Ich habe ja jetzt zwei unkastrierte Hündinnen. Ich frage mich gerade, wie ich mich nennen würde, wenn ich spazieren gehe und meine läufige und sehr resolute Hündin haut aus dem Garten ab/windet sich bei einem besonders attraktiven Rüden aus dem Halsband oder Geschirr und ist weg.
Es stellt sich heraus, dass sie trächtig ist. Aus persönlicher Überzeugung lasse ich ihr keine Abtreibungspritze geben, weil die Gesundheit beider Hunde (die "oberflächliche Gesundheit") die Größe des Rüden, das Alter usw zeigen, dass die Schwangerschaft tragbar ist.
Ich lasse die komplette Trächtigkeit von meinem TA begleiten, richte alles so ein wie ich mich informiert habe und habe sogar einen offiziellen Züchter dabei, der mich begleitet. Ich ziehe mit größtem Gewissen die Mischlingswelpen auf, lasse entwurmen, chippen und impfen. Ich geb mir richtig Mühe, übe am Halsband laufen, füttere dazu, zeige ihnen Wald und mache Ausflüge in die Stadt, sie lernen Kinder kennen, Flatterzeug, den Alltag, andere Tiere usw usf.
Mit 8-12 Wochen oder auch ein bisschen später geb ich die Hunde für 400 oder 500Euro ab, je nachdem wie viel ich rein investiert habe. Im Kaufvertrag ist ein Rückkaufsrecht und die Leute suche ich nach bestem Wissen und Gewissen aus (natürlich kann ich denen nur vor den Kopf schauen..).
Spielen wir das ganze Szenario nochmal nicht mit meinem Terriermischling durch, sondern dazu auch nochmal mit einem Pudel aus seriöser Zucht, der wirklich unabsichtlich vom Goldie im Vetein gedeckt wurde. Da kämen dann sogar Designer Dog Golden Doodle Medium bei raus. Der Rest wäre komplett gleich, inkl Aufzucht, Preis usw.
Wäre ich dann trotzdem ein Vermehrer?
Das würde dem allem doch nicht gerecht werden, was ich da an Aufwand, Zeit und Geld und Gedanken rein investiere. Und Ups-Würfe passieren, niemand ist Gott und kann tausendprozentig garantieren, dass es niemals dazu kommen wird.
Also ich wäre da schon gekränkt, wenn ich mich der Aufgabe so annehmen würde und trotzdem ein Vermehrer genannt würde... 