Also ich bin sehr emotional. Dicht am Wasser gebaut und neige dazu, mir viele Gedanken zu machen. Im Umgang mit Balou war ich in der Anfangszeit reaktiv - wegen mangelnder Erfahrung mit Welpen. Er machte was, ich stand ratlos da, versuchte irgendwas, Fail. 
Ich habe mich in der Anfangszeit mit einem Welpenbuch beschäftigt, weil ich meinen Hund gut sozialisieren wollte. Als er 4-5 Monate alt war, habe ich mich hier angemeldet.
Außerdem waren wir in der Welpengruppe (nie nie wieder!) und in zwei Junghundekursen.
Das war es.
Wir haben bestimmt - als er noch klein war - viel draußen "gemacht" und nicht viel gesessen und geschaut, Winterwelpe halt. Aber wir waren nie zu lange draußen, haben nicht viele Ausflüge gemacht.
Seit Sommer 2015 machen wir nichts mehr, außer hobbymäßig Dummy. Da möchte ich aber gern in eine Dummygruppe, einmal pro Woche.
Ich schreibe gerne viel auf, eben weil ich nicht weiß, was normal ist und was nicht.
Um ihn stubenrein zu kriegen, habe ich aus lauter Verzweiflung auch irgendwann die genauen Uhrzeiten und die Art des Geschäfts aufgeschrieben, um abschätzen zu können, wann er wieder muss. Nach ein paar Tagen hatte ich endlich ein grobes Muster, an dem ich mich orientieren konnte 
Ist ein Welpe normal, der einen nicht ansehen kann? Ein Welpe, der bei Berührungen total stark beschwichtigt und dann rennt? Ein Welpe, der nichts Böses erlebt hat, sich draußen vor vielen Dingen erschreckt, im Umgang mit Fremden unsicher ist und beschwichtigt?
Tjoah. Der Rest war normales Welpendings.
Ist ein Junghund normal, der Menschen fixiert? Der total ausklinkt, wenn ein minimaler Reiz da ist?
Der nicht berührt werden will?
Ich habe solche Dinge hier nachgefragt. Es hieß fast immer, dass ich ihn von einem Vermehrer haben muss oder dass ich ihn total verhunzt habe und dringend einen Trainer brauche. 
Mittlerweile sehe ich das mit dem Trainer auch so, weil wir sehr sehr langsam Fortschritte im Alltag machen. Eben weil seine Hibbeligkeit ihm im Wege steht und er dann nix lernen kann. Seine Probleme im Alltag wären alle wunderbar wegtrainierbar, wenn denn etwas bei ihm ankommen würde. Aus der Entfernung zu trainieren ist immer schön gesagt. Wenn ich aber nun mal in Situationen komme, wo ein Mensch in 2m Entfernung entlangläuft und ich nicht ausweichen kann, dann muss das halt auch mal funktionieren. Oder wenn ich vor der Arbeit spazieren muss und er völlig ausklinkt und nix geht. 
Ich denke schon, dass diejenigen, die hier schreiben, keine normal etwas überforderten Hunde habe. Sondern dass diese Hunde alle durch irgendwelche Umstände und durch ihre Veranlagung hibbelig sind.
Und wir alle erwarten keinen Kadavergehorsam und einen locker trabenden uns anhimmelden Hund in jeder Lebenslage. Es gibt aber auch noch ein Dazwischen.