Liebe und Geduld reichen bei den wenigsten Hunden. Ganz gleich, ob es der gut gezogene Welpe mit top-Papieren oder der Hund mit einem unguten Vorleben ist.
Ich erlebe bei Züchterhunden nur die Problemchen, die eben so auftreten, wenn Hundi erwachsen wird. Junghundewahnsinn...er hört mal nicht...freut sich über alles....läuft zu fremden Leuten....springt an. Naja...und eben die rassetypischen Eigenschaften, die sich entwickeln. Aber wenn man mit denen nicht zurecht kommt, hat man sich vielleicht in der Rasse vergriffen oder sich im Vorfeld nicht bewusst gemacht, was das alles bedeuten kann. Wenn sich Leute wundern, warum ihr Aussie plötzlich Jagdverhalten entwickelt, im Dunkeln Leute anbrummelt oder bellt, wenn es an der Tür klingelt, frage ich mich schon ganz ernsthaft, ob da vorher in irgendeiner Form Informationen eingezogen wurden. Da hat für mich auch der Züchter versagt, der als letzte Instanz vor dem Kauf auch nochmal aufklären sollte
Als Kenner stellt man sich drauf ein, guckt mal wie sich welche Eigenschaften bemerkbar machen und empfindet das alles eigentlich nicht als "Problem". Das sind Dinge, mit denen man rechnet. Ich kaufe mir ja auch keinen Kangal und gehe davon aus, dass der sich halten und erziehen lässt wie ein Border Collie.
Mich stört halt, dass Leute Hunde aus dem Tierschutz bekommen, die richtig kernige Probleme machen (heftige Ressourcenverteidigung, knackiges Jagdverhalten, Angstproblematiken) und scheinbar nicht darauf hingewiesen werden, was das bedeutet. Alles schon erlebt und sowas finde ich einfach unfair. Dem Hund gegenüber und den neuen Besitzern gegenüber. Beim Auslandshund (es sei denn es handelt sich um einen Welpen), weiß man doch, welche Probleme der Hund hat bzw welche auftreten können. Da muss eigentlich keiner ins Blaue kaufen. Da kann genaue Aufklärung stattfinden. Und genau da habe ich eben das Gefühl, dass das doch ziemlich oft passiert.
Ein Erlebnis, das ich echt traurig fand, war mit einem Ungarischen Mix, der an eine Vereinskollegin vermittelt wurde. Niemand hat hier im Vorfeld erzählt, dass der zu diesem Zeitpunkt ca 2-jährige hübsche Mix eine echte Ressourcensau war. Ende vom Lied: Nach vielen Trainingsversuchen und einem Krankenhausaufenthalt wegen schwerer Bissverletzungen an beiden Händen, wurde der Hund an die Orga zurückgegeben, da sich auch Kinder und andere Hunde im Haus befanden und das Risiko zu groß wurde. Mit der dazugehörigen Erklärung der Ereignisse. Der Hund wurde weitervermittelt. An ein älteres Ehepaar mit Enkelkindern im Haus, die nichts von seiner Vorgeschichte wussten und wo er erneut zubiss und letztendlich eingeschläfert wurde. Was soll sowas??? 