Mir macht es das Herzchen schon schwer. Fussel war immer ein Hund, den man überall frei laufen lassen konnte. Sie war wie so ein Punkerhund. Unabhängig, entspannt, sozial, wusste immer wo man betteln konnte und wo lieber meiden, einfach eine absolut coole Socke. Schon als Welpe hab ich sie mitgenommen in den Pub, wo ich damals gejobbt habe, und sie schlief im ausgeräumten Bierglasfass unter der Theke. Als sie mein früherer Nachbar manchmal mitnahm, kannten sie mehr Menschen als mich. Auf der Straße wurde nicht ich gegrüßt, sondern Fussel. In der Uni war Fussel ein ganz normales Bild, wie sie alleine vor der Mensa saß, während wir und Mittagessen holten oder ich mit ihr von Seminar zu Seminar ging. Dazu all die Menschen vom Besuchdienst, die sie in fast 10 Jahren happy gemacht hat. Sie ist immer ihren eigenen Weg gegangen und war mehr Katze als Hund. Die Beziehung war eher eine Partnerschaft als eine Bindung mit will to please.
Und nun Anleinen. Unsicheres Verhalten in der Dämmerung. Ganz tiefer Schlaf. Sie reagiert nicht, wenn ich vom Nebenraum rufe und sie schläft. Sie reagiert nicht mal auf Rufe draußen. Man muss sie aufs Sofa heben. Sie greift manchmal aus Unsicherheit andere Hunde an.
Nur der Wille, der ist ungebrochen. Wenn sie etwas will, kann sie einen so penetrant anschauen und darauf beharren, dass sie es jetzt. Sofort. Genauso. Haben will.
Alt werden ist echt nichts für Weicheicher 🥴