Erzählt mal, warum lebt ihr euer Leben mit einem Hund oder warum sind es sogar gleich mehrere?
Ich wollte schon als kleines Kind mit 3 Jahren unbedingt einen Hund haben. Ich hatte so Karten, mit verschiedenen Hunderassen, die darauf waren mit Foto und Beschreibung, und mit eine dieser Karten bin ich sogar jeden Abend zu Bett gegangen und habe geweint, dass ich einen Sheltiewelpen haben möchte 
Später habe ich meine Mutter immer beauftragt, Spaziergänger mit Hund zu fragen, ob ich den Hund streicheln darf. Und als wir dann gegenüber von einen Park mit großer inoffizieller Hundewiese gezogen sind, waren wir ständig dort, also meine Mama, meine Schwester und ich, um die Hunde zu streicheln und mit ihnen zu spielen und manchmal durften wir auch Leckerlis verteilen...
Ich hatte dieses Nintendo-Spiel, "Nintendogs", und habe mich um die virtuellen Hunde gekümmert wie um echte
Bin also z.B. echt um 5 Uhr aufgestanden, weil die "Nintendogs" Gassi gehen mussten und alles 
Wir hatten auch so ein großes Hunderassenbuch, "Die farbige Enzyklopädie der Hunde". Die konnte ich als Kind praktisch irgendwann auswendig 
*Warum* genau ich dieses Bedürfnis, einen Hund zu haben, immer schon hatte, weiß ich nicht genau. Ich bin ja nicht mit Hunden aufgewachsen oder irgendwas.
Wie kamt ihr dazu euren ersten Hund zu euch zu nehmen?
Eigentlich ähnlich wie von persica beschrieben, der Hund sollte ursprünglich eher für meine Schwester als für mich einziehen, aber wir haben halt beide noch zuhause gewohnt. Meiner Schwester ging es damals nicht gut, mir teilweise auch nicht so, der Hund sollte Struktur bringen, Perspektive, und halt einfach ein Begleiter sein.
Das Leben meiner Schwester nahm aber nicht allzu lange nach Rexis Einzug eine andere Wendung, sie zog nach Deutschland für Freund und Ausbildung. Rex war in Wahrheit von Anfang an vor allem mein Hund. Ich bin sofort darin aufgegangen, mich um ihn zu kümmern, für ihn verantwortlich zu sein, habe ihn vom ersten Augenblick an so unglaublich liebgehabt
Dass es letztlich auf ihn hinauslief, war ein Zufall, wir waren im örtlichen Tierheim, um uns Hunde anzugucken, meine Schwester hätte eigentlich gerne einen dort sitzenden Boxer gehabt, der aber schon vergeben war. Dafür flitzte Rex dann aus seinem Zwinger, er war gerade erst abgegeben worden, und natürlich eroberte er unsere Herzen im Sturm und wir nahmen ihn direkt mit

Welche Erwartungen hattet ihr vor dem Kauf an das Leben mit einem Hund?
Das weiß ich gar nicht so genau. Ich wollte einfach immer schon einen Begleiter, mit dem ich "durch dick und dünn" gehen kann. Ich hatte keine bestimmte Hundesportart im Kopf, keine bestimmte Vorstellung daran, wie genau der Hund sein sollte. Ich wollte einfach einen Hund 
Haben sich eure Erwartungen im Laufe der Zeit/mit den verschiedenen Hunden verändert?
Hmm, da ich keine konkreten Erwartungen hatte, nicht wirklich. Ich habe aber wahnsinnig viel dazugelernt durch das Zusammenleben mit Rex. Als Jasmin dann einzog, war es zunächst teilweise herausfordernd, ihre Ängstlichkeit und so weniger, aber sie konnte nicht alleinebleiben, was eigentlich so ziemlich das Einzige war, was ich auf keinen Fall gewollt hatte. Aber auch das haben wir geschafft, denn ich hätte es nicht übers Herz gebracht, ohne Jasmin zu sein 
Warum lebt ihr nicht einfach ohne Hund?
Ich kann nur sagen, mir würde dann etwas fehlen. Etwas Großes, Entscheidendes.
Ich hatte es vor Rex nicht immer leicht. Ich habe fast alle Menschen, mit denen ich heute gut bekannt/befreundet bin, über die Hundehaltung kennengelernt. Ob beim Spazierengehen oder online, z.B. eben hier im Forum...
Hunde geben mir einfach etwas Besonderes. Sie verurteilen mich nicht, nehmen mich, wie ich bin. Ich wusste lange nicht, dass ich Autistin bin, aber jetzt ergibt es für mich noch mehr Sinn, dass ich immer schon so sehr Hundemensch war.
Welche eurer Bedürfnisse erfüllen eure Hunde oder haltet ihr eure Hunde aus rein altruistischen Gründen?
Ich weiß nicht, ob irgendjemand Hunde aus rein altruistischen Gründen hält. Ich finde, sie machen das Leben einfach schöner, erfüllter. Sie sind wunderbare Begleiter, sie bringen mich zum Lachen, sie geben meinem Leben einen tieferen Sinn, natürlich hat man durch sie auch eine Struktur im Leben, und mich haben sie z.B. erst so richtig hinaus in die Natur gebracht, durch sie habe ich auch zu manchen Hobbies wie der Fotografie gefunden... Sie "erden" mich.
Warum ein Hund und kein anderes Tier?
Ich hatte als Kind Kleintiere - Meerschweinchen, Farbmäuse, Wellensittiche. Später dann, als Erwachsene, hatte ich (da hatte ich aber schon beide Hunde) auch mal einen Hamster.
Aber die Bindung, die zu einem Hund entstehen kann, ist für mich schon etwas Besonderes. Mit Hunden kann man einfach ganz besonders viel erleben, weil sie durch den Alltag begleiten, man gemeinsam Ausflüge machen kann etc. Ich weiß nicht, ob ich ein anderes Haustier auch so innig lieben und mich ihm so tief verbunden fühlen könnte wie meinen Hunden.