Beiträge von Juliaundbalou

    Hallo zusammen,

    ich tu mich sehr schwer mit der Entscheidung, ob ich Balou nun kastrieren lasse oder nicht. Deswegen dachte ich mir, dass ich mal frage, in welchem Fall ihr einen Rüden kastrieren lassen würdet.

    Manchen reicht ja schon eine innergeschlechtliche Unverträglichkeit.

    Der andere lässt kastrieren, wenn der Rüde nichts mehr frisst, zittert, jault und nicht zur Ruhe kommt.

    Der nächste, nur wenn es medizinisch notwendig ist, wie z. B. bei einer vergrößerten Prostata.

    Mein Rüde ist wohl dazwischen. Balou hat letzten Sommer den Chip gesetzt bekommen und war damit sehr angenehm. Jagdtrieb war leider heftig (wobei er mit der Notpfeife auch da immer abrufbar war), Fell war mies und er war manchmal etwas träge und hat auch etwas zugenommen. Insgesamt war es aber recht angenehm.
    Der Katarrh war endlich weg, die Analdrüsen haben weniger Probleme gemacht, Hunde waren recht uninteressant (normalerweise sind Hunde extremer Stressor und Lou ist auch nicht verträglich mit Fremdhunden) und seine Hormone waren stabil. Er war dadurch sehr selten aufgeregt, kaum hibbelig.

    Tjoah. Und der Chip hat wohl länger gewirkt, als er sollte. Der Übergang kam schleichend und ich dachte, der Chip sei Anfang des Jahres ausgelaufen. Aber seit einem Monat fiept Balou wieder bei Aufregung, hechelt viel, hat seinen Katarrh wieder (meine Wände und Möbel sind hübsch gesprenkelt), die Analdrüsen machen ihm zu schaffen, er klinkt manchmal aus, sodass wir den Spaziergang abbrechen müssen, er läuft schlecht an der Leine und ist draußen nur an Gerüchen und Pipi interessiert. Futter kann er wieder öfter draußen nicht annehmen. Durch extrem enges Führen und Verbote von so ziemlich allem geht es meistens einigermaßen. Aber entspannt ist es nicht. Auch zuhause ist er unruhiger, wobei sich das in Grenzen hält. Im Freilauf rennt er wie angestochen. Traben gibt’s nicht mehr.

    Ihr merkt schon, ich bin hin und hergerissen.

    Also her mit euren eigenen Meinungen - wann würdet ihr einen Rüden kastrieren lassen? Was ist für euch noch normal und erträglich und wo zieht ihr die Grenze?

    Ich finde auch gut, dass dieses Thema hier diskutiert wird.
    Denke auch selbst viel drüber nach und versuche gerade auch, wieder klarer zu werden. Manchmal eiere ich mit Balou so rum, anstatt ihm einfach etwas zu verbieten. Beispiel:
    Wir fahren zum Dummytraining (also nur wir zwei, Gruppe wäre undenkbar xD ). Raus aus dem Auto, er hat die Nase im Wind und ist sofort abwesend. Ich warte. Iiiiirgendwann setzt er sich und schaut mich an - super, wir gehen los. Nach dem ersten Markieren geht das Gewusel los. Er meint, dass er nicht an der Leine laufen kann. Wir machen also 50.000 Richtungswechsel und sind gefrustet. Dann gibt’s den Apport. Er ist nicht ganz bei der Sache, frisst Gras und überrennt ständig die Dummys. Der Rückweg zum Auto ist dann auch etwas anstrengend.
    Alternative:
    Nach dem Markieren gebe ich Balou das Kommando „Hinten“. Er will nicht und drängelt sich wieder neben mich.Ich drehe mich leicht ein und sage „ab“ (Unser Abbruch, aversiv auftrainiert in der HuSchu). Er legt die Ohren an und bringt Abstand zu mir rein. Leises Lob, wir gehen weiter. Das mache ich dreimal in der halben Stunde. Dazwischen gibt’s sauberen und motivierten Apport und auf dem Rückweg zum Auto darf ruhig geschnüffelt und Geschäfte erledigt werden. Wir sind beide entspannt und emotional ausgeglichen.

    Also ich finde es immer gut, wenn wieder auf Dinge hingewiesen wird, die einem eigentlich klar sein sollten. Aber manchmal versteift man sich so sehr (wie bei uns das: der muss doch an lockerer Leine gehen können!), dass man die einfachen und guten Lösungen nicht sieht.

    Unser Abbruch funzt im Moment zuhause sehr gut. Balou kann ja schlecht mit Dynamik umgehen und teilweise auch mit menschlicher Interaktion.
    Ist mein Mann etwas aufgeregt und neckt mich oder setzt sich einfach zu mir und wir lachen, dann kommt Balou sofort und will splitten. Ein „ab“ und er geht (leicht züngelnd) und dafür wird er natürlich gelobt. Finde es sehr schön, wenn es so einfach ist.

    Zitat @flying-paws :


    "Oder Futter weitläufig streuen, den Hund fressen lassen, Abbrechen, dann wieder freigeben etc."
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    Also in der Situation, das "Nein" Kommando und bei nicht Beachtung wirst du körperlich ?

    Wie soll man denn sonst einen Abbruch durchsetzen? Es kommt eine Strafe bei Nichtbefolgen.

    Die Worte sind das Kommando - also die Ankündigung der Strafe, wenn der Hund sein Verhalten nicht ändert - nicht die Strafe selbst!
    Es wäre ein Traum gewesen, wenn Sheilas anhüten mit einem Rüffel abzubrechen gewesen wäre. Da siehst Du das Ergebnis von eineinhalb Jahr harter Arbeit.

    Das ist mir klar!
    Balous Abbruch ist auch auftrainiert. Dennoch darf der bei so einer Distanz nicht so leise sein, dann zögert er es hinaus...

    Aber du bist ja selbst Trainerin, da ist es klar, dass sowas bei dir besser klappt :winken:

    Und das klappt? Wär super. :cuinlove: Ich hab jetzt bestimmt nochmal 2 kg grüne Tomaten in Papiertüten auf der Fensterbank liegen. Dann kommt morgen noch ein Apfel dazu.

    Japp. Die eine Hälfte meiner letzten grünen Tomaten ist nach zwei Wochen nun rot :smile: Davor hat sich gar nichts getan, als die Tomaten unter sich waren.

    Zu dem Thema hat mich grad gestern eine liebe Userin nochmal an diesen Thread hier erinnert:Sanftere Korrekturen neu/wieder einführen

    LG!

    Geht bei uns nur bis zu einem Radius von 5 m vielleicht. Ich habe selbst recht sanfte Korrekturen eingeführt und dazu auch schon öfter was geschrieben :smile:
    Sobald er weiter weg ist, hört er entweder akustisch nicht so gut oder :ka: Es folgen immer Konsequenzen, auch auf Distanz, daran liegt es also nicht :ka:
    Aber da muss ich schon relativ böse sein, nicht verwechseln mit körperlich o. Ä. - da verliere ich sowieso!