er in meinem Dunstkreis zu bleiben hat und sich Erlaubnis einholen muss, ehe er irgendwas macht. Das klingt jetzt sehr negativ, aber eigentlich empfinde ich das meist gar nicht so. Wir haben unsere "Diskussionen", wie ich es nenne, aber ich glaube, dass wir uns eben gnaz gut ergänzen ;)

    Wie lösen sie Konflikte?

    Mit Vehemenz und eher mit Vorwärtsgang als Rückzug. Rex kann anderen Hunden, v.a. Rüden gegenüber, ziemlich arschig agieren, wenn er z.B. meint, eine Schnüffelstelle verteidigen zu müssen oder Essen auf dem Spiel steht. Er ist mitunter etwas ressourcengeil. Kann in solchen Situationen recht laut und wild werden.

    Und Menschen gegenüber ist er ja meist sehr freundlich, aber wenn ihm was absolut nicht in den Kram passt, kann er sich da auch in einen kleinen Berserker verwandeln. Geschieht selten, ist aber schon vorgekommen.

    Welche Sprüche würden eure Hunde sagen, wenn sie reden könnten?

    "Chill doch mal!"

    "Immer locker vom Hocker!"

    "Hearst, schleich dich, das is alles meins!"

    "Mir ist langweilig, ich will Action!"

    "Gib Kekse!"

    Welche Charakterlichen Entwicklungen erwartet oder erhofft ihr euch?

    Vielleicht, dass er mit dem Alter eine Spur "ruhiger" wird. Wobei er in vielen Situationen sehr ruhig und ausgeglichen ist, aber er kann draußen z.B. immer noch sehr auf was Spannendes reagieren und dann hat er die Ohren total auf Durchzug. Außerdem hat er FOMO und will z.B. oft ganz weit vorne laufen, da wünsche ich mir, dass das im Alter vielleicht ein wenig nachlässt und er ein gemütlicheres Tempo findet und weniger eigenständig durch die Weltgeschichte läuft^^

    Aber eigentlich lieb ich ihn so, wie er ist. Er ist mein kleiner vielseitiger Tyrannosaurus und darf mich ruhig weiterhin ab und zu überraschen :D