Beiträge von Czarek

    Hunde sind allesamt ja auch nicht dafür gemacht komplett allein zu denken. Die sind an die Zusammenarbeit mit dem Menschen selektiert. "Komplexe Probleme also selbstständig zu durchdenken", das find ich zu weit gedacht und zu viel hineininterpretiert.
    Zu Intelligenz grad im Vergleich zum Wolf wurden ja recht viele wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen. Die kurze Zusammenfassung von all diesen Experimenten ist eigentlich: der Wolf denkt und löst auch wirklich selbstständig einfachere Probleme. Der Hund wendet erlerntes Verhalten an, orientiert sich am Herrchen/Frauchen und versucht über seine Unterstützung eine Aufgabe zu erfüllen.

    Teilweise ist bei den Experimenten noch unklar, ob der Hund es sogar schafft die Perspektive des Menschen mitzudenken. Also quasi seinen Standpunkt mitzudenken. Dafür gibt es zumindest Hinweise.

    Ich finde es kommt auch immer drauf an wie der Hund gefördert wurde, ob er gelernt hat zu lernen und etwas anbietet, kreativ ist. Das hat für mich zwar auch nicht direkt etwas mit Intelligenz zu tun, aber kommt eben erst mal dümmer rüber, wenn nichts zu holen ist :roll:

    Das würde ich auf jeden Fall so unterschreiben.
    Ich hab ja gut reden, als ich mir einen Welpen geholt habe, hab ich vom ersten Tag an mit ihm was gemacht und so springt mein Hund natürlich bis heute schnell auf ein Lernangebot an.
    Ich kenne aber so einige Hunde, die erst mit 4, 5, 6 Jahren in ein Zuhause kamen, wo auch wirklich mal was mit dem Hund gemacht wurde. Anfangs standen die da echt auf der Leitung, die wurden ja noch nie gefordert und hatten keine Möglichkeit sich auszutesten und zu durchdenken. Solche Prozesse dauern dann teilweise viele Jahre lang.

    Unser früherer Kuvasz-Mix stand sich immer selbst im Weg. Der hatte zu viele schlechte Erfahrungen abgespeichert, um noch viel aufnehmen zu können (so war immer mein Eindruck). Und so ein hoch spezialisierter Hund soll ja nicht viel denken, sondern halt bewachen und beschützen - und das tat er. Auf lustige Denkspiele hatte der nie Lust.

    Mein Terriermix hat wie gesagt von Beginn an gelernt, wie man lernt. Auf den Kopf gefallen ist die Kleine nicht, aber bei Problemen bin ich immer die erste Ansprechpartnerin. Um die Ecke wird da nicht gedacht, WTP ist auch null vorhanden und Bock auf Knobeln hat sie auch nicht. Dazu noch das Terriergemüt, das gern den Nutzen für sich selbst sehen möchte und auch zum überdrehen neigt und andere versucht zu manipulieren - schwierig. Es gibt keine Konstante. Theoretisch kann sie ganz viel und wenn sie es durchzieht, ist sie echt bombe. Wenn Madame was nicht passt, wird es manchmal sehr schwierig.
    Ob sie also klug ist? Kann ich nicht so genau sagen, aber Charakter hat sie. Da würde ich nämlich nochmal sehr genau unterscheiden.. Nicht jeder sturer Bock ist ein heimlicher Einstein.

    Mein Hund hat ab und an eine Bindehautentzünfung (auch grad wieder). Die Augen tränen vermehrt, der Kopf wird öfter auf dem Boden gescheuert oder mit den Pfoten dran rumgemacht. Das Weiße um die Augen sieht nicht immer rötlich entzündet aus.
    So oder so, eine Bindehautentzündung wird mit antibiotischer Augensalbe behandelt. Die Untersuchung beim TA dauert vielleicht 10min und kostet echt nicht viel. Bei meinem Hund wird wegen der überexprimierten Augen noch geschaut, ob zB ein Kratzer auf der Hornhaut ist, das wäre nämlich auch eine Möglichkeit.
    Also einmal abchecken lassen, so eine Augenentzündung ist schon ein bisschen unangenehm.

    Die Frage ist halt, was man dann macht.

    Wenn zwei Hunde miteinander auskommen, super.
    Wenn sie sich wirklich gern haben, Jackpot.
    Und wenn nicht?

    Gesetzt dem Fall, es geht nicht um Ressourcen, die ich verwalte, sondern um einen entstandenen Konflikt zwischen den Hunden. Hier gibt es ja Beispiele dazu, aber ganz ehrlich: ich könnte das nicht jahrelang aushalten, immer einen in eine Box oder in einen anderen Raum zu packen. Oder zwei Hunde bis ans Ende hin "managen". Während der Arbeit trennen, dann nach der Arbeit getrennt Gassi, getrennt auf den Hundeplatz und dann noch getrennt kuscheln, das ginge zeitlich gar nicht und ich würde mich dann auch nicht gut fühlen, dauernd auf der Lauer zu sein, mich nicht entspannen zu können. Und wie @Chatterbox sagt, ich könnte auf Dauer auch nicht haben, was ich meinem Ersthund, für den ich ja seit Jahren Verantwortung trage, "angetan" habe.

    Da reichen mir schon anderthalb Tage bei den Schwiegereltern, seitdem die die bissige ressourcenverteidigende Hündin haben. Mein Hund sitzt auf meinem Schoß und zittert, dauernd passt einer auf, dauernd wird der Hund zurechtgewiesen - und mein Hund, der sich da früher wohl gefühlt und gefreut und alle dort geliebt hat, möchte heute kaum über die Schwelle treten und sieht aus wie ein Häufchen Elend, beschwichtigt in einer Tour. Klar tut mir die Leid und ganz klar leidet die im Stillen vor sich hin.
    Natürlich gehört mir der andere Hund nicht und einiges würde ich ganz anders handhaben, sodass sich vielleicht einige Situationen entzerren würden - aber Stress ist es für alle. Hätte ich so eine Spannung dauerhaft zwischen meinen eigenen Hunden, na dann gute Nacht.

    Ich hab eigentlich keine Vorzeigegeschichte zu erzählen. Genau die Antigeschichte schlechthin.

    Ich wollte immer einen Hund. Nachdem meine Familie zuerst einen Spitz "vom Züchter" hatte, der recht früh an einem Loch im Herzen gestorben ist, zog damals dann der Kuvasz-Mix aus unserem polnischen TH um die Ecke ein. Der war Zeit seines Lebens seelisch völlig verkorkst und ein äußerst schwieriger Hund, der Null zu unserer Familie passte und erst recht kein hund fürs Töchterchen war. Später zogen meine Eltern auseinander und mein ohnehin einsam lebender Dad nahm den Hund mit.

    Ich bin von daheim weg und hab mir dann das totale Gegenteil gewünscht. Klein, süß, einfach lieb, was zum Knuddeln, ein richtiger Begleithund, Typ Steiff. Dann war ich mit meinem damaligen Freund in mehreren TH, hab mir per Privatabgabe einige Hunde angeschaut. Vom Züchter hätte ich keinen bekommen damals, ohne festen Wohnsitz, voll in der Schwebe zwischen Schule, Arbeit und bald Studium. Die TH wollten mir auch keinen Hund geben, obwohl ich mich einmal so richtig verknallt hab.
    Mir wars dann irgendwann zu doof mit den Vorurteilen, mit den Bewertungen, mit den Abwertungen, mit den Nachfragen nach Kontostand, Gartengröße, Arbeitszeit und Marke des Autos und überhaupt, ich würde in dem Alter nur feiern, Party machen usw.

    Jedenfalls war das der Grund, wieso ich mir dann einen Welpen privat aus einem Ups-Wurf geholt hab. Welpen irgendwo gesehen, beide Eltern dabei, der Freund kannte Terrier von zuhause aus und fand die klasse, ich hatte in der Mischung meinen kleinen Begleithund (wie dumm das damals war....). So, hin, einen ausgewähltund mitgenommen.
    2 Monate später stand ich mit meinem Terriermix-Welpi in der Großstadt allein da, der terrierbegeisterte Freund war weg, ich bezog meine erste wirklich eigene Wohnung. Der Hund gehörte halt überall dazu und lernte an meiner Seite die große weite Welt kennen. Und ich wurde irgendwie zum Hundebesitzer, zum Hundemenschen, hab mich schlau gemacht, mich belesen, vor allem von und an meinem Hund gelernt, trat in den Verein ein, hab den Hund inzwischen auch auf der Arbeit dabei usw.

    Beim nächsten Hund wird's ganz anders. Züchter steht fest, ich krieg da hoffentlich mal den perfekten Hund mit den perfekten Voraussetzunge für Meine ganz konkreten Vorstellungen.

    Und während ich so warte und warte und warte und mir alles in der perfekten Perfektion ausmale, trauere ich ein bisschen meiner ungezwungenen und natürlichen Spontanität nach. Bisschen weniger DF-Mentalität und der Abbau dieses verkopften Berges wäre ganz gut.
    Am Ende kommt es eh immer anders als gedacht. Das ist dann auch ok :)

    Ah ok.
    Ich hab hier ja auch verschiedene Gäste, vom Westi übers Wochenende bis zu dem Gastrotti für den Urlaub usw.
    Mein Hund mag nicht jeden Hund gleich viel und geht mit jedem einzelnen anders um. Von Totspielen und sich zusammenkuscheln bis hin zu völlig ignorieren und auch mal blöde anzicken ist hier alles dabei.

    Gut, ein Gasthund ist nun echt nicht mit einem dauerhaften 2.Hund zu vergleichen. Aber wenn mein Hund sich von der Auswahl unserer Besuchshunde für immer einen aussuchen dürfte, wäre die Priorität ganz klar. Die beiden lieben sich einfach wie ich es in 6 Jahren noch nie erlebt habe.
    Als wir die Option hatten diesen Hund zu übernehmen und es nicht taten (denn ich komm mit dem Hund nicht so klar und find ihn bisweilen super nervig), wars mir schon schade um die beiden. Ich kann nun besser verstehen, wieso viele Leute sagen, dass der Ersthund mitentscheiden soll und die Chemie zwischen zwei erwachsenen Hunden besser erprobt wird.
    Bei uns wird dennoch ein Welpe einziehen. Einfach weil ich der Typ bin, dem es leichter fällt einen Welpen ordentlich zu erziehen als einen mit Vorgeschichte umzuerziehen.
    Aber klar, die Bedenken sind da. Wird sich der Welpe hier einfinden? Ist meine Prinzessin nicht genervt vom Welpi? Komm ich mit der Hektik und dem Gewusel klar?
    Bei uns wird es ja noch ein wenig dauern. Ich glaub, man muss da entspannt bleiben und alles bissel lockerer sehen...

    Ich bin mir nicht sicher, was du vom Charakter deines Hundes erwartest.

    Bullterrier mit ordentlich Ramms, immer guter Laune, Mini-Kraftpakete mit sturem Terriergemüt
    Oder
    Sanftere größere Collies, die recht "weich" in der Führung sind, elegante Schöngeister, Hütehunde.

    Das ist wie der Unterschied zwischen Tag und Nacht, sowohl von der Größe, vom Aussehen oder vom Charakter und der Veranlagung her. Es kann doch nicht sein, dass beide gleich gut in deine Familie passen für die nächsten 12-15 Jahre, zu kleinen Kindern.