Beiträge von DiemitdenAussies

    Mir ging das so, nachdem ich mit Maxe meinen ersten (und "toitoitoi" auch den bisher einzigen) Ernstkampf erlebt hatte. Danach war ich einfach überhaupt nicht mehr entspannt. Ich war nicht hysterisch, nein. Nach außen hin war ich durchaus die Ruhe in Person, aber innerlich war ich am Hyperventilieren und kurz vorm panisch Rumbrüllen. Und ein Hund wie Maxe, der meine Stimmungen immer aufgefangen hat, war davon natürlich nicht unbeeinflusst. Im Gegenteil.

    Ja nach sowas ist man extrem verunsichert. Hatte ich vor ein paar Monaten. Bliss und die Hündin einer Vereinskollegen sind eskaliert. Die kennen sich ewig, sind zusammen gelaufen, haben gemeinsam Agi und für die BH trainiert und eines Tages nach dem Training wurde es ungemütlich. Die Hündinnen sind ähnlich gelagert. Da ging es heiß her und es war schon schockierend zu sehen, dass Bliss sehr schnell die Oberhand gewinnen konnte und mit Beißschütteln anfing.

    Ich weiß jetzt, wozu dieser Hund in der Lage ist, wie verbissen und tough die kämpft und wie erfolgreich die dabei ist. Wenn man sowas mal gesehen hat, sieht man den eigenen Hund mit anderen Augen.

    In der ersten Zeit war ich deshalb extrem vorsichtig. Nicht hysterisch, sondern einfach vorsichtig. Ich musste das für mich selbst wegstrecken. Ich habe einen unkastrierten Rüden und kenne Kebbeleien deshalb. Da bin ich auch locker. Aber das...ganz andere Nummer.

    Mittlerweile ist alles beim Alten und ich vertraue ihr wieder. Trotzdem bleibt im Hinterkopf, wie sie auf der anderen Hündin hing, mit wie viel Verbissenheit die an der rumgewerkelt hat und wie panisch die andere Hündin danach war. Ich weiß eben, dass sie sich nicht die Butter vom Brot nehmen lässt und konfliktbereit ist.

    Und dass man mit so einem Hund anders umgehen muss, als zB mit meinem Lämmern von Rüden, ist für mich selbstverständlich. Es geht nicht um Hysterie oder Anspannung. @Gammur sagt immer "better safe than sorry" und genau das halte ich bei einem Hund wie Bliss für den richtigen Weg.

    Gestern wurde uns beim Canicrossen wieder Kontakt aufgezwungen. Bliss hat den Hund angepoltert, der ist abgehauen und gut wars. Aber ich weiß eben nicht genau, wie das ausgehen würde, wenn der Hund, der sie freilaufend bedrängt, mal zurückmault. Ich weiß nur, dass die garantiert nicht weichen würde. Und das zu wissen reicht mir eigentlich, um eben nicht jeden Kontakt fröhlich zulassen zu können.

    Mit Hunden, die ich einschätzen kann (ich kenne die meisten Hunde hier), lasse ich Kontakte zu. Da weiß ich schon im Vorfeld, dass das klar geht...oder in seltenen Fällen eben gar nicht passt.

    Warum kann man andere Halter nicht in Ruhe lassen? Warum kann man nicht erst absprechen, ob ein Kontakt gewünscht ist? Warum ist es für so viele so schwer, Rücksicht zu nehmen.

    Warum? Faulheit.
    Zu faul, einfach mal seinen Hund anzuleinen bzw bei sich zu behalten. Zu faul, diesen gescheit zu erziehen. Zu faul, auch mal nur 5 Minuten drüber nachzudenken, warum man direkten Kontakt meiden möchte. Und dann natürlich die Ignoranz. "Meiner ist ja lieb". Dass man eventuell auch den fremden Hund schützen möchte, indem man keinen Kontakt zulässt, wird leider nicht bedacht. Früher kam uns immer ein Pekinesenrüde provozieren.
    Also nochmal zum mitschreiben: Pekinesenrüde provoziert Aussierüden. Damals war Tex noch jung und weil der Kurze den tatsächlich bei solchen Aktionen auch gebissen hat (ins Bein), wollte der dem irgendwann auch ans Leder. Und das konnte ich sogar verstehen. Der fremde HH lachte darüber. "Der Kleine kann doch gar nichts ausrichten...der ist so albern". Und ich hatte Mühe und Not, dass Tex den nicht gleich umbringt. Denn den hätte er nur mal fies greifen und schütteln müssen. Da wären die Lichter ausgegangen. Trotzdem hat er den Hund nie angeleint und immer zu uns laufen lassen. Sowas ist Müll. ganz großer Müll.

    Das klingt echt schlimm, @lemmingstyle :verzweifelt: .
    Hoffentlich kannst du das schnell vergessen.

    Ich hatte es wirklich noch NIE, dass jemand auf ein: Bitte holen Sie ihren Hund ab, das auch wirklich getan hat.

    Wenn die Leute dich dran sind, geht es. Auf Entfernung ist mir das auch noch nie passieren. Die Hunde hören einfach nicht und irgendwo am Horizont steht dann ein dusselig dreinguckender oder brüllender Hundehalter. Ich gehe dann einfach weiter und schüttele den Hund ab.

    Mit Bliss war ich heute canicrossen. War auch schön. Ein HH kommt uns entgegen. Ich kenne den Mann und den Hund auch und weiß, dass seiner harmlos, aber aufdringlich ist. Bliss kennt den Hund und eigentlich sind die Begegnungen mit ihm ganz okay. Sie findet es zwar nicht super, dass der ständig angelatscht kommt, ist aber sehr wohlwollend für ihre Verhältnisse, weil der ja deutlich ihren "Tanzbereich" unterschreitet. Wir werden also wieder im Lauf vom Hund gestoppt, er haut sich erst flach auf den Boden, kommt dann an wie immer, diesmal brummelt Bliss und schnappert ihn sofort weg. Und dann ging es los:

    Er "Nun machen sie doch den Hund endlich mal ab!"
    Ich "Nein"
    Er "Wenn die frei sind, geht sowas immer besser"
    Ich "Ich leine die hier bei den Bahnschienen nicht ab und außerdem laufen wir gerade"
    Er "Da geht das aber immer besser"
    Ich "Die ist auch zickig und mag es nicht, wenn Hunde so nah kommt. Ohne Leine kann die ungemütlich werden" (die treibt Hunde ja dann weg...)
    Er "Aber der muss doch mal freilaufen. Und ohne Leine geht das immer besser"
    Ich "Freilauf bekommt die zu anderen Zeiten"
    Er "Der arme Hund"

    Da bin ich dann einfach weitergelaufen.

    ich habe ja nun schon akzeptiert, dass wieder Kontakt aufgezwungen wurde. Wieso muss ich dann noch meinen Hund ableinen, nur weil irgendwer zu faul ist, seinen bei sich zu behalten?
    Beim nächsten Mal werde ich Bliss ableinen und dann nach mir die Sintflut. Ist mir dann auch egal, wenn die seinen mal ordentlich einnordet... :motzen: . Vielleicht kommt der dann nicht mehr angewackelt...

    Abseits von diesem blöden Erlebnis, wird es aber immer besser. Gestern war sie zum ersten Mal seit langem in der Nähe anderer Hunde wirklich entspannt und hat sogar direkt neben der Hündin meiner Trainerkollegin geschlafen. Die Begegnungen werden auch immer entspannter und verlaufen nur noch selten laut (wenn es mal so ist, dann isses eben so). Ich bin da grad zuversichtlich, dass wir das Gezicke in den Griff kriegen. Sie muss ja keinen lieben...aber akzeptieren und ignorieren klingt nach nem Plan.

    Ich hätte mich wohl auch irgendwie davon gemacht. Wegrennen ist nicht möglich. Bei fast 50 Kilo Hund an der Leine. Wenn die zurückziehen...Anker wirf! :hust: Schnelles Gehen oder eine andere Richtung einschlagen geht aber. Ich hätte meine Hunde dann wohl auch gelobt. Neulich bin ich mit Bliss an einem Transporter vorbei gegangen und plötzlich kam der Fahrer auf uns zugestürmt. Der wollte an die Fahrertüre, an der wir gerade vorbeigingen. Da ist Bliss auch kurz steil gegangen und hat gebellt. Hätte ja auch ein Angriff sein können, so direkt und schnell wie der auf uns zukam. Der Mann hat sich sehr nett entschuldigt und Bliss habe ich gelobt. Sie hat alles richtig gemacht. Danach war es auch dann gut.