Beiträge von Juliaundbalou

    Also wenn wir hier den ungefähren Wohnort erfahren würden, gäbe es vielleicht sogar Leute, die hier aus dem DF eine Fahrkette zu der alten Pflegestelle bilden würden. Ich würde mich sofort anbieten.

    Also bitte:
    Wo wohnt ihr denn?

    Und dass man auf dem Geld sitzen bleibt. Na ja ist dann halt so. Seht es als Lehrgeld an, euch danach nicht wieder einen Hund zu holen.
    Und so schrecklich viel wird es ja nicht gewesen sein bei einem Hund mit Schutzvertrag aus dem Tierschutz :flucht:

    Ich denke immer, dass auch solche Hunde, wenn man sie bei jemandem abliefert, sich anpassen. Irgendwann wird der Hund wohl mit dem Hundesitter gehen, wenn er da jetzt halt wohnt.
    Balou würde ja mit jedem spazieren gehen. Weil er einfach raus will - immer xD Wie der Spaziergang dann aussehen würde, ist eine andere Sache :pfeif: Ich würde ihn aber nur unseren Gassipartnerinnen in die Hand drücken. Und auch da nur mit Bauchweh.

    Ich finde das nicht OT. Es ist zB beim Golden eine Eigenschaft, die stark durchdrückt. Aber aus meiner Sicht eben händelbar ist, so dass alle damit leben können. Und ich sage das als Retriever Halter.

    Genau das finde ich nicht. Verhalten Menschen gegenüber kann man gut beibringen. Bzw. lasse ich auch einfach keine Situationen zu, wo mein Retriever in eine Spirale völliger Hilflosigkeit kommt. Das liegt aber eher an seiner Unsicherheit. Er will nicht berührt werden und traut sich nicht, dies bei zu großer Nähe klar zu zeigen. Das kann ich ihm auch nicht beibringen. Fänd es toll, wenn er da einfrieren und knurren würde. Stattdessen drückt er sein Spielzeug gegen dich und würde dir am liebsten ins Gesicht beißen.

    Aber das Annähern an andere Hunde? Nö. Bei anderen Rassen verwächst sich das. Die bomben vielleicht die ersten 1-2 Jahre unhöflich andere Hunde um. Beim Retriever stehe ich daneben und breche alle zwei Sekunden Verhalten ab. Da verwächst sich nix. Auch die so freundliche zwölfjährige Labbioma muss unbedingt mit dem ganzen Körper wedelnd auf meinen knurrenden Balou zuwatscheln. Weil ihr ja niemals was passieren könnte, jeder muss sie lieb haben.
    Im Kontakt mit Hunden manage ich auch mehr. Es gibt nur Kontakt zu Hundefreundinnen und den gibt es auch erst, wenn die Hunde etwas runtergefahren sind.

    Ich lese zum allerersten Mal einen Retrieverhalter, der dieses Verhalten nicht als normal ansieht und fuer den es nicht das tollste Verhalten der Welt ist..
    Pan fiddelt auch und ich hab auch gar kein Thema damit. Mir ist fiddeln lieber, als in den Angriff zu gehen (bei Pan gleich 3x) oder zu fluechten. Aber bitte nur in einem normalen Rahmen!
    Dieses abnormale Verhalten (ja, das ist es fuer mich in vielen Situation) ist der Grund, wieso ich Retriever (und ihre Halter) meide wie die Pest. Meine Hunde koennen sowas nicht austehen und wenn ich nicht eingreifen wuerde, wuerden die Retriever richtig den Arsch voll bekommen *sfz* Das war auch die Reaktion meiner mittlerweile verstorbenen Hunde auf Retriever..

    Sam, der Ruede meines Bruders, macht das auch im Kontakt mit Hunden. Allerdings nur mit Hunden die er kennt (fremde Hunde wuerde er gerne fressen). Und selbst Fou und Pan, die da sehr sehr geduldig sind, haben genau aus dem Grund mittlerweile genug von ihm.. Das ist allerdings kein Retriever.

    Und ja, das ist mAn echt ein Problem fuer den anderen Hund. Der lernt dabei naemlich absoluten Mist (immer unter der Voraussetzung, dass die HH die Hunde machen lassen, wieso auch immer). Es reicht nicht fein und sauber zu kommunizieren und das drohen zu steigern - damit der andere Hund entsprechend darauf reagieren kann. Das einzige was kurzfristig (!) hilft, ist dem anderen richtig eine auf die Gosch zu geben. Fuer beide Seiten aetzend....

    Das glaube ich dir gern. Selbst hier im Forum wird das ja oft von den sonst sehr informierten Leuten als nett und normal hingestellt.
    Für mich ist dieses Verhalten der Hauptgrund dafür, dass hier nie wieder ein Retriever einziehen wird. Und ich kann tatsächlich mit Aggressionen besser umgehen als mit Gefiddel. Seit Balou andere Hunde (und oh Wunder, vor allem andere Retriever) zum Fressen gern hat, sind Hundebegegnungen für mich entspannter, als vorher, wo er noch zu jedem Hund unbedingt zum Hallosagen hin wollte.
    Ich finde es furchtbar anstrengend und habe nur Mitleid, wenn ich den typischen braunen Labrador an der Straße sehe, der fast unter sich pinkelt, weil ein fremder Mensch ihn streichelt. Der freut sich ja so.

    Darf ich rein aus Interesse fragen, wie es gemeint ist, dass Golden Retriever nicht richtig kommunizieren können und andere Hunde damit nerven? Wir haben hier keine in der Nähe, deshalb kann ich es mir nicht richtig vorstellen.

    Meist sieht man das mehr bei Labradoren.
    Stelle es dir wie bei Welpen vor. Die wollen ja nur lieb gehabt werden und lösen jeden Konflikt durch Fiddeln.
    Retriever werden in dem Sinne leider oft nicht erwachsen und verhalten sich auch so, wenn sie schon lange keine Welpen mehr sind.

    Wie in meinem Beispiel:
    Die normale Reaktion auf einen drohenden Hund wäre wohl eher das Weite zu suchen. Oder in den Kampf zu gehen.
    Aber auf ein Drohen mit Spielverhalten zu reagieren ist ziemlich bescheuert für einen erwachsenen Hund. Und er bringt sich selbst damit nur noch mehr in Gefahr.

    Retriever suchen oft Nähe, wo sie eigentlich Distanz wollen. Wenn dir ein Retriever sein Spielzeug mitten ins Gesicht drückt, hat er gerade einen Konflikt, den er selbst nicht lösen kann. Eigentlich will er weg von dir. Aber das kriegt er nicht hin und reagiert deshalb mit aufdringlichem Verhalten.

    Bisher sind hier ja die Gebrauchshunde stark in der Überzahl.
    Ich finde ja, dass auch die „Normalo-Hunde“, die Retriever hier reingehören. Und zwar wegen des (leider) völlig weggezüchteten Aggressionsverhaltens. Das Gefiddel, was diese Hunde zeigen, ist einmalig. Der andere Hund hebt die Lefze, knurrt. Und was macht der Retriever? Tiefe Verbeugung, bombt den anderen mal um und rennt Kreise. Wird der andere Hund dann ungemütlich, fiddelt der Retriever halt noch mehr. Das muss ja schließlich helfen.
    Diese Spirale, dieses Sich-nicht-selbst-helfen-können und immer extremere Verhaltensweisen auszupacken, das finde ich schon bemerkenswert. Im negativen Sinne.

    Mein Balou zeigt davon Hunden gegenüber nichts mehr. Aber vor seinen blöden Erfahrungen und der folgenden Unverträglichkeit war das sein typisches Verhalten. Und wenn ich mich umsehe, verhalten sich hier alle, auch die älteren Retriever so (außer ein paar intakten Rüden).
    Dafür ist sein Verhalten Menschen gegenüber interessant. Er mag keine anderen Menschen. Draußen kann er dies auch gut zeigen. Aber wenn wir Besuch haben und dieser die Individualdistanz überschreiten würde, tja, da geht er nicht weg. Oder knurrt. Nein, da umkreist er den Besuch, beschwichtigt bis zum Umkippen, trägt ein Spielzeug. Und er kann sich da selbst nicht raushelfen.

    Ich finde es schade, dass dieses Verhalten oft als „normal“ empfunden wird. In meinen Augen ist es ein extremes Verhalten und alles andere als normal.
    Mich schränkt es insofern ein, als dass ich alles für Balou regeln muss. Er zeigt ja selbst nicht eindeutig, was er will. Zumindest nicht auf die Art, die von Leuten verstanden wird.

    Das beruhigt mich gerade ungemein, dass ich damit nicht alleine dastehe.
    Bei uns ist es ja auch so, dass ich akzeptiert habe, dass Balou nirgendwo mit hin kommt. Er kann das nicht. Leute besuchen, bei jemandem im Garten sitzen, in den Biergarten, mit Freunden an den See. Er ist ein Hund, der seine Hundesachen macht und bei dem Rest schläft er halt selig zuhause. Das ist völlig in Ordnung und ich mache da schon lange keine Experimente mehr.
    In unserem normalen Alltag haben wir so viel geübt, dass er meistens unauffällig ist. Da staune ich auch jeden Tag, was er da so meistert.
    Aber gerade weil wir so viel geschafft haben, schaue ich natürlich, ob die letzten Dinge nicht auch noch klappen könnten. Er wird nie ein durch und durch leinenführiger Hund sein. Das ist ok. Trägt er halt Geschirr. Und oft schafft er es auch super.
    Er wird wohl nie entspannt an fremden Hunden vorbei gehen. Das stört mich schon mehr. Aber wenn es so bleibt, ist es halt so.
    Und dann das letzte Thema. Wenn wir verabredet sind oder zum Training in andere Gebiete fahren (bei uns kann man in den warmen Monaten nicht apportieren)... Sein Verhalten dann stört mich sehr.
    Aber wenn auch andere Hunde so sind, dann muss ich mich wohl nicht so schlecht fühlen. Die Hunde meiner Freunde, die auch temperamentvoll sind und sich über Balou freuen, laufen im Fuß auf uns zu. Oder hinter uns her. Kein Problem. Und wir hampeln seit Jahren für uns rum. Es ist minimal besser, aber ob es mal gut wird...

    Danke für die vielen Hinweise und eigenen Erfahrungen :smile:

    @Juliaundbalou

    Wie kann er dich denn überraschen, wenn er beim Losgehen schon so gestresst ist? Dann weißt du doch um seinen Zustand :???:

    Leine kurz nehmen, kurze verbale Erinnerung, dass er bei dir bleiben soll (kann natürlich unter Umständen nicht bei ihm ankommen, ich würde es trotzdem machen) und dann beim kleinsten Schritt an die vorbei blocken :ka:

    Stell dir vor, man läuft schon seit fünf Minuten. Er wird eeeetwas ruhiger. Geht nicht mehr ständig auf Zug, sondern nimmt sich etwas zurück. Der Blick wird klarer. Man denkt, es wird jetzt besser und das Schlimmste wäre geschafft. Und dann legt sich ein Schalter um und er nutzt das Futzelchen Leine, das er hat. Und das so sehr, wie es halt geht. Wenn ich keine Mauer am Rand habe, kriege ich ihn dann nicht geblockt. Außer ich würde Gewalt anwenden. Und eine Gewaltspirale ist bei einem Jagdhund keine Option. Da verliert man.

    Das ist echt ein schwieriges Thema. Und wir haben da ja auch unsere Probleme. Wie beschrieben klappt hier das meiste über Ritualisierung. Mit vielen keksen unterstützt. Könnte ich mit unendlich vielen Dingen so gestalten, wie das Einsteigen ins Auto. Früher der akustische Supergau, inklusive Zerkratzen sämtlicher Seitenverkleidungen des Autos und Springen gegen die Heckklappe, jetzt die Oberstrebernummer. Setzt voraus, dass ich ein und die selbe Situation, unverändert, immer und immer wieder durchspielen kann. Beim Auto ging das. Beim Gassi in unbekannten Gebieten, oder mit fremden Hunden eben nicht.

    Ist hier ja genauso. Ich arbeite fast ausschließlich über Konditionierung. Dadurch kommen wir fast überall super raus.
    Aber Hunde und andere Umgebungen sind ein Thema, bei dem wir einfach nur auf der Stelle treten. Hilfreich ist es natürlich nicht, dass wir auch so selten überhaupt mal Hunde sehen (ok, heute in 30 Minuten 3 Stück - das war krass. Und Lou hatte auch noch einen schlechten Tag. Wobei er da einfach tänzelte und fixierte, da wir innerorts waren und da kann er es viel besser als in der Natur. Aber üben war nicht drin.)

    Er wird ja auch bald schon vier. Da habe ich irgendwie die Hoffnung aufgegeben, dass sich da noch irgendwas mit dem Alter verändert.