Aber immer dieses Gejammer und diese ganzen Ausreden...
Nein, lasse ich nicht gelten.
Arsch hoch, statt immer nur fordern oder jammern.
Dann wird das auch.
Die meisten Menschen jammern doch nicht nur. Aber wie soll eine alleinerziehende Mutter am Existenzminimum, vielleicht noch mit einem special-needs-kid, die neben dem Hauptjob noch putzen geht, und die keinen hat, der sie mit ihrem Kind unterstützt, und die froh ist, wenn sie mal auf 5 Stunden Schlaf kommt, so ganz nebenbei noch ein regelmäßiges Treffen mit Gleichgesinnten organisieren?
Wie soll ein Mensch, der aufgrund seines Autismus oder seiner Sozialphobie Probleme damit hat, Kontakte selbst zu initiieren, ohne den nötigen "Rahmen", eine Selbsthilfegruppe ins Leben rufen? Oder einen Verein für Hobby XY gründen, wenn die meisten Menschen sich gleich wieder abwenden aufgrund seiner Kommunikationsschwierigkeiten, die ihn vielleicht zu direkt oder zu verschlossen wirken lassen?
Witzigerweise ist es ja trotzdem so, dass es immer wieder Menschen gibt, die das schaffen. Wenn ich mir angucke, was Betroffene teils für geniale Selbsthilfegruppen oder Online-Austauschforen etc. auf die Beine stellen, ist das eh ein Wahnsinn.
Aber es könnte ja den Menschen durchaus das ein oder andere erleichtert werden, allein indem z.b. Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt werden, wo Treffen barrierefrei + mit Toilettenzugang stattfinden können. Für mich bedeutet Solidargesellschaft auch, dass man auf die Schwächsten schaut, damit möglichst niemand zurückbleibt.
"Jeder ist seines Glückes Schmied" ist mir persönlich zu einfach gedacht. Wir kommen da schnell in diese "Selbst schuld"-Spirale.
"Was, der kann sich die Miete nicht mehr leisten? Selber schuld, er arbeitet ja auch nur im Einzelhandel!"
"Was, du hast keine Freunde und fühlst dich oft einsam? Selbst schuld, gibt doch genug Leute da draußen!"
"Was, du kannst dir XY nicht mehr leisten? Selbst schuld, hättest ja nicht chronisch krank werden müssen!"
Im Endeffekt führt diese Denkweise doch gerade zu einer Aushöhlung des Sozialstaates? Gratis Kinderbetreuung? - Wieso, wer Kinder will, soll das gefälligst selber zahlen.
Toiletten im öffentlichen Raum? - Wieso, die Obdachlosen können sich ja 'ne Wohnung nehmen.
Arbeitslosengeld? - Brauchen wir doch eigentlich gar nicht, irgendeine Tätigkeit findet sich immer und Leute, die nicht arbeiten, sind eh Sozialschmarotzer, ohne die die Gesellschaft besser dran wäre?