Zuletzt gelesen: "Untenrum frei" von Margarete Stokowski
Ich war ja sehr begeistert von "Die letzten Tage des Patriarchats", einer Sammlung von Stokowskis Kolumnen über feministische Themen. Für mich war also klar, früher oder später muss ich auch "Untenrum frei" lesen, was ich nicht bereut habe. Auf ihre gewohnt lockere Art schreibt Stokowski klar verständlich und durchaus humorvoll über ihre persönliche Entwicklung zur Feministin und über Themen, die dazugehören - Sex und Sexualität, übergriffiges Verhalten, Rollenbilder und Stereotype, Beauty-Zwänge und die Problematik des "Sex sells". Dabei beruft sie sich auch auf Studien und Untersuchungen, wo man sich als Leser*In ziemlich fassungslos an den Kopf greift und sich denkt: Wahnsinn, gibt's ja gar nicht! Stokowski benennt sehr klar und präzise, warum der Feminismus noch längst nicht alle Ziele erreicht hat und warum es so wichtig ist, sich nicht auf den bisher erreichten Verbesserungen auszuruhen, sondern weiterzumachen - weiter aufzuklären, zu kämpfen, Missstände anzusprechen.
Auch als bereits recht informierte Leserin bot das Buch für mich eine interessante Lektüre, vor allem, da es so gar nicht intellektualisiert daherkommt, sondern wirklich einfach gehalten ist - aber dennoch argumentiert Stokowski stichhaltig und fundiert. Kurz: Ein Buch, das jede/r lesen kann, der/die sich für feministische Themen interessiert. Und hoffentlich auch von dem/der ein oder anderen gelesen wird, der/die mit Feminismus bislang nur BH-Verbrennungen und "Quotenfrauen" assoziiert.