Beiträge von tinybutmighty

    Ich glaube ganz ehrlich nicht, dass sich mit noch mehr konsumfreien Räumen - im Sinne von öffentliche Plätze für Treffen außerhalb von Cafés und Co. - irgendetwas ändern würde. Wer das will, kann das schon immer machen und macht das auch. Seien es Parks, Spielplätze, kleinere Grünflächen, Naherholungsgebiete, Wald, Feldwege, Seen, die Sitzbank vorm Springbrunnen in der Stadt etc.

    Es war ja auch nur eines von mehreren Beispielen :)

    Die Beispiele, die du alle bringst, sind aber alle outdoor. Das ist nicht für jeden accessible z.B. Menschen mit Behinderung, ältere Menschen, und gerade in Zeiten von vermehrten Extremwetterereignissen braucht es vermutlich auch wind- und wettergeschützte "Treffpunkte"?

    Und wieder komisch was dann wieder unterstellt wird. Es kann einfach nicht stimmen was ich sage :skeptisch2: ? Du weisst also über die finanzielle Seite meiner(!) Bubble besser Bescheid als ich. Weil kann ja nicht stimmen!

    Finde ich schon sehr anmassend.

    Armut ist oft unsichtbar, mehr wollte ich damit nicht sagen. Zudem finde ich persönlich den Armutsbegriff mitunter recht eng gefasst.

    Was hast du davon immer alle arm zu machen? Ich versteh da die Motivation ehrlich gesagt nicht und auch nicht die Argumentation.

    Macht es das für die Betroffenen irgendwie besser?

    Ich mache doch nicht alle arm, ich schreibe lediglich aus meiner Sichtweise und meinem Erleben, so wie du aus deiner. 20% sind ja nicht wenig und dazu kommen ja noch viele Menschen, die knapp über offiziellen Armutsgrenzen sind, aber so viel Unterschied machen 20 0der 50 Euro mehr im Monat mMn halt auch nicht.

    Und wie Tatuzita schrieb, viele Betroffene holen sich ja nicht einmal die Hilfen, die ihnen zustehen würden, aus Scham, Stolz, oder weil man sich selbst als wohlhabender einschätzt als man ist.

    Ich glaube, für die Betroffenen besser machen würde es vor allem eine gesellschaftliche Entstigmatisierung. Mehr konsumfreie öffentliche Räume. Stärkung anstatt Abbau des Sozialstaates. Selber kann ich lediglich offen über finanzielle Schwierigkeiten reden, da ich es so erlebe, wenn man dazu offen(er) spricht, tun das auch andere.


    Es mag sein, dass ich zu pessimistisch bin, ich hoffe es sogar inständig, aber irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass die Werte in den kommenden Jahrzehnten nicht noch steigen werden.

    Oh, ich glaub das DF ist ein ganz guter Durchschnitt.

    Sehe ich anders, hier dürften schon mehr Besserverdiener unterwegs sein und weniger Geringverdiener. Gerade hier im Forum wird Hundehaltung doch nicht selten als Luxus definiert, also dürften die Menschen, welche diese Ansicht vertreten, ja dazu in der Lage sein, sich einen gewissen Lebensstandard leisten zu können. Ganz wertfrei gemeint, nur eine Beobachtung.

    Ich lebe zum Beispiel in einer wo niemand in die Armutsgefährdung gerutscht ist in den letzten zwei Jahren (ich rede von meinem D, AT und CH Freundeskreis). Auch innerhalb meiner Familie nicht (ich bin kein Akademikerkind und die Generation meiner Eltern gehen gerade in Rente).

    Viele Menschen schämen sich aber auch, offen über finanzielle Probleme zu sprechen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass du z.B. im ganzen weiteren Bekanntenkreis niemanden hast, der in den letzten Jahren finanziell ins Straucheln geraten ist, es ist nur nach wie vor häufig ein Tabuthema, weil es mit sozialer Stigmatisierung behaftet ist. Genauso wie Arbeitslosigkeit und Obdachlosigkeit z.B....

    Solltest du da wirklich keinen kennen, spricht das aber doch gerade dafür, dass das Dogforum keine für die Gesamtgesellschaft repräsentative Bubble ist.


    Hier in Österreich haben wir das Problem, dass vor allem Lebensmittel teils deutlich teurer sind als in Deutschland. https://help.orf.at/stories/3219646/ Und jetzt sind Lebensmittel ja auch noch preislich gestiegen im Vergleich zu vor noch zwei, drei Jahren...

    Aber auch die ohnehin oft schon hohen Mieten und ständigen Erhöhungen machen es schwierig, den Lebensstandard zu halten: https://wien.orf.at/stories/3218147/ , und politisch wird von der zurzeit mächtigsten Regierungspartei eine Mietpreisbremse abgelehnt :woozy_face:

    Die Schere zwischen Arm und Reich wird gerade global größer, https://www.mdr.de/nachrichten/we…-kluft-100.html

    Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass sich diese Lage so bald wieder entspannen wird, weil ja die Folgen der Klimakreise weltweit mehr und mehr Menschen in extreme Armut, Heimatlosigkeit und Flucht treiben.

    Wir spielen das böse Spiel doch alle mit, in dem wir Rabattcodes teilen, Schnäppchen jagen und schauen, wo es das Wunschprodukt gerade am günstigsten gibt. Ob dieser Preis für Hersteller und/oder Händler noch auskömmlich ist, interessiert uns dabei herzlich wenig

    Jup, das ist ein Teil des Problems. Auf der anderen Seite ist es ja auch so, dass ganz viele Menschen für ganz wenig Geld schuften und ackern - die Schere zwischen Arm und Reich wird größer, Aufstiegschancen werden schlechter, gerade für Menschen in den unteren sozialen Schichten, weil die soziale Durchlässigkeit wieder abnimmt. Das Dogforum ist da kein repräsentativer Querschnitt, aber ich kenne ganz viele Menschen, die struggeln, damit am Monatsende noch genügend Geld für die Erfüllung grundlegender Bedürfnisse vorhanden ist. Diese Situation hat sich in den letzten Jahren für viele Menschen verschärft, hier in AT berichten Caritas und ähnliche Orgas von einem großen Anstieg an Menschen, die Miete, laufende Kosten für Strom, Heizen etc, Lebensmittel nicht mehr zahlen können. Klar schaut man dann auf Rabatte und vergleicht Preise, weil einem gar nix anderes übrig bleibt :/ Das ist irgendwie ein Teufelskreis.

    https://orf.at/stories/3320799/

    Aus dem Artikel zB geht hervor, dass durch die Teuerungen eigentlich die Schwellenwerte, ab denen offiziell von Armutsgefährdung gesprochen werden kann, angepasst werden müssten.

    Vielleicht ist das Konzept "fast Fashion "auch endlich überholt.

    Das Problem betrifft aber nicht ausschließlich fast fashion. Allerdings gebe ich dir da zu 100% recht, wir müssten ja schon allein aufgrund der Klimakrise unser Verhalten drastisch ändern. Leider ist die Lobby für Veränderung und eine lebenswerte Zukunft auf diesem Planeten aber deutlich kleiner als es Profitgier und das Wirtschaftssystem allgemein sind :/ Aber natürlich sind wir da schon lange an dem Punkt vorbei, an dem es mit individuellen Veränderungen oder Einschränkungen wie brav Müll trennen und wenig fliegen getan wäre. Es bräuchte da entschlossenes politisches Handeln, aber genau das kann und wird natürlich nicht passieren, weil echte Rettung des Planeten erfordern würde, dass wir alle es deutlich "unbequemer" hätten als jetzt... also wursteln wir weiter...

    Das liegt aber nicht daran, dass es den Leuten weiterhin finanziell so gut ginge sondern an der neuen Gewichtung. Man fährt auf Urlaub, spart dann aber zB bei Möbeln oder Kleidung.

    Ich arbeite in der Bekleidungsbranche und die ist extrem betroffen. So viele Händler gehen gerade insolvent, von Gerry Weber über Schuhketten wie Delka und Salamander bis hin zu Tally Wejl etc. Und das geht ja von Produzenten bis zu den Verkäufer*Innen, da gibts ganz viele, die gerade langjährige Jobs verlieren.