Zur Auslastung im Junghundealter:
Ich mache sowas vom Hund abhängig.
Mein Rüde als Junghund : Sehr spät erwachsen (mit dreieinhalb Jahren etwa), sehr niedrige Reizschwelle, viele bunte Kügelchen im Kopf, die zwischendurch sortiert werden mussten, Probleme mit Frustrationstoleranz, gesteigerte Aggressionspotenzial, sehr selbstständig, starker Schutz und Wachtrieb, sehr sensibel, wenig Arbeitsfreude. Da habe ich ich in den ersten Jahren überhaupt noch nicht an Sport gedacht. Wäre auch nicht gegangen bei seiner Frustproblematik. Der hing einem auch sofort im Ärmel, wenn man losgerannt ist. Bei Überforderung hat er zugebissen.
Im Junghundealter gab es tägliche ruhige Spaziergänge von bis zu ner Stunde (mehr ging nicht, da er sonst anfing hochzupitschen) hauptsächlich an der 15 Meter Schlepp und ein bisschen ruhiges Tricksen in der Wohnung. Wir sind auch irgendwann nicht mehr in den Hundeverein gegangen. Hat ihn gestresst. Also hab ich es sein lassen. Hauptaugenmerk lag darauf, den Hund alltagstauglich zu bekommen. Dafür habe ich viel an der Frustrationstoleranz gearbeitet, der Hund musste sich viel "erarbeiten" (durch Apportieren oder Tricksen zB), damit er kooperativer wurde.
Hat gut funktioniert und mit etwa drei Jahren konnten wir dann auch mit Sport anfangen. Da waren die ganzen Baustellen abgearbeitet. Mittlerweile ist er ein ruhiger, alltagstauglicher Hund. Er ist sehr sanft, aber immer noch nur sehr begrenzt im Sport führbar. Macht auch nix. Dafür ist er eben nicht der Typ.
Meine Hündin: Sehr früh sehr klar im Kopf, mittlere Reizschwelle, keine nennenswerten Probleme mit Frust oder Ablenkung, nicht besonders sensibel, Nervenstark, eine große Konzentrationsfähigkeit schon im jungen alter, großer Arbeitswille, sehr abhängig von mir, voll alltagstauglich. Mit diesem Hund konnte ich schon ab dem sechsten Monat ganz problemlos erste Vorübungen für den Sport machen und regelmäßig im Verein mittrainieren, weil einfach keine anderen, wichtigeren Baustellen vorhanden waren. Auch lange Spaziergänge, aufregende Stadtbesuche etc...alles kein Thema. Begleithundeprüfung mit 1 1/2 Jahren. Jetzt (20 Monate alt) Ausbildung im Agi und im THS. Der geborene Sporthund.
Das wäre mit meinem Rüden überhaupt nicht möglich gewesen. Ganz andere Typen eben. Ich würde meine Prioritäten ganz klar danach richten, was ein Hund mitbringt und leisten kann. An anderen orientieren bringt da nichts. Das ist eine Sache des eigenen Bauchgefühls. Überdreht mein Hund, mache ich zu viel oder eben Dinge mit zu viel Input, die der Hund nicht verarbeiten kann.