Nach WOCHEN endlich beendet: "Harlem Shuffle" von Colson Whitehead. Ich hatte anhand einiger Rezensionen und der Inhaltsbeschreibung schon befürchtet, es sei vielleicht nicht das Richtige für mich, wollte dem Buch aber dennoch eine Chance geben, nachdem ich "Underground Railroad" so absolut lesenswert fand. Leider konnte "Harlem Shuffle" da aber für mich so gar nicht mithalten, obwohl die Handlung durchaus nicht uninteressant ist: Carney, ein Schwarzer New Yorker, möchte sich im berühmt-berüchtigten Stadtteil Harlem auf möglichst ehrliche, korrekte Weise durchschlagen, um seiner Familie ein besseres Leben zu ermöglichen. Doch Carneys Vater drehte krumme Dinger, auch sein Cousin Freddie schlug diesen Weg ein und zieht Carney immer wieder in zwielichtige Machenschaften hinein, bis er ihn schließlich sogar zu einem recht gewagten Raubüberfall in einem Hotel überredet...
Klingt spannend, ja, aber die Unsetzung hatte für mich ein bisschen was von "Actionmovie", teils lasen sich die Kapitel fast drehbuchartig, zack zack, mir fehlten Tiefgang und Atmosphäre. "Underground Railroad" hatte ein ganz anderes Erzähltempo und einen ganz anderen Stil und konnte mich wirklich mitnehmen und berühren, was "Harlem Shuffle" leider trotz durchaus vielversprechender Prämisse nicht wirklich gelang.
Eine Chance geben kann man dem Roman aber dennoch - immerhin war ich persönlich die letzten Wochen auch schlicht nicht im besten Headspace für entspannte Lesestunden. Ich weiß aber, dass "Harlem Shuffle" wohl nie so richtig ein Buch sein würde, das mich abends wach hält; dafür war es mir etwas zu formelhaft, und die Charakterentwicklung blieb einfach relativ seicht und eindimensional.