Beiträge von Juliaundbalou

    Und wenn du ihn mit dem Körper blockst, dass er nicht vorbei läuft? Das funktioniert bei Lito und mir mittlerweile am besten. Ich stell meist nur ein Bein kurz zur Seite raus. Damit ist die Leine nur zur Sicherheit dran, aber im Prinzip halte ich ihn durch den Körper neben mir und er beruhigt sich Stück für Stück.

    Das mache ich auch zusätzlich, wenn es zu schlimm ist, sorry, hätte das erwähnen sollen.
    Nur beim Losstürmen hilft mir das gar nicht. Da ist der sonst recht langsame Balou - im Vergleich zu seinen wendigen Freundinnen - innerhalb von einer Sekunde von der rechten Seite vor meinen Beinen her, hat mir mein Bein verbrannt und mich fast umgerissen und steht plötzlich in der Mitte des Weges, anstatt rechts von mir am Rand zu laufen.
    Sowas macht er sonst nie. Aber wenn er so aufgeregt ist, geht irgendwie nix :tropf:

    Einfach Leine kurzhalten und gegenziehen ist halt zu anstrengend. Balou schmeißt sich dann mit Dauerzug in sein Geschirr und ich habe Armschmerzen :|
    Da muss ich schon irgendwie drauf bestehen, dass er nicht wie blöde zieht. An einer langen Leine (auch Flexi etc.) würde er sich übrigens genauso verhalten: immer auf Anschlag laufen... also die kurze Leine ist nicht das Problem.
    Auf unseren Standardrunden ist es übrigens nicht besser, wenn wir verabredet sind. Hunde sind das einzige (neben neuen Umgebungen), die bei ihm alles rausschießen lassen. Aber es ist ja auch keine Lösung, dass er gar keinen Hundekontakt hat... :fear:

    Hm, wie lange dauert das so, bis er ruhig ist? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass wenn ich ab einem bestimmten Stresslevel Ruhe verlange, dass eher nach hinten los geht und selbst wenn er es schafft, sich kurz zusammenzunehmen, der Druck sich dann irgendwann wieder entladen muss.... Kofferraum ist hier ganz schlimm bei der Steigerung der Erregungslage, weshalb ich Mozart da immer schnellstmöglich raus hole, damit er sich akklimatisieren kann.
    Wie wäre denn Fahhradfahren bei euch zu fremden Orten, wenn Balou gerne trabt?

    Zu Hundedates: Die gibt es hier nur selten, weil andere Hunde ja der größte Stressauslöser für Mozart sind. Ich habe eine Handvoll, mit denen es gut funktionier, allen anderen gehe ich aus dem Weg. Bei Begegnungen mit fremden Hunden ohne Leine erwarte ich aber auch nichts von Mozart, der wird kurz genommen und wir marschieren vorbei. Eskaliert dann halt manchmal :barbar:

    Das dauert maximal fünf Minuten. Danach wird draußen weiter akklimatisiert.

    Fahrradfahren geht leider nicht. Zum einen weil wir nur an fremde Orte fahren, wenn wir dort etwas Aufregendes machen (Dummytraining oder Hundetreffen) und er dann nicht vorher schon zwei Stunden am Rad gelaufen sein kann. Sonst würde ich ja zu Fuß gehen.
    Zum anderen weil er mich wohl töten würde. Egal mit was für einer Methode - das werde ich niemals ausprobieren.
    Im Freilauf trifft er keine Hunde, weil er nur zu seinen verabredeten Hundefreundinnen Kontakt hat. Und da starten wir nie im Freilauf. Allen anderen Hunden weichen wir aus.

    Ich persönlich gebe einem aufgeregten Hund nur sehr wenig Leine, damit er sich in seine Aufregung nicht reinsteigern kann. Je kürzer die Leine, desto ruhiger der Hund.Ich würde ihn an sehr kurzer Leine (max. 30-50cm) direkt neben mir führen. So hat er nicht den Stress sich dauernd an der langen Leine korrigieren zu müssen und er kann keine Halbkreise laufen. Das alles macht ihn m.E. noch hibbeliger.

    Mache ich auch. Die Leine ist auf 1 m eingestellt und diese nehme ich dann noch kürzer. Aber auch dann korrigiert er sich dauernd selber, weil er mit seinen über 30 kg natürlich nie nie nie auf Zug laufen darf. Sonst generalisiert er das sofort wieder und läuft mir immer in die Leine (ist gerade auch wieder schlimmer geworden auf unseren Standardrunden). Und auch an dieser kurzen Leine hibbelt er :/
    An der mega kurzen Leine hat er mir auch gestern beim Hibbeln mein Bein verbrannt und eine Blase am Finger verursacht.

    Ach Mensch. Ich hatte gehofft, dass das jemand hinbekommen hat.
    Wie ist das denn bei euch bei Hundeverabredungen? Ist das auch so ein Theater?
    Wir sind ja 1-2 mal pro Woche mit Balous Hundefreundinnen unterwegs und ansonsten hat er keinen Kontakt, weil er sonst keine Hunde mag. Wenn wir fremden Hunden ausweichen, wird es auch tatsächlich besser und er steigert sich nicht so in die Witterung hinein wie noch vor einem Jahr.
    Also da kann er tatsächlich Kommandos ausführen und Blickkontakt suchen und Futter nehmen :applaus:
    Aber wenn wir verabredet sind, geht nix. Da laufen wir dann so lange angeleint und ohne Kontakt, bis er anfängt zu schnüffeln, seine Geschäfte erledigt und er relativ entspannt neben der Hundefreundin läuft. Das dauert meistens mindestens 10 Minuten, oft auch länger.
    Gestern lief er sogar ohne Leine ein paar Meter im Fuß, bevor ich ihn freigegeben habe :respekt: Also kleine Sequenzen kann er dann irgendwann schon richtig toll.
    Beim Traben im Freilauf haben wir echt Glück. Er rennt nur die ersten Meter mit seinen Hundefreundinnen und spielt da vielleicht auch mal ein bisschen. Danach können wir lange zusammen gehen und er läuft vorne weg, so wie wenn wir alleine spazieren. Da steigert er sich zum Glück in nichts rein, da ist dann alles gut für ihn.
    (Mit Fremdhunden wäre das auch so. Hätte er Kontakt, wäre es bis zum Kontakt extrem stressig, dann würde er - auf welche Art und weise auch immer - Kontakt aufnehmen und dann locker mit mir weiter gehen. Das wäre auch so, wenn er sich geprügelt hätte etc. Kenne ich ja noch aus der Zeit, als er Kontakt haben durfte. Sobald er einmal bei einem Hund war, ist dieser völlig egal.
    Genauso wenn wir nur vorbeigehen: bis wir auf einer Höhe sind, ist nur dieser Hund wichtig. Wir machen also unser Training. Kaum ist der Hund vorbei, kann ich Lou lauthals lobend in den Freilauf schicken und er würde niemals umdrehen und zu dem Hund laufen :ka:

    Brauche mal Input:

    Balou ist ja in fremden bzw. allen Gegenden, die nicht unsere Standardrouten sind, extrem aufgeregt. Kofferraum geht auf und das Stresshecheln ist bereits da.
    Ich versuche, daran zu arbeiten, aber Früchte trägt unser Training nicht so richtig. Ich nehme ihn zum einen gerne für Erledigungen mit, weil für ihn dann nichts passiert - er bleibt ja im Auto. Da hoffe ich, die Erwartungshaltung zu senken. Aber der Hund ist ja nicht doof.

    Und wenn wir wo anders hinfahren, nehmen wir uns viel Zeit. Er kommt erst aus dem Auto, wenn er ruhig ist. Und dann laufen wir langsam auf und ab (leinenführig ist er da leider nicht, weshalb ich viel helfen muss) und ich belohne jede Orientierung zu mir und auch, wenn er schnüffelt etc., weil er sich dann mit seiner Umwelt auseinander setzt, anstatt nur hilflos nicht zu wissen, wohin mit sich. Er läuft dann vor lauter Stress entweder in die Leine, korrigiert sich, läuft in die Leine usw. oder läuft beim Korrigieren sogar seinen Halbkreis an gespannter Leine wie ein Pony - das ist der schlimmste Zustand. Da rennt er kopflos auch auf die Straße etc. Futter nimmt er natürlich auch nicht.
    Genau so verhält er sich auch, wenn wir ein Hundedate haben.
    Sobald er sich entspannt, darf er ohne Leine laufen und im Freilauf trabt er sich den Stress weg. Muss er an manchen stellen wieder an die Leine, ist die Leinenführigkeit wieder Thema.

    Joah. Vielleicht fällt euch ja noch was ein. Ich habe auch über Monate neue Orte aufgesucht und es passierte nix, außer aussteigen, pipi machen und auf einer Bank sitzen. Es änderte leider nichts.

    Wie sieht es bei euch aus, wenn ihr Hundedates mit euren Hibbels habt? Oder wenn ihr so an neue bzw. selten besuchte Orte fahrt?

    Ich kenne so ein Verhalten von keinem anderen Hund und habe mich fast damit abgefunden, dass Balou einfach so bleiben wird.

    Jeder vernarbte Biss und jeder Kratzer in meiner Haut, jedes angeknabberte Möbelstück, das halb auseinandergefallene erste Spielzeug - alles, was ich aus der Welpenzeit habe, erinnert mich sofort daran zurück. Und ich denke gerne an den kleinen Balou.
    Wie er so unerschrocken durch die Welt lief, ohne Folgetrieb ausgestattet und den ganzen Tag nur auslief. Wie er uns nicht ins Gesicht schauen konnte und mit allem überfordert war. Wie er vom ersten Tag an apportierte. Spielzeug, Unterhosen und Socken. Geschirrtücher, Topflappen, Taschentücher. Handschuhe und mein Handy. Wie er um sich biss, bis aufs Blut.
    Wie er in der Welpenschule Angst hatte. Und beim zweiten Besuch sich dann doch traute, mit den anderen zu spielen. Wie er aber da schon lieber schnüffeln gegangen ist, während die anderen tobten. Wie er immer sofort angeflogen kam, wenn ich rief.
    Alles war spannend und man sah die Welt plötzlich mit Welpenaugen.

    Ich denke so wahnsinnig gerne an den kleinen Pups.

    Einmal hat er eine Amsel im Maul gehabt. Wir hatten erst seit ein paar Tagen „aus“ geübt. Also freute ich mich erst über seine Beute und sagte „aus“ und er spuckte die arme Amsel aus und sie flog weg. Und er war so stolz auf sich :herzen1:

    Hier, kenne ich - und bestimmt viele andere auch :winken:

    Das erste Wichtige für dich ist die Erkenntnis, dass nicht der Junge das Problem ist, sondern dein Hund. Der Junge benimmt sich wie ein normales Kind. Warum dein Hund genau dieses Kind hasst, ist dabei recht egal.

    Also: Wenn dein Hund wirklich beißen würde - Mauli drauf. Und dann lostrainieren! Mein Rüde hasst alle Menschen und hat JEDEN so angebellt und angeknurrt. Da musste nicht mal jemand herkommen. Wir haben an der Umorientierung gearbeitet. Und über Distanz und Nähe zu Menschen.
    Nach einem halben Jahr bellte er nur noch selten und konnte über Ansprache mit seinem Kopf bei mir bleiben.
    Jetzt nach drei Jahren (er fing im Junghundealter damit an) läuft er von selbst neben mir, schnüffelt am Boden, stupst meine Hand an und will Futter, wenn wir Menschen begegnen :applaus: Und da können unsere fünf Hassnachbarskinder auf uns zurennen, kurz vor uns stoppen und „Hallo, Huuuuund!“ brüllen ;)

    Viel Spaß beim Training - du schaffst das!

    Das schreit eigentlich nach einem Spitz. Allerdings hört dieser nicht unbedingt auf alle Leute im Haushalt - was aber bei jeder Rasse etwas schwierig sein könnte.

    Und: kein Hund auf diesem Planeten lässt sich ALLES von Kindern gefallen. Schon mal gar nicht von fremden Kindern. Das solltet ihr auf jeden Fall steuern und euch dazu informieren. Sonst habt ihr später noch ein Problem :|