Beiträge von Juliaundbalou

    Ich finde ja auch den Begriff „triebig“ beim Retriever merkwürdig. Also ehrlich. Balou liebt die Dummyarbeit und hat das alles in den Genen mitgebracht. Seine Verwandtschaft wird auch zu einem größeren Teil gearbeitet. Ich wurde von Retrievermenschen bewundernd gefragt, aus welcher Zucht er ist, als er mal ein bisschen apportiert hat. Weil er eben so sehr Bock hat. Und das obwohl er in seinem sonstigen Verhalten sehr gewöhnungsbedürftig war. Dennoch ist er nicht triebig :-D

    Vielleicht eher, was das Menschenstellen usw angeht :-D Spaß beiseite. Retrieverleute fühlen sich gerne angegriffen. Wir wissen alle, dass Retriever nicht fett und faul sein müssen. Die meisten haben sogar ordentlich Pfeffer im Po. Darum geht’s hier gerade aber überhaupt nicht.

    Um den Sexualtrieb geht’s auch nicht. Aber ja: in meinem Umfeld und auch durch Berichte von Retrievermenschen, Züchtern und Trainern habe ich leider häufig mitbekommen, dass Retrieverrüden gerne hypersexuell sind. Das zeigt sich nicht unbedingt wie bei einem Terrier. Das zeigte sich bei uns auch nur angedeutet im Kontakt mit Hunden. Das hat nur die Trainerin sofort gesehen, jeder 0815-HH hätte das nie gesehen. Bei uns war es auch vor allem die völlige Überforderung mit Hundegerüchen, der Geruch von läufigen Hündinnen war so schlimm, dass wir nicht raus gehen konnten. Da habe ich dann Balou mit 4 Jahren kastrieren lassen und aufgegeben. Es hat sich nichts an ihm geändert - außer eben diese Überforderung (und sein Fell).

    Aber Ausnahmen gibt’s immer. Darauf baut man doch nicht, sondern holt sich lieber gleich einen Laufhund.

    Und die TE will nun mal einen ignoranten Hund. Da fällt mir der Labrador auch echt als letzter ein. Viele werden im Alter zwar angenehmer, aber die ersten Jahre sind sie halt oft die Pest wegen ihrer Freundlichkeit und man muss gegenarbeiten.

    Völlig OT, aber dennoch:

    Aoleon Labradore und Golden Retriever haben einen geringen Sexualtrieb? :-D

    Schön wär‘s!! Ich habe von mehreren Trainern in meinem Umfeld und ich meine auch im DF eventuell von flying-paws gehört, dass sehr viele Retrieverrüden übersteigertes Sexualverhalten zeigen und damit nicht klar kommen.

    Meiner fällt da auch voll in die Sparte und musste kastriert werden, weil es nicht anders ging. Der hat auch die Diagnose von einer sehr guten und bekannten Trainerin bekommen.

    Wieso? Ich bin dennoch sein Frauchen und auf mich hört der auch, wenn ich krank bin.

    Kommt nun nach der „Hunde brauchen keine Auslastungswelle“ auch die „Hunde hören auf jeden dahergelaufenen Menschen so gut wie auf seine Besitzer?

    Also sorry. Damit bin ich hier raus. Wahrscheinlich ist es auch erfunden, dass Hunde um ihren Rudelpartner trauern. Einfach einen anderen Hund dazusetzen, dann passt das sofort wieder.

    Du schriebst doch was davon nicht zeitig reagieren zu können und dann den Hund einfach an ne Flexi zu hängen ? Damit der Hund auf dich hört musst du doch erstmal reagieren und dann ne Flexi statt einfach nur stumpfe 2-3 Meter Leine kann ich nicht nachvollziehen. Muss ich ja auch nicht.

    Nein, schrieb ich nicht. Ich mache mir nur mein Leben nicht unnötig schwer, wenn ich krank bin und habe ihn an der Leine und Flexileine. Wenn ich mir die Nase alle 30 Sekunden putzen muss, brauche ich keinen freilaufenden Hund.

    Aber ist ja auch egal.

    Mutig so einen Hund dann in so nem Zustand einfach an die Flexi zu hängen wenn der ja so problematisch ist ;)

    Wieso? Ich bin dennoch sein Frauchen und auf mich hört der auch, wenn ich krank bin.

    Kommt nun nach der „Hunde brauchen keine Auslastungswelle“ auch die „Hunde hören auf jeden dahergelaufenen Menschen so gut wie auf seine Besitzer?

    Also sorry. Damit bin ich hier raus. Wahrscheinlich ist es auch erfunden, dass Hunde um ihren Rudelpartner trauern. Einfach einen anderen Hund dazusetzen, dann passt das sofort wieder.

    Also jetzt werden hier aber alle Keulen ausgepackt.

    Ich fühle mich angesprochen und antworte deshalb mal:

    Ich bin auch so eine, die niemanden mit dem Hund raus lässt, außer meinen Mann. Was ist bitte schlimm daran?

    Ja, der würde sich jemand Fremdes die ersten Mal ganz unterwürfig und handzahm unterordnen. Bis auf dass er sich an der Leine bei anderen stranguliert, auch am Geschirr ist das nicht schön. Und dann, wenn er sich an den Menschen gewöhnt hat, knallt es. Oder halt, wenn man doch einem Hund oder Menschen begegnet - er braucht da spezielle Anleitung und oft auch unverhältnismäßig viel Abstand. Da packt er alles aus. Und ich kann den Scheiß dann wieder monatelang ausbaden. Da schleppe ich mich lieber krank vor die Tür. Nicht so lange, wie sonst. Aber ja, auch Häufchen machen muss drin sein, das ist ja wohl das Grundrecht jedes Hundes. Und meiner kackt halt erst nach 15-30 Minuten.

    Reaktionszeiten? Der hängt dann an der Flexi.

    Ich freue mich über jeden mit „ach so kompliziertem Hund“, der den nicht irgendwem in die Hand drückt.

    Das wundert mich auch immer wieder. Dieser Auslastungswahn wurde hier im Df in den letzten zwei Jahren irgendwie immer schlimmer. Zusammen mit dem Ruhewahn für Welpen und Junghunde.

    Also mein Arbeitsliniengoldie geht täglich 1,5-3 Stunden spazieren. Die 3 Stunden sind extrem selten, da wandern wir dann. Wenn es mir kacke geht, kommt er auch mal nur 30 Minuten raus und ein paar Mal zum Pinkeln.

    Zweimal pro Woche machen wir Dummytraining für 30 Minuten circa. Manchmal kürzer, wenn er keine Lust hat. Im Sommer manchmal auch zwei Wochen gar nicht, weil es einfach zu heiß ist. Tricks üben wir alle paar Monate mal, da habe ich meistens nicht so Lust drauf :-D Ansonsten schläft er, kuschelt mit uns, liegt im Garten rum und ist zufrieden.

    Mittlerweile begleitet er mich sogar ab und zu, wenn ich eine Freundin besuche. Das ist harte Arbeit für ihn.

    Also, dafür könnte man mich jetzt auch steinigen. Mein armer armer Arbeitshund geht nur spazieren und darf nur ab und zu arbeiten. Die meiste Zeit hängt er auch noch an der Flexi, weil er seit ein paar Monaten ganz extrem widerlich mit auftauchenden Lebewesen ist. Und Hundekontakt gibt’s nur einmal pro Woche. Wenn niemand Zeit hat, auch mal seltener.

    Ich finde, dass man alles übertreiben kann.