Beiträge von Juliaundbalou

    Ähnliches berichten Leute immer wieder, wenn ein neuer Hund eingezogen ist. War hier auch so.

    Mein Ersthund hat sich deutlich zurück gezogen und hat erst mal Zeit gebraucht, um sich an die neue Situation zu gewöhnen. Der Zweithund wohnt bald seit 3 Monaten hier und mittlerweile ist mein Ersthund fast wieder wie vor dem Einzug.

    Ich würde eurer Hündin einfach die Zeit geben, die sie braucht, aber darauf achten, dass sie auch Zeit ohne die Katze mit euch verbringen darf.

    Als Kind war ich eins dieser Kinder, die ich heute hasse :ugly:

    Ich rannte zu jedem mit Hund hin, den ich sah, bremste kurz vorher ab und fragte, ob ich den Hund streicheln darf.

    Nachbarn von Freunden hatten Hunde, manche meiner Freunde auch, ich habe immer Schaschlik zum bissigen Schäferhund übern Zaun geworfen, weil er mir leid tat :pfeif:

    Mit 9 oder 10 habe ich angefangen, Hunde auszuführen. Erst die taube Münsterländer-Mix-Hündin des Blumenladens in meinem Dorf. Dann kam 4 Jahre später der Nachbars-Golden dazu. Das war eine super Zeit für mich. Ich habe vorwiegend Rassebücher verschlungen und wollte unbedingt einen Boxer-Mix, weil ich mal ein Bild von einem gesehen hatte und ihn so hübsch fand xD

    Ich bin auch zweimal heimlich mit einem Kampfhund aus der Nachbarschaft spazieren gewesen (sorry, weiß die Rasse leider echt nicht, aber Boxergröße aufwärts), aber da habe ich so großen Ärger von meiner Mutter bekommen, dass ich lieber weiterhin mit Münsterländermix und Golden unterwegs war. Irgendwie lief es einfach und ich habe den Hunden gerne Sachen beigebracht.

    Als ich 18 war bekam meine Familie dann endlich einen eigenen Hund, einen Tibet Terrier Mix, den es immer noch gibt. Ich bin gerne mit ihm rausgegangen, hatte aber nicht viel Ahnung.

    Mit 24 erfüllte ich mir den Wunsch vom eigenen Hund und mittlerweile wohnt hier auch die Nummer 2, fast sechs Jahre später. Durch das Forum habe ich wahnsinnig viel gelernt und ich bin sehr dankbar dafür.

    3 Monate sind halt keine Zeit.

    Mein Rüde ist locker ein Jahr lang ausgerastet, wenn wir Menschen (und ne Zeit lang auch Hunde) unterwegs getroffen haben. Der ist als Welpe zu mir gekommen, hat als Junghund dann entdeckt, wie lustig es ist, dass Menschen Abstand halten, wenn er bellt und in der Leine hängt und das dann echt lange ausgenutzt.

    Ich habe da sehr lange dran gearbeitet und es wurde immer besser. Heute bellt er nur, wenn er sich erschreckt oder jemand direkt zu ihm gehen würde.

    Das ist super trainierbar, man braucht aber einen langen Atem.

    Was uns geholfen hat:

    Abstand reinbringen, zur Not umdrehen und Umwege gehen, schon auf große Distanz umlenken und herausfinden, wie nah der Reiz kommen darf, Bögen laufen, Leckerlis auf den Boden streuen, Leinenführigkeit üben. Wir haben außerdem aufgebaut: er sieht einen Menschen, ich bedanke mich für sein Anzeigen, er schaut mich an und wird belohnt (heute brauchen wir das natürlich nicht mehr, Jahre später).

    Es ist machbar! Und Härte bringt meist nur noch mehr Hektik und Anspannung rein!

    Für mich sind das ganz schöne Luxusprobleme xD

    Mein Großer muss wegen seiner Unsicherheit und Abneigung Menschen und Hunden gegenüber immer zu mir und angeleint werden. Bei Menschen können wir sehr dicht vorbei, bei Hunden braucht er einen Bogen. Wir sehen aber auch einfach zu wenige, als dass er sich gewöhnen könnte - es wird immer ein großer Reiz für ihn bleiben. Mein Puls wird auch immer schneller, wenn er frei läuft und Mensch oder Hund auftauchen. Habe dann doch immer Bammel, dass er mal nicht hört, ich zu spät den Reiz sehe usw, obwohl das seit Jahren nicht mehr vorgekommen ist. Ist er dann bei mir, könnte er auch frei bei Fuß an Menschen vorbei, an Hunden eher nicht. Die Leine gibt ihm Sicherheit.

    Bei Nell kann ich noch nicht viel zu sagen. Sie würde auf jeden Fall immer gucken gehen, lässt sich von Menschen aber auch ohne Leine und ohne richtiges Kommando fernhalten, bei Hunden bin ich vorsichtiger, die findet sie auch seeeehr spannend. Also Leine dran und Abstand halten. Aber sie ist da deutlich einfacher, weil sie in ihrer Grundeinstellung freundlich neutral ist und überhaupt nicht unsicher.

    Pauli braucht auch noch ab und zu Ansprache. Manche Leute findet er spannend und die möchte er dann bitte lange anschauen. Ich mag das nicht so, weil ich dann epa in ein Gespräch verwickelt werde xD Heute fand er eine Frau mit Kuchenform in den Händen komisch und wollte ganz dringend so schnell wie möglich von ihr weg :roll:

    Ok Pauli ist auch jünger. Und spannend finden ist das eine, aber hier kommt dann auch immer Hektik in die Hunde, in Emil logischerweise sehr schnell, an sich sucht der ja auch Trigger, aber auch Fiete kann dann aufdrehen.

    Nicht falsch verstehen, ich war total zufrieden, wie super die da vorbei sind. Denke aber, ohne Krücke würde es nicht klappen. Und wäre zb ein Kind auf die Straße gepurzelt, wäre zumindest Emil dezent ausgeflippt. Er ist ja angeleint und es könnte nichts passieren (unangeleint zb würde Emil inzwischen das Weite suchen, was auch super ist - also eben, dass er Menschen nicht mehr stellt), er würde auch nicht beissen oder so, aber er würde motzen.

    Naja ich denke das Gegrübel kommt daher, dass bald ein Welpi einzieht und man sich automatisch fragt, ob die vorhandenen Hunde gut genug "funktionieren", dass es kein Chaos gibt. Allerdings ist eh nicht geplant ständig mit allen Hunden zusammen raus zu gehen. Welpi anfangs ja eh nicht soooo viel und wenn es dann mehr wird nehme ich einen der anderen Jungs mit und vllt Chica. Aber alle drei Rüden zusammen, da lass ich mir Zeit mit :pfeif:

    Was für ein Welpi wird’s eigentlich und wann zieht er ein?

    Sowas ist Mist. Zum Glück wart ihr zwei außen vor.

    Ich habe hier einen Weg, den ich seit zwei Jahren nicht mehr gehe. Am Hof von einem Hovawart vorbei.

    Der kannte Balou noch aus früheren Jahren und war immer neutral. Balou wurde irgendwann eher ungemütlich, als er älter wurde, und so ging man sich dann immer aus dem Weg.

    Eines Tages stand das Tor offen, als ich vorbei bin und der Hovawart kam rausgeschossen, Balou und ich versuchten noch zu fliehen, keine Chance. Er tackerte Balou auf den Boden und hielt ihn an der Kehle.

    Ich schrie wie eine Bekloppte, bis die Besitzerin endlich kam. Außer Sabber war nichts, weil Balou sich nicht gerührt hat. Es kam nicht einmal eine Entschuldigung. Er wollte Balou halt einfach vertreiben, meinte sie. Und sie weiß genau, wie oft Balou angegriffen wurde (auch böse) und dass wir echt ewig an so einem Mist dann zu arbeiten haben.

    Seitdem drehe ich auf dem Absatz um, wenn ich sie mit ihren drei großen immer freilaufenden Hunden am Horizont sehe und renne mindestens zweimal im Jahr davon, wenn ihr Hovawart mal wieder unsere Witterung aufnimmt und uns quer übers Feld verfolgt und sich komplett aus ihrer Sichtweite entfernt.