Aber auch, ob man bei erzogenen Hunden trotzdem ein Leben lang sieht, mit welchen Baustellen der Hund einst Probleme hatte?
Also mit Tex hatte ich sehr viele Baustellen.
Jetzt nichts, was Dressur betrifft. Aber Alltagskram wie etwa Frustrationstoleranz und Impulskontrolle.
Davon sieht man jetzt absolut nix mehr. Mir will das auch niemand glauben, dass dieser freundliche, brave Rüde mal ein echtes Problempaket war und gerne mal seinen Frust mit den Zähnen an mir abgebaut hat oder bei Bewegungsreizen schreiend in der Leine stand. Heute ist er wirklich unkompliziert.
Zum Arbeiten ohne Belohnung: Für sehr gute Leistung werden meine Hunde auch sehr hochwertig belohnt. Für etwas schlechtere Leistung wird auch die Belohnung minderwertiger. Anstatt der tollen, fliegenden Leberwursttube oder des Spielis gibt es bei schlechter ausgeführten Übungen dann halt nur ein langweiliges Trockenfutterbröckchen oder ein schlichtes "gut" von mir. Bei mangelhaft ausgeführten Kommandos gibt es den Fehlermarker "Schade". Das führt schon dazu, dass sie sich mehr anstrengen und das wird dann natürlich wieder mit hochwertigeren Leckerli belohnt.
Meine Hündin, die nach einigen doofen Erlebnissen mittlerweile ein kleines Problem mit Hundekontakten an der Leine hat, belohne ich zB fürs Orientieren an mir, für das ruhige Verhalten in Anwesenheit anderer Hunde etc. Tex wird in solchen Momenten nicht belohnt. Für den ist das nämlich kein Akt. ;). Den belohne ich wiederum in anderen Momenten eher und vor allem anders, als Bliss. Zum Beispiel bekommt er für jede Orientierung an mir, wenn er frei läuft, jedes Mal positive Rückmeldung in Form eines Leckerchens. Ist halt ein sehr selbstständiger Typ und ich möchte, dass er regelmäßig nach mir schaut. Bliss schaut von sich aus sehr viel, was ich so treibe, und wird deshalb "nur" verbal belohnt.
Ich passe mein Belohnungsverhalten schon sehr stark an den jeweiligen Hund an. Aber ich bin grundsätzlich eher der Typ HH, der viel belohnt und viel Zuspruch gibt.