Uns wurde von der TÄ eine Kastration empfohlen wegen Balous chronischem Vorhautkatarrh. Da ist keine Entzündung, sie schaut jedes Mal nach. Aber er eitert immer. Ich spüle ständig und er eitert. Mit dem Chip ist das nun weg. Na ja aus so einem Grund wird er aber nicht kastriert, würde die TÄ aber durchaus machen.
Ich bin übrigens wegen dem ganzen Sozialisationskram mal in mich gegangen. Balou hatte in der HuSchu Kontakt mit läufigen Hündinnen in seiner Junghundezeit. Dann war er in Betreuung für 1,5 Jahre, mehrere Tage pro Woche. Beide Sitterinnen haben intakte Hündinnen, die natürlich läufig wurden, oft auch läufige Gasthündinnen. Balou hat sich gut geschlagen, ist aber immer um die Zeit der Läufigkeiten herum (meist so zwei Wochen später) sehr krank geworden.
Er kennt läufigen Hündinnen und trotzdem stresst ihn das alles sehr. Aber irgendwie nicht in dem Maße, dass ich ihn kastrieren lasse. Seit über einem Jahr ist er gesund (lustigerweise wird er seit der Zeit auch nicht mehr betreut) und wir gehen läufigen Hündinnen aus dem Weg, sind nicht mehr in der HuSchu oder auf Social Walks. Bei uns hat die Gewöhnung nichts gebracht, ganz im Gegenteil.
Ich lebe nun damit, dass er ein paar Wochen im Jahr und auch mal einfach für zwei Tage nichts gebacken kriegt, hänge ihn an die Flexi oder SL und verlange nix. Fahre auch mal woanders hin und hoffe, dort keine Gerüche zu finden. Zu Hause ist er dann etwas kuschliger und frisst wenig bis nix. Ist halt so.
Manch anderer hätte ihn schon lange kastriert. Alle TÄ haben unabhängig voneinander wegen seiner Krankheitsgeschichte zur Kastration geraten, um ihm einen Stressfaktor zu nehmen. Ich habe unser Leben lieber so verändert, dass er weniger Stress hat. Daneben höre ich von fast allen HH, dass der dich kastriert gehört, weil er Hunde doof findet und auch Menschen blöd findet. Dass das damit so rein gar nichts zu tun hat - na ja. Ich denke, dass ein HH, der einfach einen Hund hält und sich wenig Gedanken macht, in meiner Situation schon sehr früh kastriert hätte. Weil man das von allen scheinbar kompetenten Seiten hört.
Es gibt da kein Patentrezept und jeder muss schauen, womit er und der Hund glücklich wird.