Fertig mit "The Sweetness of Water". Es handelt sich hier um einen in den US-Südsaaten spielenden Roman, angesiedelt zur Zeit der Abschaffung der Sklaverei. Die Brüder Prentiss und Landry schufteten ihr Leben lang auf einer Plantage, nun sind sie frei, befinden sich allerdings immer noch in einer zutiefst rassistischen Gesellschaft. Praktisch ohne Habseligkeiten verstecken sie dich zunächst im Wald, wo George auf sie trifft, der Weiße verkörpert quasi alles, was dem Brüderpaar verschlossen ist, doch George, seine Frau Isabell und ihr (zunächst totgeglaubter) Sohn Caleb unterscheiden sich in ihrem Denken vom Rest der konservativen Kleinstadt Old Ox. So kommt es, dass George den Brüdern bezahlte Arbeit und ein Dach über dem Kopf anbietet und es zu einer langsamen Annäherung der beiden ungleichen Familien kommt. Doch deren friedliche Koexistenz ist nicht von langer Dauer, die engstirnige Gesellschaft, in der sie gefangen sind, sieht die Befreiuung der Sklaven und deren veränderte Stellung als Bedrohung und ist bereit, zurückzuschlagen...
Thematisch hochinteressant konnte der Rpman mich leider nicht gänzlich fesseln und überzeugen. Die Ansätze sind gut, der junge Autor hat Talent, doch zeitweise schien es mir, als habe er sich mit dem Stoff ein wenig übernommen, die ein pder andere Wendung wirkt etwas holprig und obgleich nicht langatmig, fehlt manchmal doch der durchgehende Spannungsbogen. Der Autor versucht zudem, sowohl aus der Perspektive der Schwarzen Brüder Prentiss und Landry zu erzählen als auch alle Mitglieder der Weißen Protagonistenfamilie - Isabell, George und Caleb - charakterlich greifbar zu machen. Eine ordentliche Aufgabe, die nicht immer gelingt.
"The Sweetness of Water" ist trotz der Kritik eine durchaus lesenswerte Lektüre mit dem ein oder anderen berührenden Moment; an thematisch ähnlich gelagerte Romane wie "Underground Railroad" reicht dieses Werk jedoch alles in allem nicht heran.