Beiträge von tinybutmighty

    Gestern Nacht fertig gelesen: "Conversations with Friends" von Sally Rooney.

    Was soll ich sagen? Ich kapiere den Hype um sie einfach nicht :ka: Ich verstehe nicht, was genau an "Conversations with Friends" so bemerkenswert sein soll und warum dem Roman eine Tiefgründigkeit und Vielschichtigkeit nachgesagt wird - die habe ich nämlich überhaupt nicht wahrgenommen. Ja, Rooney kann sicherlich ganz gut schreiben, wobei ich das Buch jetzt auch in sprachlicher Hinsicht nicht weiter bemerkenswert fand - aber in "Conversations with Friends" fehlt mir komplett die tiefere Botschaft, ich empfand es als reine Unterhaltungsliteratur, sicherlich mit einem gewissen Anspruch, aber das war's auch schon. Absolut kein weltbewegendes Werk, das lange nachhallt, sondern eher "joa, okay, und nun?"

    Schon allein die Handlung ist recht dürftig und klischeebeladen: Da ist eine 21-jährige Studentin, aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird. Sie hat ein schwieriges Verhältnis zu ihren Eltern - insbesondere zu ihrem alkoholkranken Vater -, lässt sich mehr oder weniger so dahintreiben und weiß nicht wirklich, wer sie ist. Okay, Identitätssuche und familiäre Probleme sind ja eigentlich ganz spannender Stoff für einen Roman, aber Rooney macht aus dem Material einfach nicht viel. Hauptstrang der Erzählung ist überhaupt die Affäre der Protagonistin mit einem verheirateten, um 11 Jahre älteren Mann, und hier driftet das Buch für mich wirklich ins Unrealistisch-Hollywoodmäßige ab: Nick selbst ist natürlich ein unwahrscheinlich gut aussehender, aber mäßig erfolgreicher Schauspieler, den Depressionen plagen, selbstverständlich aus gut situiertem Hause. Ach ja, und seine ein paar Jahre ältere Frau ist eine erfolgreiche Fotografin und Schriftstellerin, natürlich ebenfalls sehr attraktiv und kultiviert, und die Protagonistin und ihre beste Freundin Bobbi, die ebenfalls außergewöhnlich schön ist (quelle surprise!) und noch dazu trotz fehlender Lebenserfahrung extrem wortgewandt und schlagfertig, freunden sich zunächst lose mit diesem Paar an, wobei zwischen der Ich-Erzählerin und Nick schon bald die Funken sprühen, obwohl man als Leser*in nicht wirklich nachvollziehen kann, was die beiden großartig aneinander finden.

    Natürlich kann man das Buch als eine Art Analyse der fieberhaften Sinnsuche und Willkürlichkeit und Identitätspolitik des Spätkapitalismus verstehen, aber das scheint mir ein zu wohlwollender Blick auf "Conversations with Friends" zu sein. Die Protagonistin bleibt das ganze Buch hindurch ziemlich platt, auch ihre Ziellosigkeit und ihre Schmerzen lassen merkwürdig unberührt. Die anderen handelnden Personen wirken ohnehin eher wie Karikaturen. Bobbi ist ja ein ganz interessanter Charakter, aber auch hier gelingt es Rooney nicht wirklich, ihr Leben einzuhauchen.

    Und wenn man das Buch als eine Geschichte zwischenmenschlicher Beziehungen und ihrer Tücken versteht? Nun, klar kann man das, aber selbst dann ist es nicht außergewöhnlich. Die Dialoge zwischen den Charakteren sind einfach nicht wirklich überzeugend, zumal ohnehin fast alle eher wortkarg sind und nie wirklich "echte" Konversation machen. Ja, natürlich bleibt auch im wahren Leben oft vieles ungesagt oder hinter Plattitüden verborgen, aber dies pointiert darzustellen, gelingt Rooney ebenfalls nur sehr ansatzweise. Ab und zu gibt es dann Gespräche über aktuelle Themen wie Asyl oder Kapitalismus oder Monogamie, aber auch da entsteht keine Sogwirkung, keine "Conversation with Friends", die wirklich amüsiert oder berührt oder zum Nachdenken anregt.

    Rückblickend betrachtet wirkt der Roman eher wie ein Potpourri an Themen, die Rooney zusammenschmeißt, um am Ende ein Werk zu schaffen, dem leider sehr Substanz und Dichte abgehen. Zumindest gelingt es ihr aber in Ansätzen, eine Atmosphäre der Trostlosigkeit und Ausweglosigkeit zu entwerfen, die irgendwie typisch zu sein scheint für unser Zeitalter, trotzdem bin ich der Meinung, sie hat sich mit dem Stoff einfach übernommen und nichts von Bedeutung daraus gemacht.

    Ich weiß nicht ob sie mich ernst nimmt.

    Wenn wir trainieren, macht sie je nach Laune auch ganz gut mit. Auf Nein wird dann schon mal weniger gehört. Macht ja Spaß zu rebellieren.

    Vorsicht, mit dieser Denkweise würde ich an deiner Stelle schnellstmöglich aufhören. Der Welpe hat ganz sicher keinen Spaß dran, dir "auf der Nase rumzutanzen", der hat nämlich gar kein Verständnis für ein so komplexes menschliches Konzept. Der rebelliert nicht, das ist ein Hundebaby, das die Menschensprache noch überhaupt nicht kennt, mit den an ihn gestellten Erwartungen überfordert ist und keine Ahnung hat, was du von ihm möchtest.

    Stell dir vor, du findest dich plötzlich alleine unter außerirdischen Wesen wieder, die merkwürdige Laute von sich geben, die für dich erstmal keinerlei Bedeutung haben. Genauso ergeht es deinem Welpen gerade, er muss dich erst einmal kennenlernen, sich an das neue Umfeld gewöhnen und langsam, ganz langsam verstehen, was gewisse Worte und andere Signale bedeuten - das braucht aber Zeit. Wir lernen eine Fremdsprache ja auch nicht über Nacht, oder? ;)

    Dein Welpe liest sich für mich übrigens nach einem völlig normalen Hundekind. Wichtig ist, dass du die Erwartungen runterschraubst. Du musst jetzt noch gar nichts großartig trainieren, "Sitz", "Platz" und ähnliches lernt der Hund in einem Jahr doch auch noch. Wichtig ist doch erstmal, dass ihr euch Zeit nehmt, gemeinsam einen für euch passenden Alltag zu entdecken und dass der Hund die allerwichtigsten Hausregeln nach und nach erlernt, das Alleinbleiben, stubenreinwerden usw. - damit ist ein Hund in den ersten Lebensmonaten schon mal ganz gut beschäftigt und mental ausgelastet, da braucht es noch keine weiteren Tricksereien oder Ähnliches.

    Und ja, natürlich ist es bei einer so reizoffenen und sensiblen Rasse wie dem Border Collie wichtig, dass der Hund lernt, Ruhe zu halten. Das geht aber nicht auf Knopfdruck, sondern entsteht durch einen für die Hundebedürfnisse passenden Alltag mit einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Aktivitäts- und Ruhephasen. Natürlich möchte so ein Welpe auch einfach mal rumtoben und flitzen - Kindheit genießen eben. Das zu ermöglichen ist wichtig, am besten auch im - natürlich kontrollierten - Spiel mit anderen Welpen. Darüber hinaus können Hundekinder natürlich auch vom Kontakt zu wirklich souveränen, gelassenen erwachsenen Hunden sehr profitieren.

    Jasmin, Yorkshire Terrier (eventuell Yorkiemix), 7 Jahre

    Wie werden sie von Anderen wahrgenommen?

    Eindeutig als süß! Die Menschen sind oft sehr begeistert wenn sie Jasmin sehen und finden sie superniedlich, ich höre ständig Kommentare und werde sehr oft auf sie angesprochen, sie wird ziemlich häufig auch für einen Welpen gehalten.

    Es gibt aber auch Leute, die dann erschrecken, wenn Jasmin erstmal bellt und knurrt.

    Was stimmt von der Wahrnehmung?

    Jasmin ist wirklich eine supersüße Maus und manchmal wirkt ihr Verhalten tatsächlich recht welpenhaft trotz ihres Alters. Leute ohne viel Bezug zu Hunden werden sicher öfter mal danebenliegen wenn sie sie bellen und knurren sehen - in Wahrheit ist Jasmin nämlich einfach nur unsicher und braucht bei fremden Menschen ein klitzeklein wenig Zeit bzw. mag sie es am meisten, von denen in Ruhe gelassen zu werden.

    Wie sind eure Hunde in eurem Alltag?

    Jasmin hat sich großartig in meinen Alltag eingefügt, trotz aller Herausforderungen, die das für sie und mich bedeutete. Sie ist eine sehr unauffällige, angenehme, taffe kleine Begleiterin, die man wirklich überallhin mitnehmen kann. Restaurantbesuche, Bahnfahrten etc. verschläft sie oft einfach, am liebsten auf meinem Schoß.

    Wie reagieren eure Hunde auf fremde Menschen?

    Jasmin mag fremde Menschen nicht bzw. braucht sie ihnen gegenüber etwas Zeit. Sie taut mittlerweile aber sehr schnell auf, vor allem, wenn man sie nicht bedrängt. Dann mag sie viele Menschen sogar gerne und fordert Streicheleinheiten aktiv ein. Menschen, die sie ignorieren, ignoriert sie auch.

    Wie reagieren sie auf Besuch?

    Erst einma laut, haha^^ Der Yorkie ist eine gute Alarmanlage. ist es jemand, den sie kennt und mag, fällt die Begrüßung auch seehr laut und aufgeregt aus, ehe sie sich beruhigt. Ist es jemand, den sie nicht oder nicht gut kennt, bleibt sie erstmal wachsam, beobachtet und orientiert sich an meinem Verhalten. Beruhigt sich dann aber auch wieder und legt sich z.B. hin, wenn sie merkt, es betrifft sie nicht.

    Wie reagieren sie auf Kuscheleinheiten, Köperkontakt etc.?

    Jasmin würde sich am liebsten an mir festnähen, wenn sie könnte - sie liebt kuscheln, streicheln, kontaktliegen, schläft auch jede Nacht an mich gekuschelt ein.

    Wie sind sie, wenn sie im Arbeitsmodus sind?

    Jasmin ist bei eigentlich allem, was sie tut, verboten niedlich, also auch beim "Arbeiten"^^ Allerdings ist das nichts, was sie unbedingt braucht. Sie macht aber mit, weil sie es mag, was mit mir zu machen und weil sie Leckerlis super findet und dabei ist sie dann auch sehr lustig unterwegs, gibt sich total Mühe, kann hopsig-übermütig werden, also einfach spaßig ist's mit ihr, auch wenn sie keine ernsthafte Arbeitsambitionen hat.

    Was finden sie so richtig doof?

    Fellpflege, wenn fremde Menschen sie ansprechen oder anfassen wollen, generell von Leuten ausser mir "gehändelt" werden, Kälte, Regen, Hitze, zu viel an der Leine gehen müssen, ALLEINEBLEIBEN

    Worüber freuen sie sich?

    Weitläufige Wiesen, Leckerlis, Leckerlis, und noch mehr Leckerlis, ohne Leine flitzen und erkunden dürfen, Menschen, die sie kennt und gern hat, kuscheln, Quietschebälle, gelobt werden

    Wie sind sie im ÖV, im Auto?

    Autofahren und Öffis sind für Jassi kein Problem, am liebsten liegt sie halt auf meinem Schoß, dabei kann sie auch gut dösen. Auch stundenlang.

    Wie ausgeprägt sind die Rasseneingeschaften mit dem Charakter des Hundes?

    Ich sage gern, dass Jasmin mein "Pseudo-Terrier" ist, wobei Yorkies eh eher Begleithunde sind als Terrier. Man merkt Jassi aber den Terrier durchaus an, da sie schon sehr gerne und intensiv schnüffelt und mit der Nase oft am Boden ist, außerdem kann sie recht laut sein, ist wachsam, quirlig und trotz ihres vorsichtigen Charakters auch recht hartnäckig und taff irgendwo.

    Zugleich halt typisch "Schoßhund"-mäßig extrem verschmust, anhänglich und menschenbezogen. Umgänglich und alltagstauglich. Aufgrund ihrer Vorgeschichte eher unterwürfig und etwas unsicher, wobei man das oft gar nicht merkt.

    Wie sind sie, wenn sie Neuem begegnen?

    Es kommt darauf an. Jasmin ist prinzipiell eher mal vorsichtig und im Zweifelsfall geht sie "in Deckung", sie orientiert sich aber auch an mir und ist neugierig.

    Wie kommunikativ sind sie?

    Jasmin ist die "Bellizei", also schon eher bell- und meldefreudig, vom Kläffer aber ebenfalls weit entfernt^^ Sie bellt nicht grundlos, sondern z.B. aus Freude, Aufregung oder wenn sie meint, sich verteidigen zu müssen.

    Sie fiepwinselt auch, wenn sie z.B. was haben möchte, aber nicht allzu häufig.

    Welche Dinge seht ihr, die Andere missverstehen oder nicht sehen?

    Ich sehe halt sehr schnell, wenn Jasmin unsicher ist oder ihr etwas nicht geheuer ist, das unterschätzen manche Leute sicherlich oder merken es erst später als ich. Manchmal zeigt sie ihr Unbehagen auf recht hunde-untypische Weise, aber ich erkenne das halt mittlerweile sehr gut. Wenn sie gehemmt ist und sich nicht so recht traut, aus sich rauszugehen, merke ich das ebenfalls sofort. Weil sie halt bellt, wenn sie Angst hat, gibt es Leute, die das missverstehen und ihr vielleicht Aggression oder Unfreundlichkeit andichten, das stimmt aber so gar nicht. Ebensowenig "kontrolliert" sie mich was man auch manchmal denken könnte - in Wahrheit hat sie tatsächlich ein Riesen-Trennungsstressthema.

    Rex, Chihuahua, 7 Jahre:

    Wie werden sie von Anderen wahrgenommen?

    Hmm - rein optisch wird Rex wohl recht häufig als süß wahrgenommen. Da er Menschen gegenüber sehr offen ist, finden viele Leute ihn drollig und reagieren überwiegend sehr positiv auf ihn.

    Leute, die ihn besser kennen, finden ihn mitunter sicher etwas seehr ignorant und eigenständig. Zumindest wenn sie ihn draußen erleben. Drinnen erlebt man ihn eigentlich als sehr unauffällig und gechillt.

    Was stimmt von der Wahrnehmung?

    Rex ist auf jeden Fall ein sehr niedlicher Hund. Ich könnte ihn regelmäßig fressen vor Liebe!

    Es stimmt aber auch, dass er ein ziemlich charakterstarkes Kerlchen ist und sicher kein Hund für Leute, die sich einen Vierbeiner wünschen, der draußen mit der Aufmerksamkeit immer nur bei ihnen ist und nicht diskutiert.

    Wie sind eure Hunde in eurem Alltag?

    In meinem Alltag ist Rex ziemlich perfekt für mich! Er geht souverän durch so ziemlich alle Situationen, man kann ihn problemlos viel und oft mitnehmen, er ist einfach cool und unkompliziert und macht eigentlich so ziemlich alles mit. Natürlich behält er dabei seinen eigenen Sturkopf und das kann manchmal ein wenig lästig sein, aber ich bin immer wieder dankbar dafür, einen Hund zu haben, der so vieles mitmacht und sich nicht so leicht beeindrucken lässt.

    Wie reagieren eure Hunde auf fremde Menschen?

    Siehe oben - Rex findet Menschen in der Regel toll, "flirtet" auch gerne mal mit ihnen und liebt es, bewundert und gestreichelt zu werden. Allerdings nur, solange keine interessante Schnüffelspur oder was ähnlich Spannendes verfügbar ist - dann werden ihm Menschen völlig egal.

    Wie reagieren sie auf Besuch?

    Rex läuft auf jeden Fall mal zur Tür (allerdings nicht bellend!) um abzuchecken, was los ist. Und dann freut er sich eigentlich über den Besuch, kommt aber schnell zur Ruhe, wenn er merkt, es geht nicht um ihn. Hat jemand aber Zeit für ihn und streichelt ihn dann, so genießt er das ausgiebig. Ansonsten geht er halt einfach wieder schlafen.

    Wie reagieren sie auf Kuscheleinheiten, Köperkontakt etc.?

    Rex ist drinnen durchaus schmusig und kommt immer wieder mal kuscheln und lässt sich insbesondere gerne streicheln und kraulen. Irgendwann hat er dann aber genug, steht auf und zieht sich zurück.

    Wie sind sie, wenn sie im Arbeitsmodus sind?

    Arbeiten kann Rex sehr aufmerksam und motiviert - allerdings muss dafür auch die Belohnung stimmen, denn er hat nicht allzu viel WTP, sondern möchte schon, das was Gutes für ihn rausspringt.

    Echt schön ist es aber, wenn man ihn bei seiner Leidenschaft beobachtet - hier ist das Fun-Hoopers. Wenn wir dran sind beim Hoopers, dann ist er so überglücklich darüber, dass er erstmal seine paar Runden durch die Trainingshalle flitzt, breit grinsend, und dann kommt er fröhlich zu mir getrabt und ist bereit, zuzuhören.

    Was finden sie so richtig doof?

    Tierarztbesuche, oftmals andere intakte Rüden (vor allem jüngere), nicht ausgiebig schnüffeln dürfen, Katzen (zumindest draußen), Langeweile

    Worüber freuen sie sich?

    Ausgedehnte Spaziergänge, gute Leckerlis, über Menschen (mein bester Freund und mein Opa stehen bei Rex besonders hoch im Kurs), nette Artgenossinnen, flitzen dürfen, noch mehr Leckerlis.

    Wie sind sie im ÖV, im Auto?

    Autofahren hat Rex von Anfang an gut mitgemacht. Nur zu lange Fahrten irgendwohin findet er doof, weil Warten ist nicht seine Stärke^^

    Eigentlich unterwegs sind wir aber mit den Öffis, die nutzen wir fast täglich. Machte er vom ersten Tag an super mit. Es ist einfach Alltag für ihn.

    Wie ausgeprägt sind die Rasseneingeschaften mit dem Charakter des Hundes?

    Gar nicht so leicht zu sagen, weil ich die Bandbreite bei Chihuahuas riesig finde. Vom schüchternen, ruhigen, bedachten Typen bis hin zum übermütigen, leicht größenwahnsinnigen Draufgänger ist da alles dabei.

    Von den Rasseeigenschaften mitbekommen hat Rex eindeutig das Selbstbewusstsein und den Mut, einen leichten Hang zu Größenwahnsinn, die Entdeckerfreude, die Eigenwilligkeit und die Charakterstärke, ebenso aber seine sanfte, verkuschelte, immer-mit-dabei-Seite.

    Im Vergleich zu einigen anderen Chis empfinde ich ihn vielleicht als etwas eigenständiger, unabhängiger und jagdlich interessierter.

    Wie sind sie, wenn sie Neuem begegnen?

    Kommt darauf an, üblicherweise ist Rex da ziemlich cool und findet sich schnell mit neuen Situationen zurecht. Ist er doch mal verunsichert, neigt er ein wenig zum Rumfiddeln, bellt vielleicht auch mal (hat z.B. mal unbekannte größere Tiere angebellt), aber er lässt sich da eigentlich gut "rausholen".

    Wie kommunikativ sind sie?

    Rex ist kein großer Beller, wachsam ist er zwar, aber weit entfernt von einem Kläffer. So werden im Haus z.B. nur Geräusche gemeldet, die er als irgendwie ungewöhnlich einstuft. Noch am ehesten gebellt wird bei unsympathischen Artgenossen oder um etwas einzufordern (z.B. ein Leckerli, an das er nicht rankommt).

    Er fiepst aber ganz gerne mal, z.B. aus Ungeduld oder Frust oder brummgrummelt, wenn man ihn beim Schönheitsschlaf stört.

    Welche Dinge seht ihr, die Andere missverstehen oder nicht sehen?

    Puh - ich empfinde Rex tatsächlich als einen Hund mit einer sehr nuancierten und gelegentlich widersprüchlichen wirkenden Persönlichkeit. Und daher glaube ich schon, dass es anderen Menschen, die ihn nicht so gut kennen, häufig nicht ganz so leicht fällt, ihn wirklich zu verstehen oder sein ganzes Wesen zu erfassen. Er kann so z.B. ziemlich machomäßig und grumpy wirken, hat aber eigentlich einen sehr weichen, sensiblen Kern. Er kann auch recht "abgebrüht" und unbeteiligt rüberkommen, dabei ist er gleichzeitig ein alberner kleiner Doofkopf, der hingebungsvoll mit seiner Kaustange spielt und sich zuhause ausgiebig durchknuddeln lässt.

    Tatsächlich merke ich auch oft sofort, wenn es ihm nicht so ganz gut geht, selbst wenn er noch völlig normal wirkt. Aber das ist natürlich nicht außergewöhnlich, dass man das als Besitzer spürt, während andere das überhaupt nicht wahrnehmen.

    Wie sieht das "Gassigehen" denn momentan aus?

    Der Hund ist erst wenige Tage bei euch und stammt vermutlich nicht aus einer seriösen Aufzucht, oder?

    Da ist weniger wirklich mehr, das bedeutet, richtig spazierengehen wird momentan noch nicht drin sein, vielmehr muss der Hund sich in Ruhe an sein Umfeld gewöhnen können - bringt ihn also regelmäßig zum Lösen nach draußen an eine möglichst ruhige und ablenkungsarme Stelle, und gebt ihm Zeit.

    Fertig mit Haruki Murakami, "Kafka am Strand"

    Nach "Mister Aufziehvogel" war "Kafka am Strand" mein zweiter Roman des bekannten japanischen Autors. "Mister Aufziehvogel" übte eine recht große Faszination auf mich aus, die Geschichte zog mich bald schon völlig in ihren Bann, und auch wenn am Ende einige Fragen offen blieben, hatte ich insgesamt betrachtet doch das Gefühl ein recht stimmiges Werk gelesen zu haben, zumal die Interpretationen, die ich online dazu fand, recht interessant waren - ich entschied zuletzt, "Mister Aufziehvogel" als eine Art Liebesgeschichte zu sehen, wie es eine Interpretation des Buches nahelegte.

    "Kafka am Strand" war meines Wissens nach das Buch, das Murakami den großen Durchbruch einbrachte - ich bin aber sehr zwiegespalten, was diesen Roman betrifft. Eines ist klar, es liest sich sehr flüssig und angenehm und übt tatsächlich ebenfalls eine Art Sogwirkung aus. Man möchte durchaus wissen, wie es weitergeht, fiebert mit, und wird von Murakamis atmosphärischen Schilderungen abgeholt und mitgetragen. Er ist schlicht und ergreifend ein sehr guter Geschichtenerzähler. Aber dieses Mal störten mich die losen Enden, die Andeutungen und offenen Fragen, weil ich das Gefühl hatte, dass dahinter so gar keine Logik steckt. Surreale Welten und rätselhafte Begegnungen schön und gut, aber als Leser wünscht man sich doch eine Art Auflösung, einen roten Faden, der die einzelnen Handlungsstränge miteinander verbindet, irgendetwas - gegen Kafkaeskes habe ich ja gar nichts einzuwenden, aber bei Kafka gibt es sehr viele mögliche und dann auch sinnergebende Interpretationsmöglichkeiten von Werken wie "Die Verwandlung" und "Der Prozess" - und da spürt man als Leser*In einfach, dass Murakami eben literarisch nicht an Kafka rankommt, sondern das Surreale und Mythische in "Kafka am Strand" irgendeiner Aufklärung, einer inneren Logik bedürfte - aber diese Erklärungen fehlen, was einen etwas schalen Nachgeschmack hinterlässt, so als habe der Autor sich ein wenig zu sehr bemüht, ein möglichst fantastisches Szenario zu entwerfen - dem aber der "Kern" fehlt.

    Kafkas Werke oder auch Haushofers "Die Wand" bedürfen keiner logischen Erklärungen, zumindest nicht, wenn man sie nicht auch als Sinnbild des menschlichen Daseins und Seelenlebens versteht - ein Schritt, der bei Murakamis "Kafka am Strand" jedoch ungleich schwerer fällt.

    Eigentlich würde ich das Werk eher nahe bei Autoren wie David Mitchell einordnen, den ich persönlich ja ziemlich genial finde - der aber bei aller Rätselhaftigkeit viel stringenter und in sich logischer erzählt als Murakami in "Kafka am Strand". Und dessen Romane, insbesondere "Chaos" und " Die Knochenuhren" mich daher tiefer berührt und mir mehr gegeben haben.

    Das soll aber nicht bedeuten, dass "Kafka am Strand" nicht lesenswert ist - denn wie gesagt, es lässt sich sehr, sehr angenehm lesen und man kann durchaus eintauchen in diese mysteriöse Welt, die Murakami da entwirft. Unglaublich charmant und liebenswert ist in diesem Buch der zweite große Erzählstrang, der sich nicht um den Protagonisten - den 15jährigen Kafka, der von zuhause abhaut und in ein neues Leben voller Rätsel und schicksalhafter Begegnungen gezogen wird - selbst dreht, sondern um den zweiten wichtigen Charakter, den älteren Herrn Nakata, der infolge eines rätselhaften Ereignisses in Kindheitstagen geistig zurückgeblieben ist, aber dafür die Fähigkeit hat, mit den Katzen zu sprechen - und man begleitet den im Romangeschehen eine Schlüsselrolle haltenden Nakata auf eine sehr abenteuerliche Reise durch Japan, da dieser nach einer schicksalhaften Begegnung eine Art inneren Ruf verspürt, dem er folgen muss. Die Diaologe mit Nakata sind unglaublich gut und einfühlsam geschrieben, und der Charakter wächst einem richtig ans Herz. Allein dafür gebührt Murakami schon ein dickes Lob.

    Nichstdestotrotz muss für mich persönlich jetzt erst mal eine Murakami-Pause sein - vielleicht auch, weil es mich oftmals ein wenig nervt, dass der Autor gerne mal zu provozieren versucht - jedenfalls habe ich den Eindruck - indem z.B. ziemlich brutale Schilderungen ihren Eingang ins Buch finden - in "Kafka am Strand" musste ich hier auch ein paar Seiten überblättern

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    denn ich bin zwar nicht übersensibel, aber diese detaillierte Beschreibung eines Mannes, der auf grausamste Weisen Katzen tötet, war mir echt zu grauenvoll

    und hinzu kommt dann noch eine schwierige - möglicherweise inzestuöse - sexuelle Beziehung, die in dem Buch eine Rolle spielt - und ich bin da echt alles andere als prüde, aber habe mich halt einfach gefragt, muss das für die Geschichte sein oder ist das nur ein Versuch, möglichst gewagt und vermeintlich tabubrechend zu sein?

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    Damit meine ich die sexuelle Beziehung zwischen dem 15-jährigen Protagonisten und der etwa 50-jährigen Bibliotheksinhaberin - kann man sicherlich auf verschiedenste Arten interpretieren, für mich blieb dennoch ein unangenehmer Nachgeschmack.

    Generell muss ich dazu sagen, ich mag Murakamis Art, Frauen zu (be)schreiben, ohnehin nur bis zu einem gewissen Grad - ich habe das Gefühl, irgendwie fungieren sie oftmals fast nur als "Props" für die männlichen Protagonisten, zudem gefällt es mir nicht, dass ich schon mehrmals das Gefühl hatte, dass sexuelle Handlungen für die Frauen bei Murakami mitunter irgendwie als "Besudelung" und "geistige Beschmutzung" oder sonstwas beschrieben werden, vielleicht ist das auch nur meine Lesart, aber das fand ich schon bei "Mister Aufziehvogel" unangenehm und störend - ich kann damit einfach nichts anfangen, wie er Sex in seinen Büchern nutzt.


    Puh, ewiger Text, also kurz nochmal zusammengefasst: "Kafka am Strand", Lesesvergnügen durchaus vorhanden, ebenso ein gewisser "Sucht-Faktor", man will einfach erfahren, wie es weitergeht - aber das Buch ist eben auch provokant und schwer zu interpretieren und lässt viele Fragen offen, man kann es eigentlich nur selber lesen und entscheiden, was man daraus macht.

    Über andere Meinungen würde ich mich echt freuen.

    Puh, ich persönlich bin auch der Meinung, wenn man einen Hund von Welpe an hat, sollte man das Alleinbleiben ebenfalls gleich von Beginn an üben. Mal kurz die Post holen gehen, Türen schließen, Müll raustragen - all das sind ja Dinge, die man relativ gut unaufgeregt in den Alltag integrieren kann.

    Gut, das ist jetzt eben passiert, von daher würde ich eben wirklich peu a peu mit Oskar trainieren, indem du zB Türgitter besorgst, hinter dir öfter mal die Türen schließt (macht man ja eigentlich ohnehin, wenn man aufs WC geht, oder?) etc. Ob das so klappt, kann natürlich keiner garantieren. Wichtig ist, da selbst möglichst gelassen dranzugehen und dem Hund Struktur und Routine zu bieten, sodass er sich gewöhnt. Es kann hilfreich sein, zB immer zur gleichen Zeit eine Art "Pausenzeit- zu etablieren, in der der Hund komplett in Ruhe gelassen wird und auch das Alleinsein verknüpfen Hunde zeitlich und ortlich.

    Ganz wichtig ist es also in eurem Fall, dass ihr "Co-Halter" alle an einem Strang zieht, denn Alleinebleiben muss Oskar an beiden Orten lernen. Und negative Erfahrungen mit dem Alleinesein sollten natürlich tunlichst nicht passieren, damit Oskar gar nicht erst in den Trennungsstress gerãt.


    Im aktuellen "SitzPlatzFuß"-Hundemagazin findet sich übrigens das Schwerpunktthema Alleinebleiben!