Zuletzt gelesen: "The Green Mile" von Stephen King
War meine nächste Lektüre direkt nach "Sie" und jetzt brauche ich wirklich erstmal etwas Pause von Büchern diesen Autors. Dabei liest sich auch "The Green Mile" durchaus flüssig, temporeich und bietet gute, kurzweilige Unterhaltung. Stellenweise fühlte ich mich sogar aufrichtig gerührt angesichts der Unbedarftheit und schlichten Güte des unkonventionellen Protagonisten John Coffeys.
Doch insgesamt betrachtet war mir auch "The Green Mile" einen Tacken zu "sauber", zu mechanisch, zu vorhersehbar. Keine der Wendungen kam für mich nach mehreren King-Romanen wirklich überraschend, obwohl er die Handlung technisch geschickt vorantreibt. Gerade diese erzählerische Konsequenz und Stringenz des Buches nehmen ihm aber etwas Herzblut, lassen die Geschichte weniger tragisch erscheinen, weil das Leben selbst eben nicht so makellos konstruieren würde. King ist wirklich nette, mehr als solide Unterhaltungsliteratur, ein paar seiner Romane konnten mich sogar ziemlich begeistern, aber irgendwann kennt man King und seinen Erzählstil, den Aufbau seiner Geschichten einfach zu gut, um sich nicht doch ein wiinziges bisschen zu fadisieren zwischendrin. King ist ein toller Geschichtenerzähler, zweifellos, aber trotz all der wirklich lesenswerten, ja mitunter fast ergreifenden Passagen wird "The Green Mile" es nicht unter meine Favoritenbücher schaffen.
Jetzt versuche ich mal was anderes und lese "Dunkelgrün fast Schwarz" von Mareike Fallwickl.