Ganz ehrlich?
Das ist ein Thema, bei dem man nie auf einen gemeinsamen Nenner kommen wird: Dinge zu üben, die man kaum oder sogar nie braucht - muss man das?
Ich konnte mir erst kürzlich hier irgendwo anhören, dass es ja an Hirnverkümmerung grenzt, dass ich meinem Hund die Öffis und die Stadt etc. nicht beigebracht habe in der Sozialisationsphase. Für das Hirn und die Nervenverknüpfung sei es enorm wichtig, dass der Hund so viel wie möglich kennenlernt.
(Überspitzt ausgedrückt)
Tja. Ich habe einen sehr stressanfälligen Hund, unsicher, mit vielen Problemchen, an denen wir arbeiten.
Da setzt man Prioritäten.
Ich werde ihn niemals abgeben. Niemals. Er lebt auf dem Dorf und war in Kleinstädten dabei und auch einmal in der Bielefelder Innenstadt auf dem Weihnachtsmarkt. Er hat enormen Stress und klinkt aus, sodass ich ihm das nicht antu.
Mit den Öffis wird er niemals fahren müssen.
Mit Aufzügen ebenfalls nicht.
Beim Tierarzt hat er enormen Stress, fällt dabei aber eher in sich zusammen und sucht Schutz bei mir. Das kann ich nicht üben, weil die TÄ sich nicht an die Anweisungen halten. Es wird da niemals locker flockig sein.
Baden muss er im Normalfall ebenfalls nicht. Er lässt sich abrubbeln und genießt das. Pfoten in Eimer stellen ist auch ok und an den Gartenschlauch gewöhne ich ihn. Das reicht uns.
Ich finde es eine Frechheit, wenn man dafür verurteilt wird. Wenn gesagt wird, dass ein Hund, der auf dem Land aufwächst, zu wenig Reize hat und verdummt und ein armseliges Leben führt.
Jeder von uns hat andere Lebensumstände, bei dem einen lernt der Hund im normalen Alltag sehr sehr viel kennen, bei dem anderen wäre das alles mit großem Aufwand verbunden (bei Balou reicht es bei weitem nicht, einmal etwas gesehen zu haben als Welpe) und man hat auch noch ein Leben neben dem Hund und setzt halt Prioritäten: was muss mein Hund in seinem Leben alles kennen und womit muss er umgehen können?
So. Das war meine Meinung dazu. Wir werden uns nie einigen. Deswegen sollten wir weiter machen mit den Jungspunden und das Thema sein lassen.