Beiträge von tinybutmighty

    Ich persönlich könnte mir zB nur Haltung mehrerer Hunde vorstellen, wenn ich da regelmäßig Einzelrunden bzw Kleingruppenrunden drehen könnte. Also bei 8 Hunden zB würde ich dann öfter 4-4 machen oder zB noch lieber 3-3-2.

    Ich fände diese Qualitytime draußen so einfach entspannter und vor allem individueller an die unterschiedlichen Hundebedürfnisse anpassbar. Denn selbst mit nur 2 Hunden finde ich es durchaus gelegentlich challenging, dass da auch wirklich beide auf ihre Kosten kommen, selbst bei ähnlichen Bedürfnissen etc.

    Ich halte aber auch nicht viel von diesen großen Hundesittertruppen mit 8 oder 9 oder 10+ Hunden. Da gehen doch zwangsläufig manche unter. Meine frühere gewerbliche Sitterin hatte immer so maximam 4 bis 5 Gassihunde mit am Start, mehr würde ich für meine Hunde auch nicht wollen.

    Bei eigener Hundehaltung denke ich, wenn mehrere Hunde sehr konträre Bedürfnisse haben, zB einer kann nur sehr langsam gehen, der nächste wird nach ner Verletzung längere Zeit geschont, der dritte steht aber voll im Saft, der vierte hat gerade irgendein Verhaltensthema, der fünfte kriegt stressbedingte Anfälle - wie soll man all dem auf ein und demselben Spaziergang gerecht werden?

    Wieso wird jetzt hier ihre Tierhaltung in Frage gestellt? Fühlt man sich jetzt von dem Thema so angegriffen?

    Ich denke, es geht lediglich darum aufzuzeigen dass unterschiedliche Menschen da eben unterschiedliche Ansprüche haben. Ich denke den Hunden der TE geht es top, aber das heißt ja eben trotzdem nicht, dass das für jeden eine erstrebenswerte Form der Hundehaltung ist.

    Es geht, wenn wir eben nicht von reeller Vernachlässigung sprechen, letzten Endes doch auch darum, Akzeptanz zu finden dafür, dass jede*r andere Ansprüche und Idealvorstellungen hat. Davon lese ich bei der TE halt recht wenig, es wirkt subjektiv auf mich (!) teils sehr nach "Ich mache alles richtig/ich verköpere das Ideal von Hundehaltung" und da kam mir halt schon auch der Gedanke, ob da nicht auch Selbstreflektion wichtig wäre? Gibt sicher genug Leute, die direkt zur Schlussfolgerung Tiermessie kommen, wenn eine Einzelperson so viele Hunde hält. Hat indem Fall nichts mit der Realität zu tun, aber mich wundert dieses sehr selbstüberzeugte Auftreten ehrlich gesagt etwas.

    Unabhängig von den persönlichen Präferenzen würde ich (dauerhafte) Schmerzen definitiv als schlecht bezeichnen...

    Ich denke, dass dauerhafte Schmerzen schlecht sind, darin ist man sich hier auch einig. Umbehandelte dauerhafte Schmerzen fallen aber eben unter Vernachlässigung, sind tierschutzrelevant. Und darüber braucht man ja nicht zu diskutieren.

    Ich dachte wir sprechen eben eher von den Grauschattierungen.

    Nur weil es anderswo schlechter ist heißt das doch nicht das das andere schlecht nicht so schlimm ist?

    Aber da geht es doch schon los: Wo fängt "schlecht" an? Merkt man doch alleine hier in der Diskussion schon, jeder hat da eine andere Definition. Es gibt einen Unterschied zwischen "nicht 100% optimal" und "schlecht", finde ich jedenfalls. Das Leben ist voller Grauschattierungen, und ja, mir als diagnostizierter Autistin fällt es auch nicht immer leicht, die zu sehen, aber ich erinnere mich sooft es geht daran.

    Und ja, mir scheint, du gehörst eher zu denen mit sehr hohen Ansprüchen. Woran nichts verkehrt ist, es aber es kann helfen, sich vor Augen zu führen, dass man diese Ansprüche vielleicht nicht auf alle anderen Hundehalter übertragen kann und soll.

    Ich hab's hier ja auch schon erwähnt, deine Hunde haben bei dir z.B. zweifelsfrei auch ein tolles Leben, und trotzdem wäre es jetzt z.B. nicht meine Vorstellung von Hundehaltung und manches würde ich sicherlich anders handhaben, aber das ist halt auch okay, weil du bist du und ich bin ich:ka:

    ch war da lange felsenfest überzeugt, ähnlich wie bei der Annahme, dass sich jeder Mensch zweimal täglich die Zähne putzt. Als ich gelernt habe, dass auch das nicht stimmt, war ich genauso irritiert.

    Spätestens wenn man von der Existenz von psychischen und körperlichen Erkrankungen weiß, von Obdachlosigkeit etc., ist einem aber doch eigentlich klar, dass es jede Menge Menschen gibt, die es nicht schaffen, sich täglich 2x die Zähne zu putzen. Und übrigens haben gerade viele autistische Menschen ein massives Problem mit Zähneputzen... war bei mir als Kind auch teilweise so...


    Ich finde Aufklärung sehr gut und sehr wichtig, finde aber, man muss auch ein bisschen bedenken, dass es den meisten Hunden hierzulande im Vergleich zu Nutztieren oder auch Hunden in anderen Teilen der Welt insgesamt betrachtet schon fast dekadent gut geht. Fälle von Vernachlässigung ausgenommen. Luft nach oben gibt es sicher oftmals, ja, aber ganz ehrlich, wenn einem Hund nicht täglich die Zähne geputzt werden oder der Besitzer den nicht mehrmals wöchentlich abtastet... jo mei, die meisten Menschen kommen auch nicht dazu, sich wirklich jeden Tag eine gesunde, nahrhafte, ausgewogene Mahlzeit zu kochen:ka:


    Und, ja, manche Darstellungen empfinde ich persönlich auch als etwas dramatisiert, da bin ich ehrlich. Meine Hündin war ja 3,5 Jahre lang in schlechter Haltung und zum ersten Mal in ihrem Leben geschoren, als sie dann zu mir zog. Ja, klar war die echt ungepflegt und verfilzt, aber die hat sich nach der Schur nicht komisch verhalten à la "Oh Gott, da spüre ich jetzt Wind an meinem Fell" und in ihrem Fell waren auch keine Maden und sonstwas. Damit will ich jetzt keinesfalls runterspielen, dass das Vernachlässigung war! Die Hunde wurden ja nicht grundlos beschlagnahmt. Aber ich finde, wenn man sich solche Fälle anguckt, kann man halt die Kirche dann etwas im Dorf lassen und selber entspannter damit umgehen, dass manche Menschen halt mal aus Gründen X,Y,Z einen Hundefrisörtermin ausfallen lassen oder das abendliche Bürsten...

    Oder das Thema Zähne, ich habe bei meiner Hündin noch nie einen Unterschied im Verhalten bemerkt zwischen "direkt nach Zahn-OP" und "Zähne gehören bald wieder gemacht" und tägliches Putzen hatte (wie von meinen TÄ vorausgesagt - zumal Zahnstein ja nicht das einzige Problem ist und gegen locker werdende Zähne und sonstige dentale Probleme kann man halt gar nicht anputzen) leider auch nicht den Effekt von deutlich weniger Zahnstein. Jetzt putze ich phasenweise halt nicht mehr täglich, da bin ich ehrlich:ka:

    Man muss halt letzten Emdes umterscheiden zwischen "Verwahrlosung/tierschutzrelevant" und "nicht ideal/optimal/viel Luft nach oben".

    Bei Ersterem kann und sollte man sich an die Behörden wenden, bei Zweiterem kann man nur für sich entscheiden, wie man persönlich und beruflich damit umgeht. Da hat sicher jeder andere Ansichten, Grenzen und Ansprüche:ka:

    Und eigene Unzulänglichkeiten zuzugeben ist noch immer ein absolutes No-Go in unserer Gesellschaft

    Plus es ist nicht so einfach, Unterstützung zu erhalten.

    GdB, Pflegegrad, Haushaltsunterstützung, Assistemz etc., das ist eigentlich alles mit zusätzlichem bürokratischem Aufwand verbunden. Kann und wird mittlerweile auch häufig abgelehnt.

    Als Beispiel fällt mir da zB die äußerst dürftige Versorgungslage bei ME/CFS ein. Hat man da kein stabiles soziales Umfeld und finanzielle Ressourcen, ist man doch aufgeschmissen. Ist man in so einer Situation alleinerziehend oder Tierhalter oder Pflegeperson für jemand anderen etc, leidet man selbst eh schon krass und dann sind auch noch andere von einem abhängig. Und man wird viel zu oft rumgeschickt, keiner fühlt sich zuständig etc.

    Bin fertig.


    Spoiler anzeigen

    Alles in allem ein gutes "Weglesebuch" für den Winter, das sich ja durchaus schwierigeren Themen widmet. Mir war zunächst nicht bewusst, dass es tatsächlich eine Martha Ballard gab, ich kann aber sehr gut verstehen, warum die Autorin entschied, sich von ihrem Leben und Wirken inspirieren zu lassen.

    Alles in allem hat mir der Roman zwar recht gut gefallen, mir fehlte aber die wirklich mitreißende erzählerische Kraft. Stilistisch wäre da für mich einfach noch Luft nach oben gewesen, wobei dies in Teilen auch der Übersetzung geschuldet sein mag (ich fand es übrigens furchtbar, wie oft ich auf Fehler wie zB einen fehlenden Buchstaben gestoßen bin).

    Alles in allem schließe ich mich Phonhaus an, etwas zu geschniegelt und glatt war mir dieser dennoch flüssig und angenehm zu lesende Roman letztlich. Diese "Ende gut, alles gut"-Schiene passte für mich nicht recht zu der doch sehr harschen Zeit und Thematik.