Beiträge von tinybutmighty

    Also 3 Stunden Gassi sind jetzt mal auf jeden Fall nicht wenig. Ich mache das mit meinen erwachsenen Hunden durchaus auch öfters, bin gerne und viel draußen unterwegs, aber euer Hund ist jung und wahrscheinlich gerade zusätzlich pubertär, was das Gehirn zu einer Art Großbaustelle macht. Bedeutet, es könnte für euren Hund gerade zu viel sein, diese 3 Stunden Spaziergang täglich zu meistern, vor allem, wenn da viele Reize auf ihn einprasseln, die er zu verarbeiten hat.

    Ich würde das Programm mal reduzieren.

    Ehrlich gesagt verstehe ich die Intention hinter diesem Thread nicht so ganz :???: Ich bilde mir ein, ein ähnliches Thema gab es hier schon mal, "Wie seid ihr zu eurem Hund gekommen" oder so ähnlich.


    Ich kann nur sagen, wie es für mich persönlich ist: Ich bin ganz klar für die Aufnahme von Tierschutzhunden, für mich kommen tatsächlich nur Second-Hand-Hunde moralisch in Frage. Vermehrerei lehne ich ab und seriöse Rassehundezucht wäre für mich persönlich (!) ebenso keine Quelle der Hundeanschaffung. Das liegt rein an meinem persönlichen Standpunkt zu dem Thema.

    Mein 1. Hund ist aus einem inländischen Tierheim. Hingefahren, um sich "mal umzusehen" - das Tierheim hatte damals noch "Zwingertourismus", also die Möglichkeit, sich einfach so umzugucken -, Rex gesehen, verliebt, an seinem Verhalten gemerkt, dass er super zu uns passen würde, gleich mitgenommen. So ein kleiner, unkomplizierter Junghund ist ja schnell vermittelt meist. Auf dem Heimweg kauften wir an der Tankstelle noch rasch etwas Futter für ihn, am nächsten Tag gab es dann einen ordentlichen Einkauf im Haustierbedarf, um alles Notwendige zu besorgen.

    Hund Nummer 2 ist aus dem Auslandstierschutz, aus Ungarn. Ich entschied mich hier für einen Direktimport, allerdings war mir die Orga zuvor schon bekannt und ich wusste daher, worauf ich mich einlasse. Zwar brachte der Hund eine für mich sehr große Baustelle mit (starke Trennungsangst) ,doch auch hier fand sich eine gute Lösung. Ansonsten ist meine Maus genau wie beschrieben - was das Alleinebleiben betrifft, machte die Orga keine Angaben, ist bei einem beschlagnahmten Vermehrerhund ja auch schwer möglich - und hat sich fantastisch entwickelt seit ihrem Einzug hier =)

    Die Hunde aus meinem Teilzeit-Rudel sind ebenfalls alle "Second-Hand", meine Freundin hat da eine ganz ähliche Einstellung wie ich.

    Hund Nummer 1 stammt ursprünglich von einem eingetragenen Züchter (der mittlerweile aber aus Gründen ein Zucht- und Tierhalteverbot hat), lebte dann in einer Familie und wurde nach einigen Jahren aus Zeitmangel nach der Trennung des Paares abgegeben und kam so zu meiner Freundin.

    Ihr zweiter Hund stammt ursprünglich aus Bulgarien, kam über den Tierschutz zu ihrem Vater und nach dessem Tod dieses Jahr zu meiner Freundin.

    Hund Nummer 3 lebt erst seit kurzem bei uns, kommt von einem kleinen Verein, der Hunde aus Rumänien hier in Österreich auf Pflegestellen vermittelt und dann ein endgültiges Zuhause für diese sucht. Wir konnten den Hund auf der Pflegestelle besuchen und es ging dann sehr schnell mit der Aufnahme des Hundes - es gab allerdings eine Vorkontrolle.

    Unsere Hunde bellen auch, wenn nachts ein Kind die Tür zu unserem Schlafzimmer aufmacht. Hunde reagieren in solchen Situationen halt oft mit Bellen, weil's nunmal ihre "Sprache" ist. So richtig abgewöhnen kann man das meiner Ansicht nach kaum, mit der Zeit gewöhnen sich Hunde allerdings meist an solche Situationen und stufen sie möglicherweise eines Tages nicht mehr als so ungewöhnlich ein, sodass das Bellen dann zumindest kürzer ausfällt und der Hund leichter beruhigt werden kann. Euer Hund ist erst so kurze Zeit bei euch, der muss sich ja wirklich erst an alles gewöhnen.

    Was das Verhalten der Tochter gegenüber auf Spaziergängen betrifft, so klingt es für mich, als könne er sie womöglich schwer einschätzen - das geht vielen Hunden so mit jüngeren Kindern - und sei deshalb irgendwie "auf der Hut" ihr gegenüber. Ich würde hier daran arbeiten, dass der Hund sich verstärkt an euch Erwachsenen orientiert und ihr entspanntes Verhalten des Hundes immer wieder ordentlich bestätigt.

    Herzensmenschin und ich stehen im Flur, weil wir gerade zum Gassi aufbrechen wollen. Sie mustert ganz verträumt den Schlüsselanhänger - ein schalkhaft zwinkernder Katzenkopf - am Schlüsselbund und schwärmt: "Dieser Katzen-Anhänger ist so toll, das war die beste Anschaffung des Jahres, ich finde den immer noch so genial und niedlich!"

    Ich so: "Äh, wir haben uns dieses Jahr einen weiteren Hund zugelegt. Und ein 1.000 Euro-Zelt. Aber klar, der Katzen-Schlüsselanhänger ist DIE ultimative Anschaffung des Jahres xD "

    Leider klingt es wirklich so, als hätte deine Hündin in der Vergangenheit, bevor sie zu dir kam, auch sehr unschöne Erfahrungen gemacht. Möglicherweise ist sie von Natur aus schon eher unsicher (bei der Kleinhundezucht wird leider oft zu wenig Wert auf ein souveränes, nervenstarkes Wesen gelegt, da Äußerlichkeiten im Fokus stehen) und die Umgebung, in der sie die ersten Lebensjahre verbracht, wird ihr Übriges dazu getan haben.

    Ich hoffe, du fühlst dich hier nicht angegriffen - ich finde, Vorwürfe bringen da nichts, zumal dein Verhalten für mich zwar so klingt, als könnte man das ein oder andere verbessern, aber nicht so, als wärst du irgendwie schuld oder würdest dem Hund überhaupt nicht gerecht.

    Eine Freundin von mir hat eine Chih-Hündin mit Deprivationsschaden. Die wuchs wohl extrem reizarm auf und wurde für lange Dauer in eine Box gesperrt, lebte also praktisch darin. Diese Hündin tut sich irre schwer mit normaler hündischer Kommunikation und geht nach wie vor nicht gerne spazieren - möchte am liebsten immer sofort nach Hause zurück. Soweit ich weiß, half dieser Freundin und ihrem Hund aber tatsächlich eine entsprechend ausgebildete Trainerin, dass der Hund zumindest den Alltag stress- und angstfreier überstehen kann. Die Idee, sich professionelle Hilfe ins Haus zu holen, finde ich daher nicht verkehrt. Es muss halt jemand sein, der wirklich Ahnung von Hunden mit Angst- oder gar Deprivationsproblemen hat und individuell auf eure Situation eingehen kann. Und ganz besonders wichtig im Falle deiner Hündin finde ich, dass diese Trainerperson positiv und gewaltfrei arbeitet! Vielleicht wirst du über das Trainernetzwerk "Trainieren statt dominieren" fündig.

    Gestern waren wir nicht wirklich spazieren, nur Büro und anschließend bissl Last-Minute-Shopping. Ich erinnere mich nur an einen Chihuahua(mix?) in Sonderfarbe, Merle. Ach ja, und in der Früh hat uns die kleine langfellige Mixhündin (tippe auf Pekinese x Terrier) mal wieder ordentlich verpöbelt auf dem Weg ins Büro^^

    Heute Früh auf der Gassirunde habe ich getroffen: Den Weißen Schäferhund und die alte Labradorhündin sowie den Shar Pei - Mix aus der Nachbarschaft.

    Dann noch einen älteren Golden Retriever und einen älteren kleinen, sehr entzückenden Mix.

    Gestern Nachmittag gab es wieder eine Hundewald-Runde. Gesehen haben wir unter anderem:

    - 3 Hovawarte

    - 2 Berner Sennenhunde

    - 1 Shar Pei Mix

    - 1 sehr schlanker heller Labrador

    - 1 Labradormix mit Falten am Kopf

    - mind. 2 schwarze Labradore

    - 1 größeren struppigen Mix

    - 2 entzückende Yorkies

    - 1 herzigen schokobraunen Kleinspitz

    - 1 schwarzen Mittelspitz

    - 1 jungen Rauhaar-Vizsla

    - mind. 2 Kurzhaar-Vizslas

    - 1 Weimaraner

    - 1 großen Rüden, der nach DK-Mix oder Eurohound aussah

    Ich habe einen Yorkshire Terrier (eventuell Yorkiemix, sie ist aus dem Auslandstierschutz). Die Yorkies sind oft weniger kernig als andere Terrier-Rassen, da sie schon lange einfach als Begleit- und Gesellschaftshunde gezüchtet wurden.

    Bedenken muss man bei einem Hund dieser Größe aber, dass Kinder auf den schnell mal bedrohlich wirken können und dass es sehr wichtig ist, dass im Familienleben darauf geachtet wird, dass die Grenzen des Hundes und seine Bedürfnisse akzeptiert werden. Auch wenn Yorkies gemäßigte Terrier sind, können die deutlich werden, wenn sie nicht hundegerecht behandelt werden. Bei sehr kleinen Hunden ist das Risiko, dass Kinder weniger Respekt vor diesen haben oder der Hund als "Spielzeug" herhalten muss, ja schon prinzipiell größer, da braucht es euch als aufmerksame, sich der Verantwortung bewusste Elternteile ganz besonders.

    Ihr müsst halt hinterfragen, ob ihr wirklich bereit seid, den Alltag mit Hund entsprechend zu managen und auch eure Kinder für den richtigen Umgang mit Hund anzuleiten.

    Zuletzt gelesen: "Grün ist die Hoffung" von T.C. Boyle.

    Ich habe ja nun schon mehrere Boyles gelesen. Ein paar fand ich echt ziemlich stark, anderere wiederum eher mau. Aber gefühlt habe ich mich noch nie so durch einen Roman des Autors gekämpft wie bei "Grün ist die Hoffnung". Auch wenn ich in den letzten Wochen nicht so viel Lesezeit hatte, ich wäre bestimmt schneller bei der Lektüre gewesen, wenn das Buch es geschafft hätte, mich zumindest ein klein wenig zu fesseln und neugierig auf den weiteren Plot zu machen. Das war aber nicht der Fall. Es dümpelte irgendwie einfach nur vor sich hin, die eigentliche Plotidee war nichtmal schlecht oder unoriginell, nur die Umsetzung empfand ich es als sehr reizlos und fade.

    Da halfen auch all die schrägen Erlebnisse und grotesken Typen nicht, die Boyle hier beschreibt. Im Gegenteil fand ich seinen Hang zu Übertreibungen und Ausschmückungen hier eher lästig, weil ich das Gefühl hatte, die dienen nur der Ausdehnung der eigentlichen Handlung.

    Nein, ich bin froh, mit dem Buch fertig zu sein und mache jetzt erstmal wieder eine Weile Boyle-Pause.