Beiträge von tinybutmighty

    Ganz wichtig ist vor allem eins: Zeit geben. Erwartungen runterschrauben und den Hund ankommen und Vertrauen aufbauen lassen.

    Und wichtig ist es, selbst möglich gelassen und souverän zu bleiben, wenn sie z.B. mal erschrickt oder sich unsicher zeigt. Das heißt nicht, dass man die Angst einfach ignorieren und stur weiter sein Ding machen sollte, aber Hunde spüren halt auch die Anspannung der Bezugsperson. Da ist es besser, ruhig zu bleiben, und dem Hund - und das kann durchaus durch beruhigendes Zureden geschehen - zu signalisieren: "Alles okay, alles ist gut, du bist in Sicherheit."

    Weiterziehen würde ich sie möglichst nicht, sondern eher z.B. mal kurz mit ihr stehenbleiben und sie gucken lassen, vielen Hunden hilft das schon ein wenig, wenn sie Zeit haben, mal einfach nur in Ruhe zu schauen. Zudem kann es helfen, Bögen um vermeintliche "Gefahren" zu laufen und dem Hund z.B. durch Führen auf der von Fremden abgewandten Seite zu zeigen, dass eh niemand zu nahe an sie rankommt und ihre Wohlfühldistanz nicht unterschritten wird.

    An die meisten Alltagsgeräusche wird sich eure Maus vermutlich noch gewöhnen, aber das braucht eben Zeit.

    Ja, kann gut sein, dass der Hund einfach mit der Situation überfordert war. Da haben so einige Hunde als Reaktion nunmal das Bellen.

    Wirklich abtrainieren kann man das nicht, aber man kann natürlich vorbeugen, indem man z.B. neue Sachen nur sehr kleinschrittig und ganz kurz übt. Generell sollte man möglichst drauf achten, dass der Hund nicht regelmäßig so stark gefordert wird, dass er "drüber" ist.

    Ich weiß nicht genau, welches Spiel da ausprobiert wurde, vielleicht hatte euer Hund an dem Tag schon genug Input, gerade Welpen und Junghunde haben nur sehr begrenzt Konzentration und müssen jede Menge Reize verarbeiten, da vieles für sie ja noch neu ist.

    Gleich drei Becher und Leckerchen drunter (so stelle ich mir das jetzt mal vor) werden einfach noch zu schwierig für das Kerlchen gewesen sein. Manche Hunde experimentieren da dann auch rum, aber das ist natürlich Charaktersache.

    Vor einer Woche zu Ende gelesen: "The Power of the Dog" von Thomas Savage

    Genauso wie bei "The Queen's Gambit" die Serie hatte ich im Falle von "The Power of the Dog" zuerst den Film gesehen. Vor ein paar Wochen entdeckte ich dann zufällig den Roman in einer Buchhandlung und beschloss, ihn mal mitzunehmen.

    "The Power of the Dog", der in den 1960er-Jahren erschienene Roman im Western-Setting, spielt in den 1920ern in den USA, hier betreiben die ungleichen Brüder Phil und George eine recht florierende Ranch. Phil ist eher einfach gestrickt, aber herzensgut, freundlich zu seinen Mitmenschen. Phil hingegen ist ein schwieriger Charakter, der an kaum jemandem ein gutes Haar lässt, die Fehler seiner Mitmenschen mit seinem rasiermesserscharfen Verstand sofort erkennt und gerne mal auf Kosten anderer spöttelt. Zugleich ist er belesen, vielseitig interessiert, fantasievoll. Immer wieder erwähnt Phil Bronco Henry, der für ihn noch ein "richtiger" Mann und Cowboy war, der eine Art Idol für ihn in jüngeren Jahren gewesen zu sein scheint, ehe er auf tragische Weise ums Leben kam. Nach und nach beginnt der Leser hier die genaue Beziehung zwischen den beiden zu hinterfragen, scheint Phil doch jeden am Maßstab Bronco Henrys zu messen und sonst nicht allzu viel von seinen Mitmenschen zu halten.

    Das Gleichgewicht auf der Ranch wird gestört, als George sich, obgleich schon in reiferen Jahren, verliebt und die Witwe Rose zur Frau nimmt, die einen halbwüchsigen Sohn hat, welcher von Anfang an eine Hassfigur für Phil ist, denn mit seiner manchmal fast femininen Art und seinem andauernden Gelerne scheint Peter überhaupt nicht in das raue Rancher-Leben zu passen. Auch die Anwesenheit von Rose ärgert Phil zunehmend und er beginnt einen psychologisch ausgefeilten Feldzug gegen sie, möchte er sie am liebsten doch hinausekeln, da George ihr seiner Ansicht nach durch ihre Arglist ins Netz gegangen ist. Doch während Rose auf der Ranche zunehmend vereinsamt und sich aufgrund von Phils subtilen Attacken gegen sie sogar dem Alkohol zuwendet, wird der stille, in sich gekehrte Peter zunehmend zum gründlichen Beobachter Phils, was dessen Plan, auch noch den Jungen auf seine Seite zu ziehen und gegen Rose zu vereinnahmen, möglicherweise ins Wanken bringen könnte...


    "The Power of the Dog" ist ebenfalls ein Roman der leisen Töne, doch psychologisch kraftvoll und sehr flüssig und zugleich gekonnt geschrieben. Vor allem der Charakter der zunehmend isoliert lebenden, leidenden Rose wird dem Leser auf herzergreifend realistische Weise nahegebracht, während Phil zum Rätsel wird, von dem auch der Leser nicht so recht weiß, was davon zu halten ist. Ich habe das Buch gerne gelesen, da es klug, intensiv und doch kurzweilig ist, unter anderem wurde es aufgrund seiner psychologischen Dichte mit dem Klassiker "Stoner" verglichen, was in einem gewissen Maße tatsächlich keine unpassende Assoziation ist.

    Nichtsdestotrotz war es kein Buch, das mich komplett vom Stuhl gehauen hat. Fazit: Sicherlich die Lesezeit wert, für mich jedoch auch kein absolutes Muss.

    Wie habt ihr das mit Welpen gemacht, wenn kein HO möglich war? Ich suche gerade nach Lösungen für den Fall, dass hier irgendwann ein zweiter einzieht. Ich hab da gerne vorher alles safe und durch geplant...

    Einen Welpen hatte ich zwar noch nie, aber ich denke, das klappt eigentlich nur mit entweder der Möglichkeit zur Mitnahme oder eben mindestens einer, besser zwei, wirklich zuverlässigen Betreuungsoptionen für diesen Zeitraum.

    Wobei zumindest bei sehr gut düftenden oder gar läufigen Hündinnen mein Rüde nix anderes vergleichbar cool findet :tropf: Ich glaube, da einen zu 100% bombensicher sitzenden Rückruf zu haben schaffen in Wahrheit nicht soo viele Hundebesitzer. Ich verneige mich aber vor allen, die das hinkriegen und bin ein klein wenig neidisch

    Das ist bei den meisten Jungs so. Daher ist es sinnvoll zu üben, dass Hunde wissen, wann sie etwas nicht dürfen und sich vom Reiz entfernen sollen. Das hat nichts mit Rückruf zu tun. Und ist für die Jungs auch ganz wichtig, damit sie sich nicht ins Sexualverhalten reinspinnen.

    Hast du dazu mal etwas geschrieben? Mich würde der Aufbau interessieren.

    Es gibt wie bei den Hundeschulen bei den Vereinen solche und solche. Gerade im ländlichen Bereich weiß ich von Leuten aus meinem Umfeld, dass man da schon gut hinschauen muss, das trifft natürlich auch gerade auf die Gebrauchshundevereine teils zu, aber es gibt da auch schon etliche, die sehr modern und gewaltfrei unterwegs sind.

    Ich empfehle mal das Buch "Leinenrambo", das ist ein wirklich hilfreiches Trainingsbüchlein, in der eben vor allem auch auf die Motivation des Hundes eingegangen wird. Wenn Cia unsicher ist bei Hundebegegnungen, wird sie vor allem viel Distanz zu Artgenossen hier benötigen und du wirst lernen müssen, ihr Sicherheit zu vermitteln.

    Huch, was du da über eure aktuelle Hundeschule schreibst, klingt wirklich nicht besonders erbaulich. Ja, viele Wege führen nach Rom, aber ein fairer Umgang mit dem Hund sollte schon gewaltfrei sein und auf möglichst vielen positiven Rückmeldungen beruhen, nicht immer nur Korrektur hier und Korrektur da... Das kann nämlich sehr unschöne Nebeneffekte haben, vor allem bei eher "griffigen" Rassen wie eben Schäferhunden, die dann vielleicht irgendwann Kontra geben, anstatt zu kuschen. Oder dein Hund horcht dann vielleicht zwar gut, tut dies aber eigentlich aus Angst vor dir. Oder stumpft ab und nimmt Leinengerucke etc. gar nicht mehr wirklich wahr, weil eh "Alltag".

    Faire Korrekturen, ob nun verbal oder körpersprachlich sind das Eine, aber das allein reicht eben nicht, gerade bei komplexeren Problemen wie der Leinensache. Da müsste man mal die Motivation des Hundes hinterfragen und das Training entsprechend anpassen, denn es macht ja einen Unterschied, ob der Hund pöbelt, weil er sich fremde Artgenossen aus Unsicherheit vom Leib halten möchte oder ob er frustpöbelt, weil er keinen Kontakt zu den anderen Hunden aufnehmen darf z.B.

    Zudem ist es prinzipiell immer ratsam, dem Hund nicht nur zu sagen, was er nicht tun soll, sondern ihn vor allem darin anzuleiten, was er tun soll, also ihm erwünschtes Verhalten zeigen und positiv bestätigen.

    In Sachen Leinenführigkeit solltet ihr wirklich genauer definieren, was das für euch bedeutet. Kaum ein junger, energiegeladener, an seiner Umgebung interessierter Hund wird dazu imstande sein, ewig lange neben seinem Besitzer an kurzer Leine quasi "Bei Fuß" zu laufen, ohne schnüffeln, markieren und einen gewissen Bewegungsradius.

    Leinenführigkeit ist ja nicht Fußgehen, vielleicht reicht es ja meist schon, wenn er nicht vor in die Leine prescht, sondern sie eben möglichst immer locker durchhängt.

    Gibt ja die Möglichkeit, den Rückruf mit hochwertiger Belohnung aufzuwerten. Also was cooleres als die Ablenkung. bei uns sind zB Bälle und Zergel.

    Wobei zumindest bei sehr gut düftenden oder gar läufigen Hündinnen mein Rüde nix anderes vergleichbar cool findet :tropf: Ich glaube, da einen zu 100% bombensicher sitzenden Rückruf zu haben schaffen in Wahrheit nicht soo viele Hundebesitzer. Ich verneige mich aber vor allen, die das hinkriegen und bin ein klein wenig neidisch |)

    Meine "Lösung" hierbei ist es daher tatsächlich, dass ich, wenn ich merke, Herr Hund verhält sich komisch, die Leine dranmache, denn bei einer läufigen Hündin könnte ich sonst einfach nicht garantieren, dass da nicht doch die Verlockung stärker ist...