Aber so etwas macht für mich irgendwie keinen Hibbelhund aus, physioclaudi
Balou ist auch kein Mitläufer. Ich muss ihn wie einen Autisten behandeln, er kann uns nicht irgendwohin begleiten, denn auch andere Wohnungen und Häuser sind fremde Umgebungen, auch wenn er da seit Welpe an regelmäßig war.
Er braucht eine ähnliche Struktur, Tag für Tag. Besuch muss gut überlegt sein, ich kann hier nicht täglich Gäste empfangen, ich muss mir überlegen, wie lange und wie oft wir spazieren gehen können, weil am Tag davor vielleicht drei Hunde auf der Gassirunde an uns vorbei gegangen sind und wir am kommenden Tag mit seiner Hundefreundin verabredet sind. Das geht ewig so weiter, im Hinterkopf ist immer: was ist für Balou das Beste?
Dennoch ist er in meinem für ihn angepassten Alltag voller Routinen und gleicher Gassistrecken kein Hibbelhund mehr.
In Ausnahmesituationen ist er das. Er ist auch kein einfacher Hund, braucht immer Anleitung und Führung. Selbst bei gemeinsamen Runden mit Hundefreundinnen muss ich ihn jedes Mal langsam heranführen, sonst würde er durch die Decke gehen und aus Überforderung eventuell sogar unfreundlich sein. Freilauf gibt es seit Monaten nicht mehr, da er mir ja zu allen Lebewesen bei Sichtung sofort abzischt und zweimal nicht abrufbar war. Er hasst alle Hunde und Menschen und bellt bei Überraschung auch immer noch gerne mal unsere Nachbarn in der Einfahrt an. Das alles definiert für mich aber keinen Hibbelhund.
Ich selbst bin auch nicht perfekt. Ich bin sehr zurückhaltend, hasse größere Menschenansammlungen, viele Gäste zu empfangen, Vorträge zu halten, usw. Da könnte ich auch ewig dran trainieren, es wird sich aber nicht ändern. So ähnlich sehe ich das mit Balou und auch Emil. Den Grundcharakter kann man nicht ändern. Damit muss man sich abfinden und es als normal abhaken, nicht alles ist ein Problem.