Ich hab eigentlich keine Vorzeigegeschichte zu erzählen. Genau die Antigeschichte schlechthin.
Ich wollte immer einen Hund. Nachdem meine Familie zuerst einen Spitz "vom Züchter" hatte, der recht früh an einem Loch im Herzen gestorben ist, zog damals dann der Kuvasz-Mix aus unserem polnischen TH um die Ecke ein. Der war Zeit seines Lebens seelisch völlig verkorkst und ein äußerst schwieriger Hund, der Null zu unserer Familie passte und erst recht kein hund fürs Töchterchen war. Später zogen meine Eltern auseinander und mein ohnehin einsam lebender Dad nahm den Hund mit.
Ich bin von daheim weg und hab mir dann das totale Gegenteil gewünscht. Klein, süß, einfach lieb, was zum Knuddeln, ein richtiger Begleithund, Typ Steiff. Dann war ich mit meinem damaligen Freund in mehreren TH, hab mir per Privatabgabe einige Hunde angeschaut. Vom Züchter hätte ich keinen bekommen damals, ohne festen Wohnsitz, voll in der Schwebe zwischen Schule, Arbeit und bald Studium. Die TH wollten mir auch keinen Hund geben, obwohl ich mich einmal so richtig verknallt hab.
Mir wars dann irgendwann zu doof mit den Vorurteilen, mit den Bewertungen, mit den Abwertungen, mit den Nachfragen nach Kontostand, Gartengröße, Arbeitszeit und Marke des Autos und überhaupt, ich würde in dem Alter nur feiern, Party machen usw.
Jedenfalls war das der Grund, wieso ich mir dann einen Welpen privat aus einem Ups-Wurf geholt hab. Welpen irgendwo gesehen, beide Eltern dabei, der Freund kannte Terrier von zuhause aus und fand die klasse, ich hatte in der Mischung meinen kleinen Begleithund (wie dumm das damals war....). So, hin, einen ausgewähltund mitgenommen.
2 Monate später stand ich mit meinem Terriermix-Welpi in der Großstadt allein da, der terrierbegeisterte Freund war weg, ich bezog meine erste wirklich eigene Wohnung. Der Hund gehörte halt überall dazu und lernte an meiner Seite die große weite Welt kennen. Und ich wurde irgendwie zum Hundebesitzer, zum Hundemenschen, hab mich schlau gemacht, mich belesen, vor allem von und an meinem Hund gelernt, trat in den Verein ein, hab den Hund inzwischen auch auf der Arbeit dabei usw.
Beim nächsten Hund wird's ganz anders. Züchter steht fest, ich krieg da hoffentlich mal den perfekten Hund mit den perfekten Voraussetzunge für Meine ganz konkreten Vorstellungen.
Und während ich so warte und warte und warte und mir alles in der perfekten Perfektion ausmale, trauere ich ein bisschen meiner ungezwungenen und natürlichen Spontanität nach. Bisschen weniger DF-Mentalität und der Abbau dieses verkopften Berges wäre ganz gut.
Am Ende kommt es eh immer anders als gedacht. Das ist dann auch ok :)