Beiträge von tinybutmighty

    Wie schon gesagt: wettert so lange, bis auch eure Rasse in den Fokus kommt, anstatt zu begrüßen, dass die Leute alles an Pflicht machen, sich den Aufwand und das Finanzielle antun und trotzdem hingehen.

    Und wie das immer so ist, ist der Schritt nicht weit, dass die Leute von Restriktionen und extra Auflagen zu Verboten kommen.

    Dazu möchte ich noch was sagen. Prinzipiell sollten wir doch froh sein, wenn es Restriktionen und Auflagen gibt, insbesondere, wenn diese, wie es zurzeit ja leider nur teilweise der Fall ist, die Richtigen treffen. Wenn Tierleid verhindert werden kann, indem Frenchies, Möpse, Englische Bulldoggen und ähnliche Extreme von Einschränkungen und Auflagen betroffen sind, die es schwer bis unmöglich macht, sie auszustellen und mit ihnen zu züchten, werte ich persönlich das positiv - denn es hat ja leider Gottes scheinbar nichts gebracht, auf Eigenverantwortung, Vernunft und Einsicht von Züchtern, (potentiellen) Haltern und Ausstellern zu setzen...

    Schon in meiner Kindheit, also teils auch schon bis zu 20 Jahre her, las ich in Tierzeitschriften kritische Artikel über solche Qualzuchten, insbesondere Brachys waren da eben schon Thema... es ist also nichts "Neues", es hat sich nur leider in all den Jahren wenig getan - die Rassen haben teils danach erst so richtig geboomt...


    Und nein, ich persönlich werde sicherlich Menschen wie dem Frenchie-Halter im Artikel nicht auch noch Respekt dafür zollen, dass sie "sich den Aufwand und das Finanzielle antun" - die tragen da nämlich was auf dem Rücken ihrer nicht gesunden, nicht funktionalen Tiere aus und das finde ich schlicht nicht okay.


    Den Kommentar "wettert so lange, bis eure Rasse in den Fokus kommt" verstehe ich auch nicht so ganz - ich habe hier ja selbst z.B. angeführt, welche Probleme ich bei den Chihuahuas sehe. Ich würde auch Chihuahua-Zucht eher nicht unterstützen (mal von meiner generellen kritischen Haltung zur modernen Rassehundezucht abgesehen) - ich würde mich immer wieder für einen Chihuahua in Not entscheiden, aber ich bin mir bewusst, dass die Übertypisierung gesundheitliche Folgen mit sich ziehen kann und rate auch nicht zum Chihuahua vom Züchter, sondern allenfalls, wenn ich die Rasse für jemanden als sehr passend erachte, zum erwachsenen Tierschutz-Chihuahua (der "Boom" der Rasse flaut langsam ja zum Glück wieder ab, aber man findet immer noch viele erwachsene Notfellchen im Tierschutz).

    Sicherlich neigen wir Menschen dazu, uns das schönzureden, was wir selbst toll finden oder an der Leine führen, aber gerade hier im Forum gibt es doch auch einige sehr vernünftige Halter (wenn nicht sogar die Mehrheit), die selbst aufzeigen und kritisieren, was bei Rasse X falsch läuft oder welche Probleme ihr Hund der Rasse Y eben so hat.

    Hunde mit solchen krassen fehlstellungen sehe ich aber kaum beim guten Züchter. Meistens sind es "Mischlinge aus derm tierschutz", die ja aber auch oft genug bewusst so produziert wurden oder angebliche Rassehunde von Vermehrern. Ich war neulich zur Spurlautprüfung beim Teckelklub. Da hatte keiner krumme Beine. Hab ich auch auf Ausstellungen nochnicht gesehen.

    Wir hatten und haben doch auch hier im Forum Beispiele für Halter von Rassehunde mit Papieren, welche Qualzuchtmerkmale aufweisen. Spannend, wie unterschiedlich die Wahrnehmung doch ist...

    Hunde mit solchen krassen fehlstellungen sehe ich aber kaum beim guten Züchter. Meistens sind es "Mischlinge aus derm tierschutz", die ja aber auch oft genug bewusst so produziert wurden oder angebliche Rassehunde von Vermehrern. Ich war neulich zur Spurlautprüfung beim Teckelklub. Da hatte keiner krumme Beine. Hab ich auch auf Ausstellungen nochnicht gesehen.

    Hmm, also ich treibe mich ja viel in "Kleinhundekreisen" rum und was z.B. Patellaluxation angeht, sehe ich da keinen Unterschied in der Häufigkeit zwischen Rassehunden von seriösen Züchtern und Kleinhunden aus dem Tierschutz. Beispiel: Mein Tierschutz-Chihuahua Rex hat 'ne PL Grad 3 bis 4, wurde an einem Bein operiert wegen KBR, wo auch die Kniescheibe mit korrigiert wurde, ein Zwergpudelfreund vom ÖKV-Züchter hat ebenfalls so wie er PL beidseitig und wurde ebenfalls an einem Knie operiert.

    Der Havaneser einer Freundin, ebenfalls vom ÖKV-Züchter, hat PL, die physiotherapeutisch und chiropraktisch behandelt wird, mein Auslandstierschutz-Yorkie hat ebenfalls eher leichtgradige PL, die nicht wirklich behandlungsbedürftig ist (wir machen trotzdem bissl Fitness-Übungen und gehen zwecks guter Muskulatur viel wandern und spazieren).

    Man muss doch auch nicht leugnen, dass jeder Hund krank werden kann? Aber auf Ausstellungen sind mir schon auch bedenkliche Dinge aufgefallen (da muss man doch jetzt nicht wieder den gesamten Tierschutz in Frage stellen - )

    Aufgefallen sind mir z.B. stark übertypisierte Kleinhunde (Chihuahuas mit kaum Schnauze, extrem verzwergt, Glubschaugen etc.), bei den Chihuahuas war ich in Tulln auch mal echt schockiert, wie diese, teils ängstlich und schockstarr, dann nur irgendwie durch den Ring gezerrt wurden - mehr als einer der Hunde hat sich auf den Boden gelegt und wollte überhaupt nicht laufen - spricht halt nicht für wesensfeste, stressresistente Hunde...

    Riesenrassen, die ja aufgrund ihrer sehr kurzen Lebenserwartung und häufiger zu erwartender gesundheitlicher Probleme durchaus auch in Qualzucht-Richtung gehen (Deutsche Doggen, Irische Wolfshunde etc.)

    Corgis mit sehr extremen Körperbau und "extra" kurzen Beinen - ob das so gesund ist...?

    Schäferhunde mit Fließheck...

    Nö, ein Mischling aus dem Tierschutz, ich bin tatsächlich nicht von Rassezucht betroffen :beaming_face_with_smiling_eyes:

    Ok also ein Dackelmix. Wäre dein Hund ein Rassehund, würde er mit solchen krummen Beinen unter Qualzucht fallen. Zumindest in Österreich. Ich konnte einen Hund nicht ausstellen, weil er aus Angewohnheit manchmal eine Pfote schief stellt und das da n komisch aussieht. Er hat sonst normale gerade Beine. Ist aber ein Rassehund und damit durfte er nicht gezeigt werden.

    Was hat das Eine jetzt mit dem Anderen zu tun? Wir mit Tierschutzhunden wollen diese üblicherweise nicht ausstellen, schon gar nicht, weil wir irgendwelche Titel für eine Zuchtzulassung brauchen. Denkst du, Tierschutzhundebesitzern ist es nicht bewusst, welche möglichen gesundheitlichen Probleme ihre Hunde haben oder wie?

    Ja ich weiß jetzt auch nicht, was ich dazu noch sagen soll. Könnt ja ne Beschwerde an den ökv schreiben, bringt mehr als hier böse Smileys zu verteilen.

    Ich habe direkt unter dem Artikel, der mir auf Facebook angezeigt wurde, kommentiert. Haben auch einige andere getan, der Tenor ging sehr einhellig in die Richtung, dass man es ziemlich bescheiden findet, Qualzuchtrassen noch auszustellen und zu prämieren.

    Sich schriftlich an den Verband zu wenden, halte ich tatsächlich für eine gute Idee. Allerdings verstehe ich echt nicht, warum man nicht gleichzeitig auch in einem Hundeforum auf solche Auswüchse aufmerksam machen und sich kritisch dazu äußern könnte sollte. Immerhin lesen hier auch einige Menschen mit, die noch nicht so tief in der Materie Hund drinstecken und sich vielleicht was daraus mitnehmen. Es kreuzen schließlich auch hier im Forum immer wieder mal Leute mit angeblich so gesunden freiatmenden Brachys auf...

    Ich war letztens auf einer Ausstellung mit meinem neuetdings ebenfalls gequälten Hund, da gehen Besucher vorbei, gucken sich die Rasse an und sagen in einer Lautstärke "Ich kann nicht verstehen, dass solche Rassen noch erlaubt sind! Schrecklich , Tierquälerei" und solche Dinge

    Das bedaure ich für dich, aber dir ist ja vermutlich sonnenklar, dass hier kaum jemand ernsthaft Pudel als Qualzucht betrachtet? Eine Freundin von mir, die auch im Forum aktiv ist, hat Xolos, ist also auch von diesen neuen Regelungen betroffen, und auch die halte ich persönlich für weit entfernt von Qualzucht.

    Und auch deshalb finde ich es halt so bizzar, dass man auf Ausstellungen scheinbar noch Extrem-Brachys zu sehen bekommt: Es zeigt halt, dass da laange geschlafen wurde. Sicherlich nicht nur von den Verbänden, sondern z.B. auch von der Politik. Ich kann nun nicht beurteilen, inwiefern man die momentan stattfindenden Entwicklungen hätte verhindern können, denke aber schon, so weit hätte es nicht unbedingt kommen müssen.

    Auf der ÖKV-Homepage findet sich halt auch direkt, wie man sich da porträtiert in Sachen "gesunder Rassehund" - passt dann halt leider nicht zur Realität:

    Zitat

    Gesunde Rassehunde von seriösen Züchtern Die Anschaffung eines Welpen sollte kein spontaner Entschluss, also kein Impulskauf sein, sondern bedarf reiflicher und grundsätzlicher Überlegung. Erst danach sollte eine Entscheidung hinsichtlich der Rasse getroffen werden. Nur der Rasse-Welpe gibt Ihnen die Gewähr, dass Ihre Erwartungen bezüglich Größe, Aussehen und Charaktereigenschaften des Hundes erfüllt werden. Die Zuchtvereine und Züchter des ÖKV widmen sich mit viel Engagement und großer Tierliebe der verantwortungsvollen Aufzucht von Hundebabies mit dem Ziel, dass sich Ihr „Wunschpartner mit der kalten Schnauze“ durch Gesundheit, Wesensfestigkeit und Schönheit auszeichnet.

    Aber mal ganz ehrlich, Pudel gerade in Showfrisuren haben immer schon polarisiert. Ich persönlich finde die mitunter ziemlich schick, kenne aber einige Leute, die das einfach nur furchtbar finden. Und die das dann halt im Kopf auch schneller mal in Verbindung bringen mit einem nicht funktionalen, möglicherweise sogar "extremgezüchteten" Hund - was natürlich nicht der Wahrheit entspricht, kein Pudel würde wohl Mühe haben, den Belastungstest, der auf der ÖKV-Homepage beschrieben wird (https://www.oekv.at/media/upload/e…st_%C3%96KV.pdf), zu bestehen - Bewältigung von 1km in max. 11 Minuten in einer beliebigen, vom Halter gewählten Gangart.

    Was die ganze Vibrissendebatte betrifft, auch da sind sich die meisten hier ja einig, dass da mit Kanonen auf Spatzen geschossen wird und auch noch gar nicht ausreichend seriöse Daten vorliegen, um beurteilen zu können, ob und inwieweit ein Fehlen der Vibrissen Hunde einschränkt. Ich sehe diese Sache auch kritisch - schon allein deshalb, weil ich fürchte, im Tierheim sitzende Hunde von Scherrassen könnten aus diesem Grund schwerer ein Zuhause finden, weil sich vielleicht dann weniger Menschen "antun" wollen, sich darüber Gedanken machen zu müssen, wie sie das Fell ihres Hundes pflegen sollen, ohne gegen Vorschriften zu verstoßen.

    Aber hier im Forum schreiben ja sogar TierärztInnen mit und aus deren Beiträgen lese zumindest ich immer wieder raus, dass es praktisch unmöglich ist, dass Möpse, Französische Bulldoggen, Englische Bulldoggen und ähnliche Rassen anatomisch völlig uneingeschränkt sein können. Und ja, da sehe ich tatsächlich auch (!) die Rassehundverbände in der Pflicht, entsprechend zu agieren.

    Dieses "Aber im Ausland gibt's dann ja auch immer noch Qualzuchtrassen" ist im Grunde nur Whataboutism. In den USA mag es auch erlaubt sein, Hunden ein E-Collar umzuschnallen und sie tagsüber 9 Stunden zu "craten" - na und? Deshalb hätten wir unsere Tierschutzgesetze also nicht entsprechend formulieren sollen, um Hunde vor sowas zu schützen? Und weil mein Nachbar seinen Müll in der Botanik entsorgt, tue ich halt dasselbe?

    Zu kurze Beine für sein Höhe und Länge. Die auch noch krumm. Stummelrute. angeboren oder erworben?

    Das ist doch Quatsch, einen aus dem Tierschutz stammenden Hund jetzt zu vergleichen mit Hunden, die gewollt gezüchtet werden! Ja, für das Tier ist es natürlich im Endeffekt egal, wenn Beeinträchtigungen vorhanden sind - ABER der entscheidende Unterschied besteht eben darin, dass Rassehunde unter Verbänden wie dem ÖKV oder halt auch von verbandslosen "Vermehrern" gezielt "produziert" (man ersetze durch "gezüchtet", wenn man sich sonst getriggert fühlt) werden. Für 'nen Straßenhund haben nicht Menschen den Rassestandard geschrieben und über Generationen hinweg Übertypisierungsmerkmale in Kauf genommen oder sogar gezielt gefördert, damit der Hund am Ende 'ne platte Knautschnase und riesige Glubschaugen hat.

    Dir wurde ja nun schon erklärt wieso dieser Hund teilnehmen durfte, ebenso wie es den Verbänden nicht drum geht Rassen zu verbieten oder Rassen bestimmter Merkmale komplett zu verbieten.

    Ja, und genau das finde ich problematisch, für mich hat es einfach ein Gedchmäckle, dass die Verbände sich nicht klipp und klar von Qualzucht distanzieren. Nur weil Vermehrer das auch nicht tun, ist doch kein Grund, den Mist mitzumachen. Ich glaube sogar, es hätte für Interessierte zumindest in ein paar Fällen Signalwirkung, wenn die Verbände ganz klar sagen würden "Die Zucht extremer Brachys ist Tierqual - da machen wir nicht mit"... Man kann sich ja gleichzeitig auch für ein komplettes Zuchtverbot dieser Hunde außerhalb von Verbänden positionieren. Qualzucht bleibt Qualzucht...

    Ich finde es sehr schade, dass dieses Thema hier zerschossen wird mit der Qualzuchtdiskussion, für die es schon - zu recht - viele Themenstränge gibt.

    Meinetwegen kann man auch gerne ein weiteres Thema aufmachen, so was wie "Der kritische Blick auf das Ausstellungswesen". Aber hier das Thema ist anders aufgestellt, siehe Titel und wird zurzeit damit zerschossen.

    Wieso? Ist ein Plauderthread, das Qualzuchtthema wurde hier auch schon aus aktuellen Gründen thematisiert und ich war nun mal auf der Austtellung in Tulln persönlich anwesend. Ich finde es wichtig, das Thema nicht nur da zu diskutieren, wo eh alle einhellig einer Meinung sind. Immerhin geht es da um eklatantes Tierleid.

    Moment, es geht mir hier NUR um den Fakt, dass eine ganz offensichtliche Qualzuchtrasse weiterhin ausgestellt werden darf (und gezüchtet unter seriösen Dachverbänden, die sich doch immer af die Fahnen schreiben, dass es ihnen um die Gesundheit der Tiere geht - beiß sich halt ordentlich, wenn dann Qualzucht prämiert wird...) und um nix anderes!


    Da kann man jetzt die Schuld bei PETA oder sonstwem suchen, wenn man an skurrile Auswüchse wie eben die Vibrissengeschichte oder das Austtellungsverbot für Nackthunde denkt - aber Fakt ist halt, dazu hätte es doch gar nicht kommen müssen, wenn die Dachverbände schon vor Jahren begonnen hätte, das Thema Qualzucht ernsthaft anzugehen.

    Und nee sorry, aber die Vermehrerkarte zieht bei Frenchie und Mops nun mal nicht, oder sieht der ausgestellte Frenchie mit ÖKV-Papieren nach völlig gesundem Ausnahmehund aus? Nein, Qualzucht gibts nun mal auch innerhalb der Verbände. Mal davon abgesehen, dass auch bei anderen Rassen (immer verzwergtere und kurzschnäuzigere Chihuahuas zB) innerhalb von VDH und ÖKV doch ganz offensichtlich auch ziemlich verhunzt werden.

    Also ich sage auch, dass ich meine Hunde adoptiert bzw aufgenommen habe oder sie aus dem Tierschutz sind, auf den Gedanken, sie müssten deshalb dankbar sein, käme ich aber nie. Ich glaube, da geht es weniger um Wording als um das Wissen :ka:

    Und "gekauft" finde ich halt auch nicht ganz das richtige Wort, schließlich arbeiten die meisten Tierheime finanziell und personell eh schon ziemlich am Limit, und so eine Schutzgebühr deckt doch oft kaum die für den Hund entstandenen Kosten ab...

    Ich denke, wenn ihr geduldig, empathisch und ohne hohe Anforderungen mit ihr umgeht, kann sich das bestimmt alles gut entwickeln. Du liest dich ja so recht vernünftig.

    Dass nicht jede Pflegestelle perfekt ist, liegt für mich auf der Hand. Genauso wenig macht ja jeder Züchter alles "nach Lehrbuch richtig" und genauso wenig gibt es den perfekten Privathundehalter.

    Meine Hündin habe ich auch als ängstlich übernommen, nicht als Angsthund und genau so trifft das auch zu. Jasmin kann sehr entspannt draußen spazieren und wandern gehen, "kann" Großstadt, fährt fast täglich mit mir Öffis, lässt sich auch von anderen Menschen betreuen, wenn die Gegebenheiten dort stimmen... sie hat ihrer "Special Effects" und wird halt tendenziell immer erstmal eher misstrauisch und zurückhaltend bleiben, aber es sind in vielen Fällen schon wirklich tolle, tiefgehende Veränderungen möglich.